Umwelt

Niag-Kampf gegen Staub – und Misstrauen in Rheinberg-Orsoy

Niag-Vorstand Peter Giesen (rechts) im Stadtentwicklungsausschuss gestern in Rheinberg

Niag-Vorstand Peter Giesen (rechts) im Stadtentwicklungsausschuss gestern in Rheinberg

Foto: Wolfgang Krause

Rheinberg.   Vorstand Peter Giesen hatte gestern bei der Sitzung des Rheinberger Stadtentwicklungsausschusses einen schweren Stand bei den Orsoyern.

Sollte man Niag-Vorstand Peter Giesen gestern Abend bei der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt bedauern oder gehört so etwas bei einem Spitzenmanager seiner Gehaltsklasse einfach dazu, ist Ärger mit Betroffenen eingepreist? Schwer zu sagen.

Fest steht: Giesen konnte sagen, was er wollte – geglaubt wurde ihm von sehr vielen, teils aufgebrachten Orsoyern so gut wie nichts. In den Sachstandsbericht der Niag zum Hafen Orsoy mischten sich viele, teils schlechte Erfahrungen der Hafenanwohner mit dem Betreiberunternehmen. Da ging es um Lärm, Erschütterungen, Staub und um die Befürchtung, dass das alles bei einer Erweiterung der Betriebsfläche noch zunehmen werde.

Dabei versicherte Giesen mehrfach, dass der Hafen nicht vergrößert werden sollte. „Wir haben keinen Antrag auf Erweiterung gestellt. Es gibt keine unternehmerische Entscheidung für eine Ausweitung der Kaianlagen oder mehr Kräne. Wir sollten als Logistikunternehmen eine allgemeine Stellungnahme abgeben, wie wir uns Häfen vorstellen – und wir wissen, dass Häfen Flächen benötigen. Das war eine ganz allgemeine Einschätzung, kein Bauantrag, keine Absicht, den Hafen zu entwickeln.“

Allein: Die Zuhörer mochten das nicht glauben, dass es sich nur um eine abstrakte Stellungnahme handelte, die im Rahmen der Aufstellung des Regionalplans angegeben werden musste. Vielleicht hätte Giesen punkten können, wenn er der Aufforderung gefolgt wäre, die ein Orsoyer in der Sitzung formulierte: „Sagen Sie, dass die Niag in den nächsten 30 Jahren auf eine Erweiterung verzichtet!“ Das machte Giesen natürlich nicht.

Dafür stellte er Verbesserungen in Aussicht, was die Kohlestaubentwicklung angeht. Mehr Beregnung soll her, durch leistungsfähigere Pumpen, einen zweiten Brunnen, eine veränderte Ausrichtung, so dass sich fast keine trockenen Stellen mehr ergeben könnten: Das alles soll auch bei einem weiteren, extrem trockenen Sommer helfen.

Aber das war den Anwohnern nicht genug. Sie forderten einen (für Neugenehmigungen gültigen) Abstand von 500 Metern zu Siedlungen, eine Verlagerung der Kohleverladung auf die Walsumer Seite, das Benutzen von geschlossenen Lagerstätten und Staubbindemitteln.

Baudezernent Dieter Paus erklärte die Rechtslage. „Der Regionalplan, der jetzt aufgestellt wird und zu dem die Niag sich geäußert hat, schafft keine unmittelbaren Rechte.“ Was dort fixiert werde, müsse nicht unbedingt kommen. Rechtlich festgesetzt werde das in einem städtischen Bebauungsplan, verabschiedet vom Rat Rheinberg.

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