Verkehr

Nordumgehung für Rheinberg droht zu scheitern

Die neue Straße sollte im Norden von Rheinberg eine Verbindung von der Xantener Straße, zum Kreisverkehr an der Alpener Straße/An der Rheinberger Heide schaffen.

Die neue Straße sollte im Norden von Rheinberg eine Verbindung von der Xantener Straße, zum Kreisverkehr an der Alpener Straße/An der Rheinberger Heide schaffen.

Foto: Armin Fischer (arfi) / Ja

Rheinberg.  Um Millingen vom Verkehr zu entlasten, sprach sich die Politik für eine Umgehungsstraße aus. Ein Gutachten empfiehlt den Bau aber nicht.

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Durchgangs- und Schwerlastverkehr schlängelt sich Tag für Tag durch Millingen – zum Ärgernis der Anwohner. Die Politik hat darauf reagiert und im Sommer des vergangenen Jahres grünes Licht für die Planungen einer Nordumgehung gegeben. Mit dem Ziel, die Wohnqualität in dem Stadtteil zu erhöhen, weil dort dann häufig beklagte Lärm- und Abgasbelastung durch den Lkw-Verkehr wegfallen würden. Ein Planungsbüro wurde also beauftragt, die potenziellen Straßentrassen zu skizzieren. Doch nun gab es im Stadtentwicklungs- und Umweltausschuss am Dienstagabend die ernüchternde Erkenntnis: Keine der fünf überprüften Straßenverläufe wäre optimal.

Die neue Straße sollte im Norden von Rheinberg eine Verbindung von der Xantener Straße, zum Kreisverkehr an der Alpener Straße/An der Rheinberger Heide schaffen. Damit wäre eine direkte Verbindung aus den nördlichen Gewerbegebieten zur Autobahn 57 geschaffen und eine Entlastung der nördlichen Stadtteile erreicht worden. „Die Entlastungswirkungen für den Ortsteil Millingen sind insgesamt so gering, dass sie in Relation zum Aufwand und den Kosten für einen Straßenneubau unverhältnismäßig erscheinen“, erklärte Hans-Rainer Runge vom Verkehrsplanungsbüro Runge. Ziel einer Umgehung sei es, ein Drittel, wenn nicht sogar die Hälfte des Verkehrs aus der Ortschaft rauszubekommen. „In Millingen wären es aber gerade einmal 19 Prozent“, so Runge.

Drei der fünf möglichen Strecken wurden näher untersucht. Die Variante mit den noch höchsten verkehrlichen Vorteilen durch den angrenzenden Wald, ist jedoch aus Sicht der Umweltbelange -- unter anderem aufgrund eines Brückenneubaus über die vorhandenen Gleisanlagen und der Rodung zahlreicher Bäume -- am ungünstigsten. Diese Variante wäre mit sieben Millionen Euro auch die teuerste.

Grüne haben noch Beratungsbedarf

Im Umkehrschluss ist der umweltschonendste Trassenverlauf, entlang der auszubauenden Alpener Straße, an den Hochspannungsleitungen vorbei, in Richtung Gewerbegebiet Nord aus verkehrlicher Sicht aufgrund der Beanspruchung des Gewerbegebietes und des geringen Entlastungseffektes des Ortsteils Millingen am unattraktivsten. Die Enttäuschung über diese Ergebnisse war den Ausschussmitgliedern ins Gesicht geschrieben. „Schade“, sagte Josef Devers (CDU). „Jetzt stehen wir genau da, wo wir vor drei Jahren schon einmal waren.“ Die Christdemokraten brachten ein Durchfahrtsverbot für den Schwerlastverkehr in Millingen ins Spiel, um wenigstens eine geringe Entlastung für die Anwohner zu erreichen. Die SPD stimmte zu, dem Beschluss der Verwaltung, die Planungen vorerst nicht weiterzuverfolgen aber weiterhin nach Möglichkeiten für eine verkehrliche Entlastung in Millingen zu prüfen, zu. Rainer Mull (FDP) betonte ebenfalls, dass eine Investition in diesem Fall wenig sinnvoll sei. Ganz vom Tisch ist das Thema aber noch nicht. Die Grünen meldeten Beratungsbedarf an. Ein Beschluss wurde daher nicht gefasst. Die Entlastung Millingens wird im nächsten Stadtentwicklungsausschuss am 4. Februar erneut diskutiert.

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