Natur

Ohne Bienen keine Menschen, weiß Imker Küster aus Rheinberg

Imker Horst Küster präsentiert eine von drei „Beuten“, die in seinem Garten zu finden sind.

Imker Horst Küster präsentiert eine von drei „Beuten“, die in seinem Garten zu finden sind.

Foto: Lukas Hübinger

Rheinberg-Vierbaum.   Seit 30 Jahren widmet sich Horst Küster der Bienenzucht und dem Erhalt.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

„Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch 4 Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr.“ Mit diesen Worten brachte Albert Einstein die Bedeutung der kleinen, fleißigen Tiere auf den Punkt. Ohne die Bienen wäre der Mensch verloren. Umso besser, dass diese Tatsache immer mehr Menschen verinnerlicht haben und sich aktiv für den Fortbestand der Bienen einsetzten. „Wir haben in den letzten Jahren viele neue junge Mitglieder bekommen“, berichtete Horst Küster, der seit über 30 Jahren selbst Bienenvölker hält und im Bienenzuchtverein Alpen/Rheinberg/Sonsbeck tätig ist.

In seinem Garten, der von vielen verschiedenen Wildblumen übersät ist, stehen drei sogenannte Beuten, die die Bienen beherbergen und worin sie den Honig ansammeln. Mit den Worten: „Ich hoffe, die sind heute friedlich. Das hängt immer vom Wetter ab“, öffnete der 76-Jährige eine Beute und präsentierte die Waben. Das wichtigste Hilfsmittel, um die Bienen ruhig zu halten, ist eine mit Wasser gefüllte Sprühflasche, mit der sich Regen simulieren lässt.

Im Laufe des Jahres sammeln die Arbeiterbienen den Nektar der umliegenden Pflanzen und lagern ihn als Wintervorrat in den Waben an. Der Honig ist „reif“, wenn er einen Wasseranteil von unter 18 Prozent hat, dann versiegeln die Bienen die Hohlräume mit Wachs und der Imker kann den Honig ernten. In einer Beute leben im Jahresdurchschnitt rund 50 000 Bienen, deren Anzahl ab der Sommersonnenwende immer weiter abnimmt. 25 bis 30 Kilogramm Honig erhält Horst Küster von einem Bienenvolk. „Wir Imker nehmen dem Volk die Wintervorräte weg und füttern es dann mit Zuckerwasser“, erklärte der Senior. Über die Jahre hat sich Horst Küster ein enormes Wissen über seine kleinen Nutztiere angeeignet.

Es ist wirklich faszinierend, wie die Bienen ihr Überleben sichern. So bilden sie beispielsweise im Winter eine Traube um die Königin, um diese warm zu halten. Im Inneren dieser Traube sind es immer gute 35° Celsius. Damit die äußeren Tiere nicht erfrieren, tauschen sie kontinuierlich ihre Plätze mit Tieren aus dem Traubeninneren. „Solange die genug zu fressen haben, sterben sie nicht.“

In den zwei bis drei Jahren ihres Lebens legt eine normale Königin bis zu zwei Millionen Eier und lässt sich dazu gleich mehrfach hintereinander von den männlichen Bienen, den „Drohnen“, begatten. „Die Bienen, die ab September schlüpfen, leben bis zum Frühjahr“, erklärte Horst Küster. Das Erstaunliche daran ist, dass die Bienen im Sommer bereits nach circa 45 Tagen sterben.

Woher die Bienen von Horst Küster ihren Nektar bekommen, kann er selbst nicht beeinflussen. In seinem Honig finden sich beispielsweise Spuren von Akazien, Brombeeren, Linden, Streuobst und Löwenzahn. Die einzigartige Zusammensetzung lässt jeden Honig ein bisschen anders schmecken. „Wir haben hier wirklich eine gute Tracht.“

Bei guter Tracht und guter Wetterlage kann es passieren, dass sich das Volk so stark vermehrt, dass die Beute nicht mehr genug Platz bietet. Dann kommt es zum sogenannten „Schwärmen“, bei dem eine neue Königin geboren wird und die alte Königin mit der Hälfte des Volkes ausschwärmt. „Das ist ein Naturschauspiel. Es ist unglaublich“, berichtete Horst Küster, der dieses Phänomen bereits viele Male bewundern durfte. Weit kommt der ausgeschwärmte Stamm jedoch nicht, weshalb er sich recht einfach wieder einfangen lässt. Auf diese Weise können die Völker vermehrt werden.

Wen das Interesse an den Bienen gepackt hat, der findet beim Bienenzuchtverein stets einen kompetenten Ansprechpartner. Den ersten Vorsitzenden Ernst Berns erreicht man unter der Rufnummer: 02802/704414 oder man informiert sich auf der Website des Vereines: www.berkabienen.de.

„Die Leute werden naturbewusster und begreifen, dass sie der Natur als Imker was Gutes tun können.“ Aus diesem Grund freuen sich Horst Küster und seine Imkerkollegen über jedes neue interessierte Mitglied im Verein. Küster selbst wird seine Leidenschaft auf jeden Fall so lange wie möglich weiter verfolgen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben