Klassik Open-Air-Tournee

„Die Große Verdi-Gala“: Oper im Xantener Südseestrand

Die Große Verdi-Gala, hier bei einem Auftritt in der Philharmonie im Kulturzentrum Gasteig in München (November 2015).

Die Große Verdi-Gala, hier bei einem Auftritt in der Philharmonie im Kulturzentrum Gasteig in München (November 2015).

Foto: Christian Rudnik

Xanten.  Besucher dürfen sich am 7. September freuen auf „Nabucco“, „Gloria all’Egitto“ aus „Aida“, „Don Carlo“ und „Sempre libera“ aus „La traviata“.

Das Naturbad Xantener Südsee wird sich am Samstag, 7. September, für einen Abend in eine Opernbühne verwandeln. Dafür werden etwa 20 Techniker morgens um 8 Uhr mit dem Aufbau beginnen, wie das Veranstaltungsbüro Paulis ankündigte. Bis zum Abend stampfen die Fachleute eine große, überdachte Bühne mitsamt Stuhlreihen für mindestens 1000 Besucher aus dem Boden. In der Nacht bauen sie alles wieder ab, weil es für die Techniker und Musiker weitergeht: Xanten ist einer von 29 Stationen der Sommer Klassik Open-Air-Tournee.

Verschiedene Opern von Giuseppe Verdi

Auf der Bühne im Naturbad werden die Festspieloper und die Tschechischen Symphoniker Prag an diesem Abend „Die Große Verdi-Gala“ präsentieren. Als Solisten treten auf: Anna Todorova (Sopran), Dana Stastna (Mezzosopran) Nikolai Wischnjakov (Tenor), Oldrich Kriz (Bariton) und Andrij Shkurhan (Bariton). Regie und Inszenierung verantwortet Oldrich Kriz. Die musikalische Leitung liegt bei Richard Hein.

Der Veranstalter verspricht „viele der beliebtesten und gefühlvollsten Melodien aus der Welt der Oper“. Die Besucher können sich auf den Gefangenenchor aus „Nabucco“ freuen, aber auch auf andere Titel des italienischen Komponisten, zum Beispiel „Gloria all’Egitto“ aus „Aida“, Dio che nell’alma infondere“ aus „Don Carlo“, „Sempre libera“ aus „La traviata“ oder „Questa o quella“ aus „Rigoletto“. Dabei sollen die Stücke so inszeniert werden, dass sie einen Bogen spannen. Die Figuren aus Verdis Opern würden zu zwei kurzen, eigenständigen Handlungen verwoben, erklärt Paulis.

Hauptstück ist Verdis „Nabucco“

Das Veranstaltungsbüro gastiert schon zum dritten Mal mit Opernmusikern in Xanten. 2014 inszenierte es Mozarts Zauberflöte auf dem Parkplatz hinter der Karthaus. 2018 erzählte es die Geschichte von Nabucco auf einer Bühne im Kurpark am Ostwall. Ursprünglich sollte der Verdi-Abend auch dort stattfinden. Aber „bei einem Streifzug durch Xanten haben wir das wunderschöne Strandbad entdeckt“, erklären Paulis-Inhaber Pavol Munk und Geschäftsleiterin Daniela Woosmann. Sie schwärmen von einer „idealen Kulisse für einen sommerlichen Opernabend unter freiem Himmel“. Kurzerhand wurde die Verdi-Gala an die Südsee verlegt. Karten, die schon verkauft wurden, behalten aber ihre Gültigkeit.

Kernstück des Abends ist Verdis „Nabucco“. Die Oper bringt mit einer Geschichte aus dem Alten Testament große Gefühle auf die Opernbühne: Liebe, Verrat, Eifersucht, Hass, Sehnsucht, Rachsucht, Machtstreben und Wahnsinn. Im Kern geht es um den Freiheitswillen eines unterdrückten Volkes: Die Einnahme Jerusalems durch den Babylonierkönig Nebukadnezar (Nabucco) setzt eine Kette sich überstürzender Ereignisse in Gang. „Nabucco“ wurde 1842 uraufgeführt. Bis zu seinem Tod im Jahr 1901 schrieb der italienische Komponist der Romantik insgesamt 28 Opern.

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