Klassik

Opern-Gala: Wenn Aida in Xanten auf Nabucco trifft

In Xanten ging die Verdi-Gala über die Bühne.

In Xanten ging die Verdi-Gala über die Bühne.

Foto: Ostermann, Olaf (oo)

Bei einem wunderbaren Opern-Abend an der Xantener Südsee wurden Szenen und Melodien aus bekannten Werken des Komponisten Verdi gespielt.

Xanten. Dunkle Wolken waren aufgezogen, es regnete, als der Gefangenenchor aus Verdis Oper Nabbucco auftrat und das berühmte „Va, pensiero, sull’ali dorate“ anstimmte. Während die etwa 30 Frauen und Männer auf der Bühne über die Sehnsucht der Hebräer nach ihrer Heimat sangen und „Flieg, Gedanke, auf goldenen Schwingen“ riefen, summten einige Zuschauer die Melodie mit. Auch nach mehr als 170 Jahren hat eines der bekanntesten Stücke des italienischen Komponisten nichts an Kraft verloren. Und so traten die Künstler gut eine Stunde später ein zweites Mal als Gefangenenchor auf und sangen, als es nicht mehr regnete, als Zugabe noch einmal „Va, pensiero, sull’ali dorate“. Das Publikum klatschte begeistert, einige Zuschauer standen auf, manche riefen „Bravo“.Am Samstag gastierten die Festspieloper Prag und die Tschechischen Symphoniker Prag mit einer Verdi-Gala im Naturbad Xantener Südsee.

Erwiderte Liebe

Auf einer Bühne am Strand spielten sie unter freiem Himmel die „Große Verdi Gala“ mit Melodien und Szenen aus vielen Opern des italienischen Komponisten. Die Karten hatten zwischen 49 und 74 Euro gekostet. Nach Angaben des Veranstaltungsbüros Paulis hatten sich etwa 650 Zuschauer ein Ticket gekauft. Manche waren eine Stunde lang gefahren, um die bekannten und beliebten Melodien aus Verdis Opern zu hören. Der Regen und die kühlen Temperaturen trübten etwas die Stimmung.

Das Publikum ertrug das Wetter jedoch, es schützte sich mit Jacken, Regencapes sowie Decken und genoss die Opern-Gala.Für den Abend waren Szenen aus Werken wie Aida, Il Trovatore, Don Carlo, Nabucco, Rigoletto und La Traviata zu zwei neuen Geschichten zusammengesetzt worden: Im ersten Teil wurde Feldherr Radames von seinem Bruder, König Amonasro, zum Tode verurteilt.

Ins Vergnügen stürzen

Aber ein Mann rettete ihn, und den drohenden Bruderkampf verhinderte dann Leonora. Mehr noch: Radames und Amonasro wollten nun gemeinsam in den Krieg gegen Nabucco ziehen. Dieser wiederum flehte den Gott der Juden um Hilfe an, um seine Tochter zu befreien, während die Hebräer für die Freiheit ihres unterjochten Volkes beteten. Im zweiten Teil verliebte sich Violetta zum Missfallen ihres Vaters Rigoletto in den Herzog von Mantua. Aber dieser erwiderte ihre Liebe zunächst nicht, sondern umwarb Preziosilla.

Violetta lenkte sich ab, indem sie sich in Vergnügungen stürzt. Ihr Vater wendete sich deshalb an den Herzog, der daraufhin dessen Tochter seine Liebe erklärte. Am Ende feierten alle.Die musikalische Leitung der Verdi-Gala lag in den Händen von Martin Doubravský, für Regie und Inszenierung war Oldrich Kriz verantwortlich. Mehrmals riefen Zuschauer während der Aufführung „Bravo“.

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