Propsteigemeinde

Pater Jeremias: Rücktritt aus Liebe - Verständnis in Xanten

Pater Jeremias M. Kehren sorgte mit seiner Entscheidung für Aufsehen.

Pater Jeremias M. Kehren sorgte mit seiner Entscheidung für Aufsehen.

Foto: Fischer, Armin (arfi) / Ja

Xanten-Marienbaum  Jeremias hatte beendet seinen Dienst, um eine Liebesziehung eingehen zu können. „Wir waren total begeistert von dem Mann“, lobt der Heimatverein.

Nach dem Weggang von Pater Jeremias Kehren aus Xanten ist die Frage, wer sein Nachfolger wird, offen. Es seien Gespräche über eine Neubesetzung geplant, dazu gebe es aktuell aber noch keinen Zeitplan, teilte das Bistum Münster auf Anfrage mit. Zunächst geht es für die Propsteigemeinde ohne einen Ersatz weiter. Mögliche Änderungen für die Messdienste werden noch besprochen, sagte Kaplan Christoph Potowski.

Jeremias Kehren hatte am Wochenende mitgeteilt, dass er seinen Dienst als Seelsorger in der katholischen Kirche beendet, um eine Liebesziehung eingehen zu können. Er habe einen „ganz besonderen Menschen“ kennengelernt und sich dazu entschlossen, „in einer Beziehung ein neues Leben zu beginnen“, teilte er in einem offenen Brief an die Gemeinde mit. Kehren war als Kaplan in Xanten und Marienbaum tätig gewesen.

Abschied nehmen

„Wir haben größten Respekt und Hochachtung vor seiner Entscheidung“, sagte Kaplan Potowski. Gleichzeitig sei der Weggang von Pater Jeremias „für uns alle ein großer und schmerzlicher Verlust“. Ähnlich äußerte sich Dietmar Kisters, Vorsitzender des Heimat- und Bürgervereins Marienbaum. Die Gemeinde sei von Kehrens Weggang überrascht worden, es habe keine Anzeichen dafür gegeben, sagte Kisters unserer Redaktion. „Natürlich haben wir Respekt vor seiner Entscheidung, wir haben auch Hochachtung dafür, wie offen er damit umgeht.“ Die Gemeinde werde Kehren vermissen. „Wir waren total begeistert von diesem Mann.“

Kehren sei ein engagierter Seelsorger gewesen und habe eine gute Jugendarbeit gemacht. Ähnlich äußerten sich viele Kommentatoren auf Facebook. Die Kirche müsse sich fragen lassen, ob das Zölibat noch zeitgemäß sei, sagte Kisters weiter. „Hier ist die Kirche gefordert.“ Zumal es einen Priestermangel gebe. Die Gemeinde sei aber guter Hoffnung, dass für Marienbaum ein Nachfolger gefunden werde.

Sie wolle sich auch noch von Jeremias Kehren verabschieden, wenn sich die Gelegenheit dazu ergebe. Dieser hatte die Pfarrei kurzfristig verlassen. (wer)

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