Denkmal

Plan zur Rettung der Alpener Motte liegt vor

Vor eineinhalb Jahren wurde am Denkmal-Hügel Motte akute Einsturzgefahr diagnostiziert. Jetzt gibt es konkrete Rettungsvorschläge für den geschichtsträchtigen Ort.

Vor eineinhalb Jahren wurde am Denkmal-Hügel Motte akute Einsturzgefahr diagnostiziert. Jetzt gibt es konkrete Rettungsvorschläge für den geschichtsträchtigen Ort.

Foto: foto: Armin Fischer

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Alpen. Seit Mai 2018 ist die Motte eingezäunt. Das Betreten des Denkmal-Hügels, auf dem im 14. Jahrhundert die Burg der „Herren von Alpen“ thronte, ist verboten. Es droht Lebensgefahr. Vor fast genau einem Jahr hat sich ein Förderverein zusammengeschlossen, um den Ort, der weit zurück in die Geschichte weist, für die Zukunft zu sichern. Nun zeigt sich Licht am Ende des Tunnels: Die Förderer sind zuversichtlich, das Bodendenkmal wieder zugänglich machen zu können. Dazu aber brauchen sie die Politik. Der Bauausschuss berät die Vorschläge am Dienstag, 3. Dezember, um 15 Uhr.

„Wir wollen den Stollen der Motte so sanieren, dass er wieder begehbar und erlebbar wird“, nannte Christian Lommen, Vorsitzender des Fördervereins, das ehrgeizige Ziel. Das zu erreichen, sei keineswegs Fantasterei, aber der Weg dahin durchaus beschwerlich. Zunächst mal setze er auf ein positives Signal im Ausschuss. Und das ist durchaus mit Geld verbunden. Klar.

Der Rat müsse den Ansatz für die Sanierung, der bereits in diesem Haushalt steht, ins nächste Jahr fortschreiben. Nur dann habe der geplante Antrag auf Landesförderung Aussicht auf Erfolg, erläuterte Tim Aldenhoff. Der Mitarbeiter des Düsseldorfer Finanzministeriums, der sich bei der Mitgliederversammlung Anfang Dezember als Vize-Vorsitzender bewirbt, kennt sich beruflich bestens mit öffentlichen Zuschüssen aus. Die beiden haben eine Power-Point-Präsentation erarbeitet, mit der sie der Politik ihr Konzept zur Rettung der Motte, das sie mit der Bodendenkmal-Behörde in Bonn abgestimmt haben, erläutern wollen. Es gebe drei Optionen, so Lommen. „Aber nur die Sanierung des Stollens ergibt Sinn“, bilanziert Aldenhoff.

Die Verfüllung mit Spezialmörtel werde nicht gefördert, und es sei auch nicht sicher, ob damit alle Hohlräume ausgefüllt würden. So lauere am Ende weiter latente Einsturzgefahr. Auch das Denkmal sich selbst zu überlassen, sei eine Option. „Dann bleibt der Bauzaun aber auf Ewigkeit stehen, und der Hügel fällt irgendwann in sich zusammen“, so die Förderer. Die Motte zu planieren und das Grundstück oben zu überplanen, sei rechtlich „nicht zulässig und daher ausgeschlossen“, sagt Aldenhoff. Der historische Ort, an dem so viele Herzen hängen, bleibe dann „ein Schandfleck“.

Deshalb sei die Sanierung des Stollens, den am Ende des Zweiten Weltkrieges Bergleute gegraben hatten, damit Mütter und Kinder Schutz vor den Bomben der Alliierten finden konnten, ohne Alternative. Mal gehandelte Kosten seien deutlich zu hoch gegriffen. Der Verein habe Kontakt zu Ruheständlern aus dem Salzbergbau aufgenommen, die ihr Knowhow von unter Tage ehrenamtlich einbringen wollen.

Wie’s genau im Hügel ausschaue, sei auch nach der Inspektion der Archäologen von Minerva X weitgehend im Dunkeln. „Wir haben zwar mit Zeitzeugen gesprochen. Aber als sie im Bunker Schutz gesucht haben, waren sie Kinder“, berichtet Lommen. Und was da an Resten der Burg, die Mitte des 18. Jahrhunderts bei einem Erdbeben schwer erschüttert worden war, zum Vorschein komme, wisse man auch nicht. Ein spannendes Projekt also. Und für Alpen ohne Zweifel ein echter Gewinn. „Die Schüler der Sekundarschule nebenan müssten nur ein paar Schritte gehen, um Geschichte hautnah nacherleben zu können.“ Digitale Technik könne bewegende Zeitreisen möglich machen.

Die Zeit dränge, betont Timo Aldenhoff. „Die Motte kann jederzeit in sich zusammenfallen.“ Die Sanierung sei das Fundament, auf dem viele gute Ideen gedeihen könnten. Davon hat der Förderverein mit inzwischen 135 Mitgliedern eine ganze Menge.

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