Städtebau

Politik übt späte Kritik an der FZX-Halle in Xanten-Wardt

Im Neubaugebiet Südsee werden die ersten Häuser gebaut, im Hintergrund steht die Lagerhalle des FZX. Foto: Armin Fischer

Im Neubaugebiet Südsee werden die ersten Häuser gebaut, im Hintergrund steht die Lagerhalle des FZX. Foto: Armin Fischer

Foto: Fischer, Armin ( arfi ) / Fischer, Armin (arfi )

Wardt. Gewaltig, makaber, ein Monstrum: Die neue Lagerhalle des Freizeitzentrums Xanten (FZX) auf dem Gelände des früheren Nibelungenbads hat jetzt die Politik aufgeschreckt. Unmittelbar an der Grenze zum Neubaugebiet an der Südsee ragt sie empor. Aber alle Kritik hilft nichts. Zugestimmt ist zugestimmt, genehmigt ist genehmigt, gebaut ist gebaut. Zurück bleibt Katerstimmung bei Politikern. So wie bei Tanko Scholten (parteilos): „Meine Zustimmung tut mir leid“, sagte er jetzt im Bezirksausschuss.

Ordnungsgemäß genehmigt

Die BBX hatte das Thema spontan durch mehrere Fragen auf die Tagesordnung heben lassen. „Es ist gewaltig, was da gebaut wurde“, erklärte ihr Vertreter Matthias Voll zu Beginn der Debatte. Seine Fragen: Liegt eine ordnungsgemäße Baugenehmigung vor? Antwort von Bürgermeister Thomas Görtz: Ja, selbstverständlich. Gab es Rückabwicklungen von Grundstückskäufen im daneben liegenden Neubaugebiet wegen der erheblichen Sichtbeeinträchtigung? Görtz: „Mir sind keine Fälle bekannt.“ Kann die Höhe des Gebäudes nachträglich reduziert werden? Antwort: Wer solle dies, wenn überhaupt möglich, bezahlen?

Die Halle, so der Bürgermeister, sei nach den Festsetzungen des Bebauungsplans errichtet worden. „Wir haben nur gemacht, was der Rat beschlossen hat.“

In den Plänen hätte jeder die erforderlichen Informationen nachlesen können. Was im Bezirksausschuss Kopfschütteln und Eigenkritik hervorrief. Klaus-Martin Meier (FDP) zum Beispiel sagte: „Das Ausmaß der Halle hat mich überrascht.“ Das habe er sich so nicht vorgestellt. Auch Johannes Wienemann (SPD) sparte nicht mit Kritik. „Das Vorgehen der Verwaltung war nicht schön.“

Am meisten von allen haderte Tanko Scholten mit sich. „Monstrum ist für diese Halle das richtige Wort. Ich muss für mich eingestehen, dass ich das Ausmaß nicht begriffen habe. Ich habe mich täuschen lassen. Es tut mir leid.“ Es sei makaber, wenn die Eigentümer von Häusern mit der Adresse Südsee auf diese Halle sehen müssten. Er hoffe, dass die vom Bürgermeister in Aussicht gestellte Begrünung eines kleinen Erdwalls zwischen Lagerhalle und Neubaugebiet vernünftig werde.

Im vergangenen November, als erstmals Kritik laut geworden war, hatte der Leiter des FZX, Wilfried Meyer, gegenüber der Redaktion die Notwendigkeit des Hallenbaus betont. Das Freizeitzentrum bewahre darin Boote, Liegen und weitere Utensilien für Veranstaltungen und das Strandbad auf. Im Moment wirke die Halle sehr groß. Aber wenn das Feuerwehrgerätehaus neben der Halle stehe und weitere Häuser errichtet worden seien, werde sie nicht mehr so massiv erscheinen, sagte er. Zusätzlich werde sie ein Schallschutz für das Baugebiet sein, weil sie zwischen Strandbad und Wohnhäusern stehe. Im März 2018, als der Rat die Aufstellung des Bebauungsplan Nr. 179 W diskutierte, hatte die Verwaltung zur Lagerhalle geschrieben, dass diese wie auch das neue Feuerwehrgerätehaus „eine optimale Anbindung und eine Minimierung des Konfliktpotenzials mit der angrenzenden Wohnbebauung“ verspreche.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben