Närrisch in Ossenberg

Prinzenproklamation: Sandra I. regiert jetzt Ossenberg

Prinzenproklamation bei der KAG Ossenberg: Auf der Bühne hinter dem Elferrat ist KAG-Präsident Ludger Opgenorth, der die Narren begrüßt.

Prinzenproklamation bei der KAG Ossenberg: Auf der Bühne hinter dem Elferrat ist KAG-Präsident Ludger Opgenorth, der die Narren begrüßt.

Foto: Peter Bußmann

Rheinberg-Ossenberg.   Das Dorf hinter der Solvay wird auch weiter von Frauen regiert. Prinzessin Sandra I. (Witte) bekam als Erste den großen Jubiläumsorden.

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Die berühmte „fünfte Jahreszeit“, die närrische, begann im kleinen Rheinberger Dorf hinter der Solvay mit der alten Windmühle, dem herzöglichen Schloss samt Kapelle, offiziell am Samstagnachmittag. Der närrische Bazillus schien Ossenberg bereits fest im Griff zu haben, warf man einen Blick in den evangelischen Gemeindesaal und das Sportzentrum des SV Ossenberg am Kapellenfeldweg. Die Narrenkappe über dem schwarzen Anzug der Herren, den verschämt erste Orden zierten und die kurzen wippenden Röckchen der Tanzgarden, die einen in Weiß-Rot, die anderen in Blau-Weiß, herrschten vor.

Der Ossenberger Karneval startete mit Vollgas, mit Helau, närrischen Schlagern und Tschingderassabumm. Für die beiden Prinzessinnen der abgelaufenen Session galt es Abschied zu nehmen. Das letzte Mal zogen sie Hände schwingend und Kusshändchen werfend begleitet von einer Tanzgarde in den Saal.

Dort wartete bereits der Elferrat des närrischen „Karneval Ausschuss Gemütlichkeit“ mit Präsident Ludger Opgenorth und Sitzungspräsident Dr. Michael Nagel. Damit auch jeder weiß, wer sie sind, zogen die zuvor mit Gesang vor die Bühne. „Wir sind die KAG von Ossenberg“, schallte es aus vielen Kehlen.

Mit ein wenig Wehmut schied „die große Prinzessin“, die der Erwachsenen, Bärbel I. (Terwiel), die noch mal allen dankte, dass ihre närrische Regierungszeit und die Session so erfolgreich war. Den Prinzessinnenorden zog ihr der KAG-Präsident über den Kopf. Die „kleine Prinzessin“, Kinderprinzessin Jolina I. (Brensing) überreichte danach den riesigen Schlüssel, das Zeichen der Regierungsgewalt, ließ sich das Diadem aus dem Haar nehmen. Terwiel bekam noch ein Fotoalbum mit den Höhepunkten der Session überreicht.

Schon hieß es Abmarsch und Einzug der Neuen. Frauenpower bleibt auch weiterhin der Hit in Ossenberg. Die neue Kinderprinzessin Chantal I. (Kempken), die Akrobatische, zog mit der Tanzgarde La Luna und der JKAG ein, erhielt ihre Insignien von Jugendwartin Anja Holbeck-Quasnik. Ihre Rede war nur kurz, sie freue sich, nun das erreicht zu haben, wovon sie geträumt habe. Die Schülerin der Xantener Marienschule tanzte schon in der Kindergartenzeit mit La Luna, bewies da ihr Talent zur Akrobatik. Auch die „große Prinzessin“ hat Narretei im Blut. Sandra I. (Witte), die Meisternde, weil sie seit 2012 Pumpenmeisterin in der Schlossstraße-Süd ist, fing dort bereits 1963 in der Bütt an, ist seit närrischen elf Jahren Mitglied der KAG. Sandras Ehemann Walter war Prinz der Session 2011/12. Seit 2010 ist sie auch Sitzungspräsidentin des Damenteams.

KAG-Vorsitzender Opgenorth überreichte der Vollblutnärrin das Zeichen ihrer Macht, den Orden der Prinzessin. Gleich zwei närrische Jubiläen feiert die neue närrische Regentin, die bereits im Sommer gewählt wurde. Nicht nur närrische elf Jahre ist sie in der KAG, sondern auch Jubiläumsregentin. Denn die KAG in Ossenberg ist in diesen Wochen 111 Jahre alt, ein herausragendes Jubiläum in so einem beschaulichen Dorf. Stolz erhielt sie als Erste den großen Jubiläumsorden, der unter anderem ein Abbild des Dorfes zeigt. Damit bekam sie auch reichlich Arbeit an diesem Abend, denn dieser, ihr Orden, der zugleich der Jubiläumsorden ist, wurde gleich in mehreren Dutzenden verliehen. Damit entging die KAG auch der gähnenden Langeweile der ersten Sitzung eines Nachbarvereins.

Lachmuskelattacke

Karneval gefeiert wurde Samstag schon heftig, waren auch Abordnungen benachbarter Vereine samt Prinzen von Millingen und Borth bis Orsoy erschienen., teils auch mit Tanzgarden. Die legten richtig los, auch die Solomariechen zeigten ihr Können. Die „Attacke“, Karnevalistin Karin Raimondi aus Twisteden, strapazierte die Lachnerven. Alles in Allem wurde es ein langer zünftiger Abend.

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