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Projekt: Azubis leiten bei Aldi in Rheinberg die Filiale

Der Azubi Hendrik Erdmann kontrolliert die Verkaufswaren. Er gehört zu den 19 Auszubildenden, die ihre Führungsfähigkeiten ausbauen sollen.

Der Azubi Hendrik Erdmann kontrolliert die Verkaufswaren. Er gehört zu den 19 Auszubildenden, die ihre Führungsfähigkeiten ausbauen sollen.

Foto: Armin Fischer

Rheinberg.  In einem vierwöchigen Projekt tragen die Azubis im Rheinberger Aldi-Markt die Verantwortung für Warenbestellung, Organisation und Einsatzplanung.

„Diese Filiale wird von Auszubildenden geleitet. Für mich, für uns, für morgen“, verkündet ein Plakat am Eingang des Rheinberger Aldi-Marktes, und viele Kunden stellen sich die Frage: Geht das überhaupt? „Ja“, sagt Jan Schumacher, Leiter Verkauf und klärt auf: „Hier sind insgesamt 19 Auszubildende des dritten Lehrjahres im Einsatz. Sie leiten die Filiale absolut selbstständig von der Warenbestellung über die Organisation bis zur Personal-Einsatzplanung.“

Vier bis fünf sind in der Regel in einer Schicht im Einsatz. Einer davon ist Filialleiter/in. Eine Aufgabe, die reihum wechselt. Wichtig ist, dass jeder Azubi in dem vierwöchigen Projekt mindestens an drei Tagen die Hauptverantwortung innehat. Im Vorfeld ist der Nachwuchs zwar bestmöglich auf die Situation vorbereitet worden, die nötige Erfahrung allerdings fehlt noch. „Das betrifft zum Beispiel die Warenbestellung. Der Umsatz ist nicht an jedem Tag gleich. Freitage, Samstage und unsere Aktionstage sind besonders intensiv“, erklärt Schumacher.

Azubis müssen im Rheinberger Aldi selbst Entscheidungen treffen

Marc Buchkremer kennt das bereits. Der Weseler hat während seines BWL-Studiums in einer Aldi-Filiale gejobbt und macht nun eine Ausbildung zum Handelsfachwirt, mit dem Ziel, später einmal eine Filiale zu leiten. „Die Verantwortung, die man hier übertragen bekommt, finde ich sehr gut. Jeder darf sich mal als Filialleiter probieren, das alleine ist schon spannend.“ Darauf freut sich auch schon Nico Hammermann, der eine Ausbildung zum Einzelhändler absolviert: „Das ist eine erstaunliche Erfahrung, ich bin schon etwas nervös. Aber das gehört wohl dazu.“

Kunden müssen übrigens nicht befürchten, dass in den kommenden Wochen das eine oder andere Produkt nicht vorrätig sein wird, versichert Jan Schumacher: „Die Aktionsartikel werden fest zugeteilt und für alle anderen Waren gibt es Bestellprognosen. Die Auszubildenden müssen entscheiden, ob die ausreichen oder nicht.“

Dass gewisse Abläufe nicht reibungslos funktionieren und auch mal was schiefgeht, ist einkalkuliert und dient dem Erfahrungsgewinn. Wichtig ist, dass niemand allein gelassen wird. „Wir sind alle sehr angespannt, treten aber als geschlossenes Team auf. Mit positivem Feedback bauen wir uns gegenseitig auf. Den gehobenen Zeigefinger gibt es bei uns nicht“, erklärt Erdmann.

Einige Kunden sind anfangs irritiert

Wohl aber schon mal Erklärungsbedarf bei den Kunden. Erdmann: „Viele wollen wissen, warum eine Filiale von Auszubildenden geführt wird. Sie können sich das nicht vorstellen, aber die meisten finden das gut.“ Dass Erdmann wie seine Mitstreiter auch bis in die Haarspitzen motiviert ist, macht sein Credo deutlich: „Jede Arbeit, die wir hier abliefern, schafft ein Bild beim Kunden und das soll möglichst gut sein.“

Während des Projekts bekommt die Filiale immer wieder Besuch von Schulen. Kirstin Träger vom Berufskolleg Dinslaken, eine Kooperationsschule von Aldi, kann die Ausbildung nur empfehlen: „Sie ist qualitativ sehr gut, die Auszubildenden lernen selbstständiges Arbeiten und dürfen früh Verantwortung übernehmen.“

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