Soziales

Projekt in Sonsbeck: Einen Weg aus der Sucht finden

Mit diesem Logo wirbt das Projekt  

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Foto: oh / ffs

Die Charity-Aktion „Bewegen hilft“ unterstützt in diesem Jahr erstmals den Kreuzbund Sonsbeck – eine Selbsthilfegruppe für Alkoholabhängige

Sonsbeck. Was vor sieben Jahren aus einer spontanen Idee des Volksbank-Chefs Guido Lohmann entstanden ist, hat sich mit der Zeit zu einer der größten privaten Charity-Aktion am linken Niederrhein entwickelt. „Bewegen hilft“ steht auch 2019 wieder in den Startlöchern. Das Ziel: Menschen Spaß und Freude am Sport und der eigenen Bewegung vermitteln und dies zugleich mit sozialem Engagement für die Region verbinden. Der diesjährige Hauptaktionszeitraum wird vom 24. August bis zum 13. September sein. „Seit 2013 konnten wir mit knapp 400.000 Euro an Spendengeldern die Arbeit von mehr als 70 sozialen und karitativen Einrichtungen unterstützen“, sagt Guido Lohmann. Mit dem Spendenerlös von „Bewegen hilft 2019“ werden dieses Mal insgesamt 23 Vereine und Einrichtungen am Niederrhein unterstützt.

Einer davon ist der Kreuzbund Sonsbeck – eine Selbsthilfegruppe für alkohol- und medikamentenabhängige Menschen und Angehörige. Theo Willems gründete sie 2003. Einmal pro Woche trifft sich die Gruppe. 22 Mitglieder, von den 17 regelmäßig teilnehmen, zählt der Kreuzbund Sonsbeck heute.

Gefühle zeigen

„Die meisten leiden an einer Alkoholsucht oder sind trockene Alkoholiker“, erklärt Gruppenleiterin Gabriele Offermanns. Aber auch Drogen-, Internet- oder Spieleabhängige gehören zu den Teilnehmern. „Wir machen jedes Mal einen Stuhlkreis, sprechen über die vergangenen Tage und widmen uns dann einem Thema: Gefühle oder Ängsten zum Beispiel.“

Aber nicht nur reden, sondern auch Freizeitaktivitäten, wie gemeinsames Grillen oder Ausflüge stehen auf dem Programm der Gruppe – und da kommt Bewegen hilft ins Spiel. „Diese Freizeitaktivitäten sind wichtig, weil sie zeigen, dass das Leben auch ohne Alkohol lebenswert ist“, so die Gruppenleiterin. Aber: viele Betroffene sind finanziell schwach aufgestellt, sie können bereits den Mitgliederbeitrag nicht zahlen und sind freigestellt.

Zahlen gestiegen

„Bei uns darf jeder in die Gruppe, dann übernehmen wir die Kosten.“ Geld für zusätzliche Ausflüge stellen dann eine besonders große Herausforderung dar. Die Betroffenen sollen zu diesen auch ihre Partner oder Kinder mitbringen. Der Kreuzbund möchte Familien so wieder zusammenführen. Es ist das erste Mal, dass die Vereinigung von Bewegen hilft finanziell unterstützt wird.

„Das ist eine tolle Sache für uns“, sagt Offermanns. Die Arbeit des Kreuzbundes sei heute wichtiger denn je, meint die Gruppenleiterin, denn die Suchterkrankungen haben zugenommen. Besonders die Zahl der Internet- und Spielsüchtigen steige. „Wir können fast allen helfen, denn sie haben den gleichen Lebensweg: Sie verlieren Geld, Arbeit und Freunde. Sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen ist eine gute Entscheidung. Es ist statistisch bewiesen, dass die Mitgliedschaft in einer Gruppe das Risiko, rückfällig zu werden, mindert.“

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