Soziales

Quartiersbüro Innenstadt West: Anlaufpunkt für das Viertel

Anke Sczesny (rechts) leitet das Quartiersbüro Innenstadt West, Jana Lenders ist dort Mitarbeiterin.

Foto: arfi

Anke Sczesny (rechts) leitet das Quartiersbüro Innenstadt West, Jana Lenders ist dort Mitarbeiterin. Foto: arfi

Rheinberg.   Das neue Quartiersbüro Innenstadt West in der Buchenstraße in Rheinberg kümmert sich um die Menschen in der Reichel- und der Annabergsiedlung.

Jeder Geschäftsinhaber träumt davon: Man macht lediglich die Tür seines Ladenlokals auf und schon kommen die Leute und wollen wissen, was denn jetzt hier los sei. Im westlichen Rheinberg ist dieser Traum Wirklichkeit geworden – allerdings nicht für einen Ladenbesitzer, sondern für das neue Quartiersbüro Innenstadt West.

„Schon in den vergangenen Tagen kamen ganz viele Menschen hier hinein“, freute sich Anke Sczesny, Leiterin des Quartiersbüros, gestern bei der Eröffnungsfeier in dem ehemaligen Ladenlokal an der Buchenstraße 6. Der Eröffnung voraus gingen umfangreiche Vorarbeiten, so Sczesny: „Wir haben fast neun Monate mit den Menschen hier gesprochen, wo das Büro seinen Standort haben soll.“ Der Lieblingsstandort, das Ecklolal an der Buchen-/Annastraße, war belegt. Aber dann gab es einen Leerstand ein paar Meter weiter. „Ein Investor, der uns sehr zugetan ist, machte es möglich, dass wir es nutzen können.“

Das Quartiersbüro kümmert sich um den Bereich der Reichelsiedlung und das Viertel zwischen Anna-, Wiesen-, Königsberger Straße und der Bahnlinie. Ziel ist es, den Stadtteil weiterzuentwickeln, die Lebenssituation der Bewohner zu verbessern, sie dauerhaft zu aktivieren sowie zu beteiligen und die vorhandenen Ressourcen nicht nur zu erkennen, sondern auch auf die bestmögliche Art zu nutzen. „Lebensfreude“ nannte Sczesny als Stichwort.

„Müll war gestern schon ein Thema, Mütter wünschen sich eine andere Form von Treffen als bisher, Mittel akquirieren ist auch eine wichtige Aufgabe“, erzählte Sczesny ein wenig von den bereits gemachten Erfahrungen. Dass das Ladenlokal bisher noch kahl an den Wänden und relativ schmucklos daherkommt, ist gewollt. „Der Raum soll von den Bürgern angenommen und gestaltet werden. Wir geben nichts vor.“

Denn Beteiligung ist das, worauf es Sczesny und Quartiersbüromitarbeiterin Jana Lenders ankommt. Das beschränkt sich nicht auf das Öffnen der Tür in der Hoffnung, dass jemand kommt (obwohl auch das geklappt hat), sondern die Büromitarbeiterinnen wollen auch schon mal mit einer Bierbank durch das Viertel ziehen, sie irgendwo aufstellen und die Bewohner befragen – oder sie gehen gezielt auf Menschen zu, laden sie dazu ein, ihre Orte in der Gegend zu zeigen.

Auch so etwas ist Aktivierung. Und ganz in diesem Sinne kamen die geladenen Gäste nicht so einfach davon: Sie sollten Ideen für das Viertel aufschreiben, die dann in ein Frühbeet eingepflanzt wurden – zur späteren Ernte.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik