Kommunalpolitik

Rainer Groß möchte Bürgermeister in Xanten werden

Rainer Groß tritt als parteiloser Bürgermeisterkandidat bei der Kommunalwahl 2020 in Xanten an.

Rainer Groß tritt als parteiloser Bürgermeisterkandidat bei der Kommunalwahl 2020 in Xanten an.

Foto: Jasmin Ohneszeit

Xanten.  Der derzeit stellvertretende Bürgermeister in Xanten legt seine politischen Ämter in der CDU nieder, um als parteiloser Kandidat anzutreten.

Die Reihe der Bürgermeisterkandidaten in Xanten wird länger. Nachdem sich der amtierende Bürgermeister Thomas Görtz und sein Herausforderer Daniel Ingendahl ein erstes Rededuell lieferten, steigt nun ein dritter Kandidat ins Rennen ein. Rainer Groß, derzeit stellvertretender CDU-Bürgermeister der Stadt, gab gestern offiziell bekannt, ebenfalls für das Amt zu kandidieren – allerdings als parteiunabhängiger und freier Kandidat: „Ich habe am Donnerstag mein Amt als stellvertretender Bürgermeister und mein Ratsmandat niedergelegt und bin aus der CDU ausgetreten.“

Groß möchte den Bürgern eine Alternative zu den von den Parteien aufgestellten Kandidaten bieten. Als Parteiunabhängiger wäre Groß im Falle einer Wahl als Bürgermeister bei Entscheidungen an keine Partei oder Gruppierung gebunden und kann mit allen im Rat der Stadt Xanten vertretenen Personen zusammenarbeiten. Den Entschluss zu kandidieren, fasste der 58-Jährige im Januar, nachdem Thomas Görtz verkündete, erneut anzutreten. Allerdings stand für Groß auch schnell fest, nicht als dritter CDU-Kandidat zur Wahl zu stehen. Also trat er aus der Partei aus. Nicht im Streit, betonte Groß. Er ist – wie Thomas Görtz – gelernter Diplomverwaltungswirt. In seinem Beruf als Polizeibeamter hat er verschiedene Führungsaufgaben wahrgenommen. Seit zwei Jahren leitet er die Polizeiwache Voerde. Politisch ist der gebürtige Xantener seit 1996 in der CDU aktiv gewesen. Seit zehn Jahren gehörte er dem Xantener Rat an. Er war Vorsitzender des Bezirksausschusses Xanten, ist Sprecher des Arbeitskreises Xanten Palästina und ehrenamtlich im Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Xanten, in der DLRG-Ortsgruppe und im Xantener Carnevals Verein aktiv. Groß‘ Wahlkampfmotto: „Großes Herz für Xanten“.

Vier Themenschwerpunkte

Vier Themenschwerpunkte hat er sich gesetzt. Erstens: Den Wohnungsmarkt für junge Familien und Singles vergrößern. „Die Erfahrungen mit dem letzten Baugebiet in Wardt haben gezeigt, dass für junge Menschen die Erwerbsmöglichkeiten erschwert sind. Entweder sind die Grundstücke zu teuer oder der sogenannte Punktekatalog für eine Vergabe verschafft ihnen zu wenig Punkte, um ein Grundstück zu erwerben.“ Groß fordert daher nicht nur Wohnungen für ältere Bürger zu schaffen, sondern auch gezielt welchen für junge Familien. Zweitens: Die finanzielle Situation der Stadt. Mit dieser ist Groß aktuell nicht zufrieden. „Investitionen sind sinnvoll und auch notwendig, aber es muss gezielter abgewogen werden, ob der Zeitpunkt richtig gewählt ist.“

Es müsse eine Finanzplanung angestrebt werden, bei der man die Gesamtsituation des Haushaltes nicht aus den Augen verliere. Drittens: Interessen junger Menschen stärker berücksichtigen. „Jugendliche vermissen Angebote für ihre Altersgruppe“, sagte Groß. Vor allem im Winter fehle dieses. „Auch ich werde keine Disco und Kino nach Xanten holen aber ich möchte gezielt mit den Jugendlichen über ihre Bedürfnisse reden.“ Viertens: Die Dörfer stärken. Die Chancen, die Wahl zu gewinnen, schätzt er 50:50 ein. „Thomas Görtz hat den Bonus als Amtsinhaber. Daniel Ingendahl kann ich nicht einschätzen.“ Sollte es mit der Wahl nicht klappen, wird Groß nicht zurück in die Xantener Politik gehen. „Das wäre kein fairer Schachzug. Ich setze alles auf eine Karte.“

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