Energie

Rat entscheidet über Solarpark in Xanten

In Neukirchen-Vluyn hat die Enni bereits einen Solarpark errichtet. Die geplante Anlage in Xanten soll jährlich etwa vier Millionen Kilowattstunden Strom CO2-frei erzeugen.

In Neukirchen-Vluyn hat die Enni bereits einen Solarpark errichtet. Die geplante Anlage in Xanten soll jährlich etwa vier Millionen Kilowattstunden Strom CO2-frei erzeugen.

Foto: crei

Xanten.  Die Verabschiedung eines vorgezogenen Bebauungsplans ist erforderlich, damit das Enni-Projekt auf dem Gelände am Urselmannsweg realisierbar wird.

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Bis zur ersten Kilowattstunde Strom, produziert im künftigen Solarpark Xanten, ist es noch ein weiter Weg. Aber das Projekt der Enni auf dem Gelände des früher dort geplanten Bioenergiezentrums am Urselmannsweg soll in den Sitzungen von Umweltausschuss und Rat Ende Juni/Anfang Juli die nächste Hürde nehmen. Durch eine Änderung des Flächennutzungsplans und die Verabschiedung eines vorgezogenen Bebauungsplans kann das Vorhaben zwei wichtige Schritte nach vorne machen. Andere Genehmigungsbehörden kommen anschließend zu Wort, die Bundesnetzagentur muss ebenfalls eingeschaltet werden, ehe die Solaranlage errichtet werden kann. Zum voraussichtlichen Baubeginn wollte sich eine Unternehmenssprecherin nicht äußern.

Seit 2018 laufen die Gespräche zwischen der Enni und der Bioenergie Xanten GmbH als Grundstückseigentümerin. Die Verhandlungen sind inzwischen sehr weit gediehen. Die Enni hat das elf Hektar große Gelände erworben unter dem Vorbehalt, dass sich ihre angedachte Nutzung auch realisieren lässt. Das Unternehmen will aber nur einen Teil des Geländes für die Stromgewinnung aus Photovoltaik nutzen. „Flächen in einer Größenordnung von circa 7,3 Hektar werden maßgeblich als offene Wiesenflächen für Belange des Artenschutzes positiv entwickelt“, unterrichtet die Stadtverwaltung die Xantener Lokalpolitik.

Jahresbedarf für 1100 Haushalte

Die Anlage selbst soll jährlich etwa vier Millionen Kilowattstunden Strom CO2-frei erzeugen. „Das entspricht einem Jahresbedarf von circa 1100 Haushalten.“ Durch einfache Netzanbindungen wird der Strom in die lokalen Netze eingespeist.

Die Verabschiedung eines vorgezogenen Bebauungsplans durch den Rat ist zwingende Voraussetzung dafür, dass sich die Enni bei der Bundesnetzagentur an einer Ausschreibung für Photovoltaik-Freiflächen beteiligen kann. Auch Genehmigungsbehörden wie der Kreis Wesel und die Bezirksregierung müssen zustimmen. Sollte die Agentur den Antrag befürworten, erhält das Unternehmen eine finanzielle Vergütung für den eingespeisten Strom aus regenerativer Energie. Allerdings muss der Bau der Anlage innerhalb von 24 Monaten nach dem Zuschlag erfolgen. „Das Kürzeste in dem Verfahren ist die Bauzeit“, erläutert Unternehmenssprecherin Katja Nießen. „Es ist noch viel Vorarbeit zu leisten.“

Denn theoretisch können Berechnungen nach einem Zuschlag ergeben, dass sich die Anlage wirtschaftlich nicht trägt. Theoretisch. „Aber anderswo hat es auch geklappt“, verweist Nießen auf die anderen beiden Solarparks in Neukirchen-Vluyn und Moers, die die Enni schon errichtet hat oder gerade baut. Sollte allerdings in Xanten nicht innerhalb der geforderten zwei Jahre gebaut werden, verfällt das Anrecht auf die Vergütung, und gegebenenfalls müsste die Enni sogar mit Zahlungsforderungen rechnen. Das Grundstück war früher ein Militärgelände der Nato, auf dem die belgische Luftwaffe Flugabwehrraketen stationiert hatte. Später wollten Landwirte dort ein Bioenergiezentrum errichten mit Biogasanlagen und Fischaufzucht. Doch es gab massive Proteste aus der Bevölkerung dagegen.

Der Plan wurde verworfen, nachdem das Bundesverwaltungsgericht 2014 das Projekt endgültig gekippt hatte.

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