Gebietsentwicklung

Regionalverband drückt aufs Tempo bei Areal in Sonsbeck

04.11.2018, XA Xanten , Sonsbeck , Luftbild Aerial Vogelperspektive Luftaufnahme , Der RVR will in Sonsbeck ein 43 Hektar gro§es Gewerbegebiet ausweisen, das bislang als Acker genutzt wird. Rechts senkrecht die Alpener Stra§e , oben Sonsbeck

04.11.2018, XA Xanten , Sonsbeck , Luftbild Aerial Vogelperspektive Luftaufnahme , Der RVR will in Sonsbeck ein 43 Hektar gro§es Gewerbegebiet ausweisen, das bislang als Acker genutzt wird. Rechts senkrecht die Alpener Stra§e , oben Sonsbeck

Foto: Christoph Reichwein (crei)

Sonsbeck. Die Aufregung war groß, die Diskussion hitzig. Mehrere Wochen debattierten Ende vergangenen Jahres die politischen Ausschüsse, Gemeindeverwaltung und Bürger über die Pläne des Regionalverbands Ruhr (RVR), auf rund 46 Hektar Fläche Industriebetrieben die Ansiedlung im Sonsbecker Südwesten zu ermöglichen. Eine Bürgerinitiative gründete sich, um das zu verhindern, die Politik stritt sich über Für und Wider. Im Januar stand eine Entscheidung: Man akzeptiert die Ausweisung eines sogenannten Kooperationsstandorts, forderte den RVR aber gleichzeitig auf, die Fläche auf 24 Hektar zu verkleinern und wird das Gelände vorerst nicht baulich entwickeln. Unter dem Begriff Kooperationsstandort versteht der Regionalverband Gewerbeflächen von mindestens acht Hektar Größe, die häufig an Stadt- oder Gemeindegrenzen liegen.

Hinter dem Vorhaben, die Fläche vorerst nicht baulich zu entwickeln , steht nun wieder ein Fragezeichen. Denn der RVR hat bekannt gegeben, die Kooperationsstandorte durch ein vorgezogenes Regionalplan-Änderungsverfahren schon frühzeitig festzurren zu wollen. „Wir peilen das erste Quartal 2021 an“, sagt RVR-Sprecher Jens Hapke.

Offizielle Begründung: Man wolle den künftigen Standort-Kommunen planerische Sicherheit verschaffen. „Diese Argumentation kann ich nachvollziehen, sie trifft für Sonsbeck aber nicht zu“, sagt Bürgermeister Heiko Schmidt.

Der zeigt sich gleichzeitig deutlich verärgert über das Vorgehen des RVR: „Es ist nicht in Ordnung, dass wir als Verwaltung immer erst aus der Presse von den Vorhaben des RVR erfahren. Daher werden wir nun darauf drängen, uns auch persönlich noch einmal mit der RVR-Verwaltung zusammen zu setzen.“

„Stellungnahmen berücksichtigt“

Man wolle zudem mit Nachdruck klar machen, dass die in den von der Gemeindeverwaltung eingereichten Stellungnahmen formulierten kommunalen Bedürfnisse berücksichtigt werden. Derweil beteuert RVR-Sprecher Hapke: „Die bisherigen Stellungnahmen und Einreichungen von Anwohnern und Kommunen werden auch im vorgezogenen Verfahren berücksichtigt.“

Ob diese allerdings auch zu Änderungen an den Plänen führen würden, konnte er nicht sagen. „Das ist Abwägungssache innerhalb des Verfahrens.“ Das weiß auch Bürgermeister Schmidt. Natürlich habe man zunächst keine Entscheidungshoheit, „das obliegt der Verbandsversammlung des Regionalverbands“. Doch im späteren Verlauf des Prozesses hinge die tatsächliche Umsetzung des Kooperationsstandortes dann ja immer noch davon ab, ob man die Fläche auch baulich entwickeln werde oder nicht.

Die Sonsbecker Bürgerinitiative „Rettet die grüne Perle“ hat derweil angekündigt, zunächst einmal das Gespräch mit der Verwaltung suchen zu wollen, um die neuen Entwicklungen bewerten zu können

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