Soziales

Rheinberg: Annas Kleiderstübchen braucht dringend Helfer

Marlies Werner, Leiterin der Kleiderkammer in Rheinberg, ist auf der Suche nach ehrenamtlichen Helfern, damit der Betrieb wieder aufgenommen werden kann.

Marlies Werner, Leiterin der Kleiderkammer in Rheinberg, ist auf der Suche nach ehrenamtlichen Helfern, damit der Betrieb wieder aufgenommen werden kann.

Foto: Jasmin Ohneszeit

Rheinberg.  Rheinberger Kleiderkammer öffnet nach einem halben Jahr Zwangspause nur eingeschränkt wieder. Es fehlen Ehrenamtliche, die den Verkauf betreuen.

Marlies Werner tauscht die Sommermode derzeit gegen die bald benötigte Winterkollektion aus. Hemden, Pullover und dicke Jacken – all das hängt die Leiterin von „Annas Kleiderstübchen“, der Rheinberger Kleiderkammer, gut sortiert auf Kleiderstangen und Bügeln auf. Während des Corona-Lockdowns und den Sommerferien hat sich in der Kleiderkammer im St.-Anna-Pfarrheim an der Römerstraße einiges getan: Statt in Schränken und Regalen zusammengelegt, hängt die Kleidung nun übersichtlich und griffbereit. „Das macht das Aufräumen am Ende auch einfacher und schneller, weil nicht jedes Stück wieder zusammengelegt werden muss“, so Werner.

„Annas Kleiderstübchen“ kann die Rheinbergerin trotzdem nicht wie gewohnt öffnen – es fehlt einfach an ehrenamtlichen Helfern. „Viele unserer älteren Damen, die jede Woche mit angepackt haben, gehören zur Corona-Risikogruppe und werden uns in Zukunft nicht mehr unterstützen können“, erklärt Marlies Werner. Ihr Team schrumpft damit von 15 auf acht Helferinnen. Das ist zu wenig, um den Betrieb der Kleiderkammer wie bisher montags und donnerstags aufrechtzuerhalten. Seit Beginn der Corona-Pandemie im März ist die Ausgabe geschlossen.

Gerne würde Werner wieder loslegen, denn die Nachfrage der Bedürftigen sei nach wie vor groß. Also sucht die Koordinatorin nach Personal. Sechs Helfer werden mindestens benötigt. „Gerne auch ein, zwei starke Männer“ betont Werner. Denn die Kleiderspenden werden meist in schweren Säcken oder Kartons abgegeben, die dann bis zum Lager getragen werden müssen.

Das sind die Aufgaben

Zu den weiteren Aufgaben der Helfer gehört es, die Kleiderständer aufzufüllen, die Kunden durch die einzelnen Verkaufsgänge zu führen und zu erklären, wo welche Kleidung zu finden ist. Eine Stunde Vorbereitung gehört vor der Öffnung in der Regel ebenfalls dazu. „Man muss nicht jede Woche dabei sein. Wenn ich genügend Leute habe, kann ich gut durchwechseln“, sagt Werner.

30 bis 40 Besucher kommen durchschnittlich pro Öffnungstag zur Kleiderkammer. Gleichzeitig dürfen sie aufgrund der Corona-Schutzauflagen nicht ins Pfarrheim. Es braucht also schon jemanden, der die Kunden am Eingang koordiniert. Jeder darf die Kleiderkammer besuchen und gegen einen geringen Kilopreis Kleidung kaufen.

Die Donnerstag-Öffnung entfällt vorerst

Einen Nachweis, wie man ihn für die Tafel braucht, benötigt man für die Kleiderkammer nicht. Nun kam Marlies Werner mit dem noch bestehenden Team zu einer Krisensitzung zusammen, um zu besprechen, wie es weitergehen soll und vor allem kann. Fazit: Die Kleiderkammer öffnet bis zum Ende des Jahres nur noch montags von 14.30 bis 17 Uhr. Die Ausgabe am Donnerstag entfällt damit vorerst. „Mehr ist nicht drin. Sollte ich wieder auf mehr Helfer zurückgreifen können, dann sind die alten Öffnungszeiten denkbar“, erklärt die Leiterin.

Am Montag, 26. Oktober, geht es wieder los, dann können Kleiderspenden abgegeben oder nach ihnen gestöbert werden. Coronabedingt dürfen maximal acht Kunden für jeweils eine halbe Stunde gleichzeitig ins Pfarrheim. Wer Lust hat, die Kleiderkammer in Rheinberg zu unterstützen, der kann sich bei Marlies Werner unter 02843/860200 melden.

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