Bergbau

Rheinberg: auch in Zukunft Probleme mit dem Bergbau?

Auf Litfasssäulen wie hier an der Bahnhofstraße in Rheinberg weist die Schutzgemeinschaft Bergbaubetroffener auf Probleme mit dem Bergbau hin.  

Auf Litfasssäulen wie hier an der Bahnhofstraße in Rheinberg weist die Schutzgemeinschaft Bergbaubetroffener auf Probleme mit dem Bergbau hin.  

Foto: Wolfgang Krause

Rheinberg.   Die Schutzgemeinschaft Bergbaubetroffener rät Hausbesitzern angesichts einer möglichen Verjährung dazu, schnell nach Bergschäden zu suchen.

Das Kapitel Steinkohlenbergbau ist in der Geschichte Deutschlands endgültig abgeschlossen. Und dennoch wird die Schutzgemeinschaft Bergbaubetroffener (SGB) Rheinberg aktiv. An der Bahnhofstraße und in der Stadtmitte sind an Litfasssäulen Plakate geklebt mit den großformatigen Worten „Bergbau geht“ und „Probleme bleiben“. Denn, so die SGB: Mit der Zechenschließung ist keinesfalls alles vorbei.

Ulrich Behrens ist Sprecher der SGB vor Ort. „Der Bergbau geht nicht so ohne Weiteres. Es bleiben nicht nur die sozialromantischen Erinnerungen, sondern auch Umweltschäden wie zum Beispiel Bergsenkungen und damit verbunden Probleme wie Beschädigungen an und in Häusern sowie die Tatsache, dass Immobilien dadurch im Grundwasser stehen!“

In Rheinberg gebe es zwei Abbaugebiete – zum einen den Annaberg, zum anderen ein Gelände von Alpsray aus in Richtung Alpen, wodurch auch Teile der Nachbargemeinde vom Bergbau betroffen seien. „Ursprünglich sollten es fünf Abbaugebiete werden – das konnte die SGB zum Glück verhindern. Ich finde, das könnte durchaus auch einmal gewürdigt werden“, so Behrens. „Aber wird sind immer Störenfriede, Sand im Getriebe.“

Früher sei Rheinberg hochwasserfreies Gebiet gewesen. Mittlerweile seien Teile der Stadt hochwassergefährdet. „Der Annaberg könnte betroffen sein.“ Nach seiner Ansicht sei der Bergbau nur „bis zum Ende der 50er Jahre kostendeckend gewesen. Seit diesem Zeitpunkt gab es Subventionen“. Genau dieses Problem sieht er auch für die Zukunft. „Die RAG-Stiftung ist für die Ewigkeitslasten zuständig, also zum Beispiel das Abpumpen von steigendem Grubenwasser. Durch dieses Ansteigen hebt sich aber wieder die Erdoberfläche – der umgekehrte Effekt also wie bei Bergsenkungen durch den Kohlenabbau. Und das könnte zu erneuten Bergschäden führen.“

Behrens hat Sorge, ob die Stiftung ihrer Aufgabe nachkommen kann. „Jetzt in der Niedrigzinsphase gibt es Probleme. Wenn die RAG-Stiftung kein Geld mehr hat, dann zahlen das Land Nordrhein-Westfalen und zum Teil auch der Bund dafür – also wieder wir alle.“

Während die Stiftung für das Grubenwasser zuständig sei, kümmere sich die RAG, die Ruhrkohle Aktiengesellschaft, um das Abwickeln von Bergschäden, erläutert Behrens. Auch hier sieht er Problem. „Es wird zunehmend schwieriger, solche Bergschäden anerkannt zu bekommen. Da gibt es eine Verjährungsfrist von drei Jahren nach dem Erkennen von Schäden. Und spätestens fünf Jahre nach dem Ende des Abbaus beginnt die Verjährungsfrist.“ Deswegen rät er Hausbesitzern dazu, ihre Immobilie kritisch unter die Lupe zu nehmen und Bergschäden dann zu melden. „Das geht unter der Telefonnummer 0800/2727271, eine kostenlose Hotline.“

Informationen bekomme man auch beim SGB-Stammtisch. Er findet an jedem ersten Dienstag im Monat statt, also wieder am 8. Januar, um 19.30 Uhr in der Gaststätte Schopsbröck an der Römerstraße. Behrens steht für Gespräche unter 02843/990053 zur Verfügung.

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