Corona-Krise

Rheinberg bis Xanten: Gutschein-Kauf soll Gastronomen helfen

Tristesse herrscht in der Gastronomie statt wohliger Gastlichkeit.

Tristesse herrscht in der Gastronomie statt wohliger Gastlichkeit.

Foto: Michael Kappeler / dpa

Der Gründungspräsident des Kiwanis-Clubs Xanten-Niederrhein macht diesen Vorschlag. Derweil sorgt sich die Gewerkschaft um Köche, Kellnerinnen.

Xanten/Rheinberg/Alpen. Die Pizzerien in Xanten hat es ebenso erwischt wie die Restaurants in Alpen und die Kneipen in Rheinberg. Die Gastronomie ist dicht – wegen Corona. Das stellt die Betreiber und die Mitarbeiter vor teils große Probleme. „Weil diese Betriebe geschlossen bleiben müssen, sind den Gastronomien der die Einnahme weitestgehend vollständig weggebrochen. Ein Drama, denn die Kosten für Pacht und Personal laufen mehr oder weniger weiter“, betont Axel Götze-Rohen. Jetzt präsentiert er eine Hilfsidee. Der Gründungspräsident des Kiwanis-Clubs Xanten-Niederrhein macht einen einfach umzusetzenden Vorschlag, wie die Xantener Gastronomen - und die andernorts natürlich auch - unterstützt werden können: In den nächsten Tagen Gutscheine bei den Gastronomen kaufen.

Das geht telefonisch, per E-Mail oder direkt über die Website der Betriebe. „Die Gutscheine würden als Überbrückungskredite wirken, weil sie Liquidität bringen.“

Vielfältige Angebote

Ist die Krise überwunden, können die Gutscheine dann eingelöst werden. „Diese ,Gutschein-Kredite‘ sind eine Investition in die Zukunft. Ohne das vielfältige gastronomische Angebot wäre Xanten deutlich ärmer“, ist Axel Götze-Rohen überzeugt.

Er weist aber auch darauf hin, dass der Kauf von Gutscheinen ein Risiko birgt. Geht ein Betrieb doch in Insolvenz, dürfte der Gutschein dann wertlos sein. „Der Nutzen dürfte das aber aufwiegen“, findet Götze-Rohen, der seinen Appell auch als Video aufgenommen hat (https://youtu.be/SSCjuOHXtFA).

Leere Hotels, geschlossene Restaurants: Das Coronavirus trifft im Kreis Wesel die 660 Betriebe im Gastgewerbe besonders hart und damit auch die rund 7.600 Arbeitnehmer der Branche. Darauf weist die Gewerkschaft Nahrung-Genuss -Gaststätten (NGG) hin – und fordert einen eigenen Corona-Schutzschirm.

Es geht an die Existenz

„Die meisten Kellnerinnen, Köche und Hotelfachangestellten müssen jetzt zuhause bleiben. Zwar können die Angestellten Kurzarbeitergeld bekommen. Das liegt aber nur bei 60 Prozent (Eltern: 67 Prozent) des ohnehin oft geringen Einkommens. Für viele Betroffene geht das an die Existenz“, sagt Hans-Jürgen Hufer von der NGG-Region Nordrhein.

Die Gewerkschaft ruft deshalb den Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) dazu auf, per Tarifvertrag eine deutliche Aufstockung des Kurzarbeitergelds für die Branche auf den Weg zu bringen. Bislang habe der Dehoga dies jedoch abgelehnt, kritisiert Hufer. „Es kann nicht sein, dass Gastwirte und Hotelbesitzer nach Milliardenhilfen vom Staat rufen, aber auf der anderen Seite ihre Beschäftigten im Regen stehen lassen.“

Im Rekordtempo verabschiedet

Ziel müsse sein, die Einbußen für Arbeitnehmer so gering wie möglich zu halten und Arbeitsplätze in der Krise zu sichern. Wie das gehen könne, hätten die Unternehmen in der Systemgastronomie (McDonald’s, Burger King, Nordsee) gezeigt.

Zusammen mit der NGG hat sich die Branche in der vergangenen Woche auf eine Aufstockung des Kurzarbeitergeldes auf 90 Prozent des Nettolohns geeinigt. Das neue Kurzarbeitergeld wurde in der vergangenen Woche im Rekordtempo von Bundestag und Bundesrat verabschiedet.

Danach übernimmt die Bundesagentur für Arbeit rückwirkend ab März die Sozialversicherungsbeiträge für Betriebe, in denen mindestens zehn Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sind.

Außerdem sagte die Bundesregierung betroffenen Firmen großzügige Kredite zu. „Gastronomen und Hoteliers sollten einen Teil der Hilfen für die Aufstockung des Kurzarbeitergeldes einsetzen. Damit können auch Fachkräfte gehalten werden – die man nach dem Ende der Corona-Pandemie wieder braucht“, so Hufer.

Was Beschäftigte jetzt wissen müssen – von der Kinderbetreuung bis zur Lohnfortzahlung – hat die NGG im Netz zusammengefasst.

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