Kultur

Rheinberg: Christoph von Weitzel gastiert mit Schuberts Werk

Die Bühnenkulisse ist reduziert. Christoph von Weitzels Interpretation von Franz Schuberts „Winterreise“ verbindet Gesang mit den passenden Bildern.

Die Bühnenkulisse ist reduziert. Christoph von Weitzels Interpretation von Franz Schuberts „Winterreise“ verbindet Gesang mit den passenden Bildern.

Rheinberg.   Der Opernsänger bringt am 19. November Franz Schuberts Liederzyklus „Winterreise“ auf die Stadthallenbühne. Eine Inszenierung der besonderen Art.

Die „Winterreise“ ist eines der letzten Werke, das Franz Schubert 1827, ein Jahr vor seinem Tod komponierte. Jetzt, 190 Jahre später, werden Schubertslieder auch in Rheinberg auf der Bühne zu hören sein.

Die Musikalische Gesellschaft Rheinberg präsentiert am 19. November um 19 Uhr den inszenierten Liederabend mit Opernsänger Christoph von Weitzel und Pianist Ulrich Pakusch in der Stadthalle. Was von Weitzel an der „Winterreise“ gefällt und was für ihn das sogenannte Kunstlied ausmacht, verriet er im Gespräch mit der NRZ.

Warum haben Sie sich entschieden, Schuberts „Winterreise“ einzustudieren?

Christoph von Weitzel: Das Werk ist durchgängig in wörtlicher Rede und in der Ich-Form gehalten, das macht es für mich als Solokünstler interessant, da ich genau in die Originalrolle des Werkes schlüpfen kann.

Angekündigt wird der Abend als inszenierter Liederabend. Was erwartet den Besucher?

Eine Bühne mit reduzierter Ausstattung, einen Sängerdarsteller und einen Pianisten am Flügel. Schuberts 24 Lieder werden in 24 Bildern dargestellt.

Das heißt die einzelnen Lieder werden zu Szenen, die helfen sollen, den Inhalt noch besser zu verstehen, wobei die Worte szenisch nicht gedoppelt werden. Wir setzen Kontrapunkte und finden Bilder, die die Aussagen des Gesanges noch klarer und greifbarer machen.

Das klingt schon sehr anspruchsvoll. Welches Publikum wollen Sie damit ansprechen?

Jeden. Für diejenigen, die das Stück kennen, möchte ich eine andere Sichtweise auf das Werk eröffnen und für alle, die solch einem Liederabend skeptisch gegenüber sind, denen möchte ich das Genre einmal näher bringen.

Schuberts Werk basiert auf dem sogenannten Kunstlied. Was ist für Sie das besondere an dieser Liedform?

Das Kunstlied ist die kleinste und kompakteste musikalische Form und wiederum die größte, wie ich finde. Da werden Geschichten des Lebens erzählt, Gefühle und Stimmungen beschrieben. Diese Dinge betreffen uns alle. Im Kunstlied findet sich jeder wieder.

Auf die Winterreise bezogen, werden sich ruhige und temperamentvolle Lieder abwechseln, wobei die ruhigeren Charaktere vorherrschen.

Sie kommen aus dem mittelfränkischen Raum. Waren Sie schon einmal in Rheinberg?

Ja, das müsste 2013 auch in der Stadthalle gewesen sein. Da gastierte ich ebenfalls mit solch einem szenischen Format und ich erinnere mich, dass das Publikum neuen Formaten sehr offen gegenüberstand. Beste Voraussetzungen für den kommenden Liederabend.

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