Rheinberg: Der verkaufsoffene Sonntag im Oktober fällt aus

Die Alltagsmenschen-Ausstellung in Rheinberg zieht viele Besucher an.

Die Alltagsmenschen-Ausstellung in Rheinberg zieht viele Besucher an.

Foto: Fischer, Armin

Rheinberg.  Kein verkaufsoffener Sonntag in Rheinberg. Führungen zu den Alltagsmenschen seien kein ausreichender Anlass gewesen.

Das Kastanienfest– es sollte am Sonntag, 11. Oktober, in der Rheinberger Innenstadt stattfinden – ist coronabedingt abgesagt. Und damit auch der zeitgleich geplante verkaufsoffene Sonntag. Nun hat die Werbegemeinschaft Rheinberg vor rund einer Woche für den 11. Oktober einen Antrag an die Stadt auf Genehmigung eines verkaufsoffenen Sonntags gestellt. Doch den wird die Verwaltung nicht genehmigen.

Wie Bürgermeister Frank Tatzel auf Nachfrage der Redaktion sagte, sehe die Stadt keine Chance für eine Durchführung: „Ein verkaufsoffener Sonntag wäre nicht haltbar gewesen, weil die Gewerkschaft Verdi dagegen geklagt hätte.“

Verdi verweist darauf, dass es eine höchstrichterliche Rechtsprechung gebe, die besagt, dass es keine anlasslosen verkaufsoffenen Sonntage geben dürfe. Allgemein zu sagen, Corona schädige die Geschäfte der Händler, deshalb müsse es einen verkaufsoffenen Sonntag geben, reiche für eine Genehmigung nicht.

Antrag zurückgezogen

Die Stadt hatte für Donnerstag zu einem Abstimmungsgespräch eingeladen. Hätten die Kirchen und die Gewerkschaft Verdi zugestimmt, hätte auch die Stadt ihre Zustimmung erteilt. Laut Tatzel hatte Verdi keinen Vertreter geschickt, habe der Stadt aber eine Ablehnung in einer schriftlichen Stellungnahme zukommen lassen.

Die Katholische Kirchengemeinde sei nicht gegen einen verkaufsoffenen Sonntag gewesen, während die Evangelische Gemeinde ihre Befürwortung an eine Zustimmung von Verdi koppelte. Somit habe sie abgelehnt. Inzwischen, so Tatzel, habe die Werbegemeinschaft ihren Antrag zurückgezogen. Es wird also keinen verkaufsoffenen Sonntag am 11. Oktober geben.

Händlern und Gastronomen Mut machen

Das Stadtmarketing Rheinberg bedauert das, distanziert sich von der Verdi-Meinung und möchte gern an einem verkaufsoffenen Sonntag Führungen zu den Alltagsmenschen anbieten. „Mit Genugtuung haben wir die Entscheidungen in Duisburg und Moers zur Kenntnis genommen, dass die dortigen Räte sich zu verkaufsoffenen Sonntagen bekennen“ erläutert Norbert Nienhaus vom Stadtmarketing. „Unsere Kunstausstellung soll auch dazu dienen, den von der Corona-Krise getroffenen Gastronomen und Gewerbetreibenden in der Stadt durch Besuche von heimischen und auswärtigen Gästen unter die Arme zu greifen.“

Ein verkaufsoffener Sonntag rette nicht die Rheinberger Innenstadt, aber es gehe auch darum, den Händlern und Gastronomen Mut zu machen und zumindest einen Teil der fehlenden Umsätze nachzuholen. Letztlich hingen vom dauerhaften Überleben der Unternehmen auch die Arbeitsplätze der Beschäftigten ab. Eine Alpener Firma für Bausanierung setzt auf GeflüchteteIn Rheinberg können man nicht von einem „anlasslosen Sonntag“ reden, so Nienhaus. Die Alltagsmenschen-Ausstellung in der City locke Tausende von Besuchern an.

Auch in Xanten kein verkaufsoffener Sonntag

In Xanten war für den 20. September ein verkaufsoffener Sonntag geplant gewesen. Aber die Modenschau, die stattfinden sollte, fällt wegen Corona aus. Daher bleiben die Geschäfte geschlossen.

Grund ist wie in Rheinberg die Rechtslage: Ohne Anlass kein verkaufsoffener Sonntag.

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