Sportpolitik

Rheinberg: Hin und Her um Sportplatzzuschuss an SV Millingen

Diese aufgegebenen Tennisplätze will der SV Millingen zu Kunstrasenplätzen ausbauen. Eine Unterstützung der Stadt dabei wurde aber wieder zurückgezogen, obwohl sie schon angekündigt war. Clemens Brune ärgert das sehr.

Diese aufgegebenen Tennisplätze will der SV Millingen zu Kunstrasenplätzen ausbauen. Eine Unterstützung der Stadt dabei wurde aber wieder zurückgezogen, obwohl sie schon angekündigt war. Clemens Brune ärgert das sehr.

Foto: Wolfgang Krause

Rheinberg.   Der SV Millingen hatte die Förderung zwei neue Kunstrasenplätze schon – fast. Ein Stadtsportverbandsbeschluss sorgte aber für einen Rückzieher.

Am Tag danach wirkte Clemens Brune beherrscht – genau wie am Mittwoch in der Sitzung des Sportausschusses. Doch auch gestern brodelte es noch im Sozialwart des SV Millingen, der sich für den Verein um das Projekt Kleinspielfeld kümmert. „Wir haben unsere drei Tennisplätze aufgegeben. Die zuletzt zwölf Aktiven waren alle schon über 50 Jahre alt, wir haben pro Jahr 4000 bis 5000 Euro in die Plätze investiert.“

Das wollte man den 600 Mitgliedern nicht mehr zumuten. Stattdessen sollten zwei der Plätze umfunktioniert werden zu Kunstrasenkleinspielfeldern, auf denen die Fußballsenioren im Winter trainieren könne, ohne den Rasenplatz zu beschädigen, die Junioren bis zu einem gewissen Alter ganzjährig auch ihre Meisterschaftsspiele austragen können. Die Idee, Mitgliedern des Sportausschusses im Februar vor Ort präsentiert, sorgte für einhellige Zustimmung.

Brune: „Uns wurde eine Unterstützung zugesagt. Klaus Tullius von der SPD sprach sogar von einer seltenen Einigkeit in der Unterstützung.“ Bekräftigt wurde diese Haltung in der Sportausschusssitzung wenige Tage später. „Auch Ulrich Hecker, der 1. Vorsitzende des Stadtsportverbands, versprach eine Unterstützung unseres Antrags.“

Umbau wird nicht mehr in diesem Jahr beginnen

Das gilt nicht mehr. Am Montag bei der SSV-Vorstandssitzung beschloss man, den Millinger Antrag nicht mehr zu befürworten. Erst solle ein Gesamtkonzept für alle Sportanlagen erstellt werden, das auch auflistet, welche Anlagen wie ausgebaut werden sollen.

Jetzt kann der SV Millingen nicht mehr in diesem Jahr mit dem Umbau beginnen. Hecker verteidigte gegenüber der NRZ den SSV-Beschluss. „Ein Teilprojekt für Millingen passt derzeit nicht in die Planungen – man könnte sich ja ganz anders entscheiden.“

Kein Verständnis für die Entscheidung

Immerhin versuchte die Politik, die Sache halbwegs geradezubiegen. CDU-Fraktionschef Erich Weisser verständigte sich noch Mittwochabend mit der SPD darauf, im Etat 2019 Geld bereitzustellen „als Anschubfinanzierung für das Sportanlagenkonzept des SSV. Der Sportausschuss kann 2019 kurzfristig entscheiden, wie er das Geld einsetzt – zum Beispiel für den SV Millingen“.

Dennoch: Brune kann die Entscheidung von Politik und SSV nicht nachvollziehen. „Was ist wichtiger, Prinzipienreiterei oder das Vertrauen in Zusagen? Ich hätte erwartet, dass uns gesagt wird: Wir werden in Zukunft sorgfältiger arbeiten und so etwas nicht mehr machen, aber wir halten uns an die Zusagen!“

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