Umwelt

Rheinberg: Klagen über immer mehr Lärm am Annaberg

Auf dem Gelände des Dienstleistungsbetriebs an der Bahnhofstraße werden auch Container bewegt. Der Lärm stört Klaus Hüting.

Foto: arfi

Auf dem Gelände des Dienstleistungsbetriebs an der Bahnhofstraße werden auch Container bewegt. Der Lärm stört Klaus Hüting. Foto: arfi

Klaus Hüting wohnt an der Schützenstraße. Er beklagt Raser auf der Bahnhofstraße und Belästigungen durch den Dienstleistungsbetrieb Rheinberg.

Rheinberg. Das Leben, auch die Lebensqualität am Rheinberger Annaberg habe sich verändert – dieser Eindruck war in den vergangenen Wochen immer wieder Thema. Auch Klaus Hüting stimmt in den Kanon mit ein. Er wohnt mit seiner Frau an der Schützenstraße, sein Garten grenzt an die viel befahrene Bahnhofstraße. Auch Hüting nimmt mehr Verkehrslärm wahr, beklagt die größer werdende Zahl der durch die Bahnhofstraße fahrenden Lkw. Vorrangig abends und oftmals mit hoher Geschwindigkeit unterwegs – vermutlich, weil die Beschilderung an der Umgehung auf die Bahnhofstraße als Zufahrt zum Industriegebiet Süd hinweist, vermutet Hüting. Sein Vorschlag: ein Durchfahrtverbot für Lkw auf der Bahnhofstraße. „Die Lastwagen können die neue Amazonstraße Minkeldonk benutzen, die parallel der Umgehung läuft. Es ist Unsinn, dass man Straßen baut, die nicht benutzt werden oder entsprechend beschildert sind“, sagt er. Die Schützenstraße werde zusätzlich „stark von undiszipliniert fahrenden“ Baulastern befahren, aber auch von „geschwindigkeitssüchtigen“ Autofahrern, die offenbar das Verkehrsaufkommen der Römerstraße meiden wollen.

Hinzu komme, dass die Fahrer falsch navigiert werden oder gezielt nach Abkürzungen suchen. In den Sommermonaten kommen dann auch noch die Motorradfahrer hinzu. Klaus Hüting: „Ich denke dann an Emissionen, an Lärm, aber vor allem an die Kinder, die hier spielen – schließlich gilt auf der Schützenstraße Tempo 30. Aber daran hält sich kaum jemand.“

Unzufrieden ist Hüting auch mit der Regulierung der Bergbauschäden. Dass Kanäle und Straßen kaputt sind und repariert werden müssen, sei das eine. Dass die Straßen aber wieder genau so ausgebaut werden wie das vorher der Fall war und nicht mehr Bürgersteigabsenkungen berücksichtigt werden, um behinderten Menschen Erleichterung zu schaffen, missfalle ihm. Der Rheinberger gesteht, dass er sich als Annaberger von der Stadt etwas vernachlässigt vorkommt. „Was mir fehlt, ist eine kontinuierliche, solide und durchdachte Planung und eine entsprechende frühzeitige Information der Bürger. Eine Planung, basierend auf einer soliden Kalkulation. Man müsse nur mal nach Kamp-Lintfort schauen – „die Stadt hat sich in den vergangenen Jahren unheimlich gemacht“. Der 67-Jährige, ehemals Maschinenbautechniker bei Solvay, wohnt seit 42 Jahren und grundsätzlich gerne in Rheinberg. Was ihm nicht gefällt sei, dass man als Bürger nicht richtig ernst genommen werde. „Wenn man was sagt, reagiert niemand.“ Er habe beispielsweise vor zwei Jahren ein Beschwerdeformular an die Verwaltung geschickt und bis heute keine Antwort bekommen.

Hüting: „Ich habe damals geschildert, dass uns der Lärm vom Dienstleistungsbetrieb stört. Es gibt Tage, da ist es passabel, aber an anderen Tagen ist es unerträglich laut. Und es muss doch möglich sein, konstruktiv nach Lösungen für ein solches Problem zu suchen.“ Mit dem Leiter des DLB, Holger Beck, habe er schon einige Gespräche geführt, ebenso mit Vertretern des Ordnungsamtes. Dabei sei es meist um den Lärm bei Verladevorgängen gegangen. Steine, Metall, Container werden umgeladen. Hüting: „Mir ist klar, dass das gemacht werden muss. Aber das muss nicht mit einer Geräuschkulisse ablaufen, die zeitweise extrem ist. Ich wünsche mir einfach eine Lösung, denn Lärm macht krank. Wir fühlen uns mittlerweile bei telefonischen Beschwerden nicht mehr ernst genommen. Ich möchte nicht als Querulant dastehen. Mein Ziel ist es, Verständnis füreinander zu entwickeln.“

Holger Beck vom Dienstleistungsbetrieb weiß um die Problematik. „Es hat schon mehrere Gespräche mit Herrn Hüting gegeben, ich kann ihn im Grundsatz auch verstehen“, sagt er. „Wir versuchen allerdings, den Anwohnern entgegenzukommen.“ Es sei nicht so, dass beim DLB den ganzen Tag Container transportiert werden. Und weil der Bauhof kein produzierender Betrieb sei, könne man manche Arbeiten auch zeitlich etwas in den Tag hinein verschieben. Beck: „Wir sprechen mit den Fahrern, sie wissen, dass sie insbesondere leere Container leise und vorsichtig absetzen sollen. Aber immer gelingt das nicht. Manchmal lässt sich Lautstärke nicht verhindern.“ Noch etwas gefällt Klaus Hüting nicht: die Ortseingangstraßen. Sie sind der erste Eindruck, den man von einer Stadt bekommt. Klaus Hüting: „Wenn ich die hiesige Situation betrachte, schüttelt es mich immer wieder. Hier sollte man sich dringend Gedanken machen. Man muss sich nur mal die Kreisverkehre und die Straßenränder anschauen.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik