Katastrophe

Nach Blitzeinschlag: Haus in Rheinberg bleibt eine Ruine

Die Feuerwehr hatte bei der Brandbekämpfung im Juli 2017 eine Menge zu tun.  

Die Feuerwehr hatte bei der Brandbekämpfung im Juli 2017 eine Menge zu tun.  

Foto: Peter Bußmann

Rheinberg.   Die Stadt hat mittlerweile ein Unternehmen beauftragt, das nun zumindest die zweite Doppelhaushälfte vor größeren Schäden schützen soll.

Der Alptraum eines jeden Eigenheimbesitzers ist es wohl, wenn das Haus in Flammen aufgeht – so geschehen im Juli 2017, als der Blitz in eine Doppelhaushälfte an der Groten Gert einschlug und der Dachstuhl kurz darauf komplett in Flammen stand. Ein halbes Jahr später ist das Brandhaus zu einer Ruine verkommen. Die Stadt hat mittlerweile ein Unternehmen beauftragt, das nun zumindest die zweite Doppelhaushälfte vor größeren Schäden schützen soll. Nicht nur die Nachbarn, die das Drama damals hautnah mitbekommen haben, wundern sich sehr.

„An dem Tag hat es ordentlich gewittert und dann gab es auf einmal diesen enormen Knall“, erinnert sich Peter Bußmann, der nur drei Häuser entfernt wohnt. „Viele Nachbarn sind raus gerannt und wir haben dann auch direkt die Flammen gesehen.“ Nach kurzer Zeit, so Bußmann, stand das komplette Dach in Flammen. Und dann begann die Geschichte, völlig kurios zu werden. Denn noch während die Feuerwehr gegen die Flammen kämpften, fuhr der Eigentümer des Hauses laut Zeugen einfach mit dem Fahrrad davon und wurde seitdem auch von den Nachbarn nicht mehr gesehen.

"Wir sind für die öffentliche Sicherheit zuständig"

„Ein paar Tage später wurde der ausgebrannte Dachstuhl zwar mit einer Plane gegen Wind und Wetter geschützt“, sagt Nachbar Bußmann. „Aber dann passierte nicht mehr viel und mittlerweile ist das Haus, das selbst nach dem Dachstuhlbrand noch einiges an Geld wert gewesen wäre, eine Ruine.“

Das bestätigt auch Holger Ritz vom Rheinberger Bauordnungsamt. „Momentan ist ein von uns beauftragter Dachdeckerbetrieb dabei, das Dach abzutragen und wenigstens die andere Doppelhaushälfte gegen Nässe und Feuchtigkeit so zu sichern, dass keine Schäden entstehen“, sagt Ritz. „Denn wir sind für die öffentliche Sicherheit und Ordnung zuständig und müssen dann eingreifen, wenn der Besitzer nicht handelt.“

Es geht nur noch um Schadensbegrenzung

Mit dem Besitzer des Brandhauses habe es schon kurz nach dem Feuer ein Gespräch über das weitere Vorgehen gegeben. Ihm wurde klargemacht, dass er sich kümmern müsse, so Ritz. Denn Eigentum verpflichtet. „Nach dem Gespräch kam es dann zwar zu ersten, provisorischen Sicherungsmaßnahmen durch den Hauseigentümer“, weiß Ritz. „Aber schon nach kurzer Zeit mussten wir eingreifen, weil der Eigentümer nicht mehr erreichbar war und die Nässe- und Feuchtigkeitsschäden im Haus immer größer wurden.“

Mittlerweile dürfte die Doppelhaushälfte wirtschaftlich wohl tatsächlich mehr oder weniger eine Ruine sein. Es geht nur noch um Schadensbegrenzung beziehungsweise um den Schutz der Doppelhaushälfte der Nachbarn. „Die Rechnungen gehen an den Eigentümer, auch wenn wir zunächst in Vorkasse gehen“, sagt Ritz. „Wir versuchen natürlich, uns das Geld vom Hausbesitzer wiederzuholen.“ Werde nicht gezahlt, gehe es ins Mahnverfahren.

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