Karneval

Rheinberg-Ossenberg: Wo sich närrische Prominenz trifft

Das närrische Dreigestirn mit Adjutant aus Stürzelberg.

Das närrische Dreigestirn mit Adjutant aus Stürzelberg.

Foto: Peter Bussmann

Rheinberg-Ossenberg.   Zu Gast beim 18. Prinzentreffen im Schloss Ossenberg und im Festzelt war auch ein weibliches Dreigestirn aus Stürzelberg.

„Wenn et Trömmelche jeht“ – dann feiern die Ossenberger Karneval. Und das beim Prinzentreffen traditionell ganz groß, mit viel „Helau“ und schicken Tanzgarden. Das Wochenende im Zelt an der Kirchstraße stand unter einem närrischen Stern. Und dann ist da noch das Schloss, sonst im Dornröschenschlaf versunken. An diesem Wochenende war das anders, da waren Schloss und alte Remise wieder die passende Kulisse für rheinische und westfälische Prinzen wie Prinzessinnen, für rheinisch derbe Bauern und Jungfrauen.

Ossenberger Karnevalisten waren einst die ersten, die ein Prinzentreffen organisierten. Dazu bot sich das Schloss an. So begann vor Jahren im Ahnensaal, dem zauberhaften Rokokosaal, das Treffen niederrheinischer Karnevalsprinzen, heute längst andernorts kopiert. Doch die Ossenberger Narren bleiben Kernzelle der tollen Idee. So wie es auch die Ossenberger waren, die die Prinzenwallfahrt in Kevelaer aus der Taufe hoben. Acht Jahre lang waren Saal und Schloss Ort des Prinzentreffens. Dann wurde die Zahl der Tollitäten zu groß, man wich in die nach einem Orkan aufgebaute Remise aus.

Bei Herzog und Herzogin

Zum nunmehr 18. Mal ist das Prinzentreffen längst Tradition. Der närrische Adel des Niederrheins ist dann zu Gast bei Herzogin Karen und Herzog Wilhelm Albert von Urach. So traf am Freitag wieder der weltliche auf den närrischen Adel. Fast 50 Vereine von Köln bis Bocholt hatten sich angemeldet. Einige aber nahmen die Warnung vor eisglatten Straßen Ernst und blieben zu Hause. So kam neben Prinzessinnen und Prinzen nur ein närrisches Dreigestirn mit Prinzessin, Jungfrau und Bauer aus Stürzelberg zum Empfang in die Remise. Ein Novum: Alle drei waren weiblich. Da stimmte die frühere Bezeichnung der Remise durch Herzog von Urach nicht mehr. Er hatte sie einst „Freilauf für stolze Hähne“ genannt. Wegen der vielen prinzlichen Federn käme er sich vor „wie auf einer Hühnerfarm“. Man hörte auch niederländische Töne. Sieben Vereine hatten zugesagt, ließen sich Sekt und Brötchen schmecken.

Während sich in der Remise das adelige Volk die Reden anhörte, steppte im Zelt längst der Bär. Der ist auf dem Ossenberger Orden zu sehen, denn Prinz Kai I. hat nicht nur dessen Statur, sondern auch den Beinamen. „Uns sind die Ossenberger Motive ausgegangen“, ulkte der frühere Sitzungspräsident Ludger Opgenorth.

Herzogin Karen und Ehemann Wilhelm hatten als Gastgeber Schloss und Remise festlich heraus geputzt. Sie schienen sich wohl zu fühlen, trugen selbst Narrenkappen und Orden, begrüßten mit einer kurzen Rede. Die KAG-Damen reichten Sekt und hatten den ganzen Nachmittag Brötchen geschmiert.

An der Kirchstraße knubbelten sich derweil die Busse. Viele Vereine waren mit Musikern und Tanzgarden gekommen. Sitzungspräsident Dr. Michael Nagel hatte genauestens die Auftritte der Vereine vorbereitet. „Wir mussten einigen absagen, sonst hätte das Programm bis morgens gedauert“, bedauerte Ludger Opgenorth. Der hatte mit Nagel das umfangreiche Programm ohne Pause erarbeitet und geleitete Prinzessinnen, Prinzen, Jungfrau und Bauer um 20 Uhr auf die Bühne – getreu dem Prinzenmotto: „In Ossenberg regiert Prinz Kai, komm sei beim Feiern mit dabei.“ Bis weit nach Mitternacht folgte man ihm. Am Samstag war dann die Frauen-, am Sonntag die Kindersitzung.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben