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Rheinberg: Was passiert mit den Retouren bei Amazon?

Auf der Internetplattform Warehousedeals versucht Amazon, zurückgeschickte Ware an den Mann zu bringen.

Foto: Amazon

Auf der Internetplattform Warehousedeals versucht Amazon, zurückgeschickte Ware an den Mann zu bringen.

Rheinberg.   Der Online- und Versandhändler versucht einen Weiterverkauf. Vernichtet wird Ware nur dann, wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind.

Bestimmt hat das schon jeder einmal erlebt: Ware im Internet bestellt, geliefert bekommen und nach dem Auspacken enttäuscht gewesen, weil die Größe nicht passt, die Farbe nicht dem entspricht, was man sich vorgestellt hat – oder sie sogar beschädigt ist. Es ist für die Beteiligten ein Ärgernis, wenn Bestelltes nicht das hält, was sich der Empfänger davon versprochen hat. Aber was macht der Absender mit der zurückgeschickten Ware?

Kritik an Amazon

Der Versandhändler Amazon, der eins seiner großen deutschen Verteilzentren in Rheinberg betreibt, ist in den vergangenen Tagen stark in die Kritik geraten, weil er zurückgeschickte Waren vernichte. Das stimme, bestätigte das Unternehmen auf Anfrage der NRZ-Redaktion – allerdings betreffe das nur einen kleinen Teil der Retouren. „Ziel ist es, vorrangig erst einmal alle anderen Möglichkeiten auszuschöpfen“, erklärte Public-Relations-Managerin Antje Kurz-Möller.

„Für Produkte, die von Kunden zurückgegeben oder nicht verkauft werden, haben wir mehrere Programme, um die Entsorgung von Produkten weiter zu reduzieren. Hierzu gehört der Verkauf von zurückgegebenen Produkten über Amazon Warehouse, Produkte an gemeinnützige Organisationen zu spenden, sie zu recyceln oder an Wiederverkäufer weiterzugeben, die sie weiter veräußern.“ Wenn Ware zurückgesendet werde und in Rheinberg eintreffe, werde sie zunächst einmal genau angesehen. „Sie wird ausgepackt, genau überprüft, gegebenenfalls repariert, dann wieder neu eingepackt und, falls das möglich ist, auf unserer Internetplattform amazon.de/warehousedeals weiterverkauft.“

Kurz-Möller: „Erst wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind oder der Hersteller das ausdrücklich verlangt, weil ihm vielleicht die Rücksendung zu hohe Kosten verursacht, wird Ware vernichtet.“ Dabei werde aber auf alle einschlägigen Vorschriften geachtet, wie sie sich zum Beispiel aus den Möglichkeiten des Recycelns ergeben.

Nicht alles kann verkauft werden

Bestimmte Waren könnten aber nicht weitergegeben werden. Dazu zählen laut Kurz-Möller unter anderem „Hygienartikel oder Lebensmittel aus aufgerissenen Verpackungen“.

Karsten Frost, Geschäftsführer im Verteilzentrum Rheinberg: „Es ist unser Ziel, Abfall jeglicher Art zu vermeiden. Wir bearbeiten hier nur in kleinem Umfang Kundenretouren, da wir kein Rücknahmezentrum sind. Von Rheinberg aus gehen jedoch regelmäßig umfangreiche Spenden an die Weseler Tafel und an die gemeinnützige Plattform Innatura.“

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