Stadtverschönerung

Rheinberg: Wenn der Stromkasten ein Blickfang wird

Die Aktion "Bunt statt grau". Von Links im Bild: Josef und Alfons Immens, Dr. Hans - Peter Houcken, Lothar Steinnes, Dirk Krämer und Bürgermeister Frank Tatzel.

Die Aktion "Bunt statt grau". Von Links im Bild: Josef und Alfons Immens, Dr. Hans - Peter Houcken, Lothar Steinnes, Dirk Krämer und Bürgermeister Frank Tatzel.

Foto: Fischer

Rheinberg  Unter dem Motto „Bunt statt grau – hübsch statt hässlich“ sollen 61 Stromkästen zu einer Open-Air-Galerie werden. 22 Kästen sind bereits fertig.

Eine Art „East Side Gallery“ gibt es demnächst auch in Budberg. Doch anders als beim bekannten Vorbild in Berlin, wo Künstler auf dem längsten noch verbliebenen Teilstück der Berliner Mauer ihre Eindrücke der Wendejahre verarbeitet haben, sollen in Rheinbergs Süd-Osten bald 61 Strom- und Depotkästen eine Open-Air-Galerie bilden: Von Budbergern für Budberger – und alle Gäste – mit bunten, fröhlichen Motiven bemalt. Insgesamt 22 Kästen sind bereits fertiggestellt und zum echten Blickfang im Ort geworden.

„Bunt statt grau – hübsch statt hässlich“ heißt die Säuberungs- und Malaktion, zu der der SV Budberg den ganzen Ortsteil aufgerufen hat. Der Hintergrund ist allerdings ziemlich ärgerlich, wie Peter Houcken, erster Vorsitzender des SV Budberg, beim Pressegespräch im Bürgerhaus Budberg erzählt: Bereits im Frühjahr 2017 seien Verkehrsschilder, Kästen und Mauern sehr wahrscheinlich von Jugendlichen des Vereins beschmiert worden. „Dagegen wollten wir etwas tun und haben uns diese Aktion ausgedacht“, sagt Houcken. Kaum bekannt gemacht, fanden sich immer mehr Mitstreiter für das Kunstprojekt. Bei der Auftaktveranstaltung im April signalisierten Mitglieder des Sportvereins, Jugendliche des Jugendtreffs, die Grundschule und beide Kindergärten sowie die SPD-Ortsgruppe, der Weihnachtsmarktverein und Budberger Bürger ihre Unterstützung.

Ruckzuck eine eigene Dynamik entwickelt

Nachdem auch die Eigentümer der Kästen – Telekom, Westnetz, Deutsche Post und Stadt – grünes Licht gegeben hatten, ging’s an die Arbeit. Lothar Steinnes vom Weihnachtsmarktverein und Wili Dibowski von der SPD-Ortsgruppe bildeten Arbeitsgruppen, Mitglieder des Sportvereins und des Bürgerhauses haben die grauen Schränke gereinigt.

Damit nicht genug. Unter fachkundiger Anleitung von Hans-Josef und Alfons Immens wurden die Kästen vorbehandelt, damit die Farbe richtig haftet, Schlösser und Scharniere aber nicht verkleben. „Ursprünglich wollten wir nur die beschmierten Kästen reinigen und bemalen“, erzählt Houcken. Doch „Bunt statt grau – hübsch statt hässlich“ hatte ruckzuck eine eigene Dynamik entwickelt. Immer mehr Budberger melden sich, die sich gerne an der Aktion beteiligen möchten. Neben den 22 fertigen Kunstkästen liegen nun bereits 20 Voranmeldungen vor.

"Alle werden mitgenommen"

„Geplante Motive können an uns geschickt werden, wir holen natürlich auch das Ok der Eigentümer ein“, erläutert Houcken, bei dem die Fäden der Organisation zusammenlaufen. Noch läuft das Projekt, doch der Vorsitzende des SV Budberg denkt bereits daran, die „Straßengalerie“ langfristig zu bewahren.

Er hält eine Art Patenschaftsmodell für möglich: Wer einen Depot- und Schaltschrank bemalt und gestaltet hat, könne diesen auch einmal jährlich reinigen. Außerdem setzt er darauf, dass die schön gestalteten Schränke Farbschmierer abhalten. Von dem Engagment in Budberg zeigte sich auch Bürgermeister Frank Tatzel beeindruckt: „Das ist richtig toll, weil alle am Ort mitgenommen werden.“

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