Bürgerbus

Rheinberger Bürgerbusverein erhält einen neuen Bus

Astrid Kutscha (Niag) übergab Karl-Heinz Lochen (rechts) und dem Fahrerteam den symbolischen Schlüssel.

Astrid Kutscha (Niag) übergab Karl-Heinz Lochen (rechts) und dem Fahrerteam den symbolischen Schlüssel.

Foto: Jasmin Ohneszeit

Rheinberg.  Nach fünf Jahren erhält der Verein ein neues Fahrzeug. 375.888 unfallfreie Kilometer stehen auf dem Tacho. Rund 55.700 Gäste wurden befördert.

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Die Freude war Karl-Heinz Lochen, Vorsitzender des Rheinberger Bürgerbusvereins sichtlich ins Gesicht geschrieben, als Astrid Kutscha, zuständig für die Bürgerbusse bei der Niag, ihm den symbolischen Schlüssel übergab. Nach fünf Jahren Einsatz erhielt der Verein am Samstag ganz offiziell ein neues Fahrzeug.

„Das Land Nordrhein-Westfalen schreibt vor, dass es nach fünf Jahren und 300.000 gelaufenen Kilometern ein neues Fahrzeug gibt“, erklärt Lochen. Beide Voraussetzungen hat der Rheinberger Verein locker erfüllt: 375.888 Kilometer hatte der Bürgerbus nach seiner letzten Fahrt am Freitagabend auf dem Tacho stehen. Zur Vorstellung des neuen Busses auf dem Großen Markt kamen am Samstagmorgen neben den ehrenamtlichen Fahrern, zahlreiche Gäste und Vertreter der Verwaltung und Politik.

Eine gute Möglichkeit, auch einmal auf die vergangenen fünf Jahre zurückzublicken und das geht natürlich am besten in Zahlen: 1349 Fahrtage, 3439 Schichten und gut 15.000 Arbeitsstunden, dazu zählt das Fahren, die Pflege und die Wartung des Busses liegen hinter den 26 ehrenamtlichen Fahrern.

„Der Bürgerbus ist aus mehreren Gründen erfolgreich, das sagen uns die Gäste“, so Lochen. Zuverlässigkeit sei ein Punkt. Noch nie musste eine Schicht ausfallen. Außerdem helfen die Fahrer beim Angurten, bringen Rollstuhlfahrer und Fahrgäste mit Rollatoren sicher über die ausziehbare Rampe in den Bus. Und nicht zuletzt der Preis: Der Bürgerbus liegt deutlich unter dem Preis, den man für ein Ticket im öffentlichen Linienverkehr zahlen muss. Rund 55.700 Gäste wurden in dem Zeitraum befördert. „Das ist eine hohe Zahl und es gab nie einen schweren Unfall.“ Die anwesenden Gäste spendeten Applaus. „Es ist eine große Leistung, so lange unfallfrei zu fahren“, betont auch Dieter Paus, Technischer Beigeordneter der Stadt. „2013 haben schon ein paar Zweifel existiert, ob das Prinzip Bürgerbus funktionieren kann. Rheinberg ist durch die einzelnen Ortsteile geprägt. Es war fraglich, ob sich genügend Personen finden, die nicht nur für ihren Stadtteil etwas tun wollen, sondern für die ganze Stadt. Aber das hat problemlos geklappt.“

Auch das Thema Garage für das Fahrzeug kam auf. Die Verwaltung schrieb den Bau solch einer Unterstellmöglichkeit bereits einmal aus. Bei der ersten Ausschreibung habe es allerdings kein Angebot gegeben. Die zweite Ausschreibung läuft noch bis Ende Juli. „Wir hoffen, dass wir Ende 2019 das nächste Fest feiern können, wenn wir unseren Bus in eine Garage stellen können“, so Lochen.

Der neue Bus bietet weiterhin Platz für acht Fahrgäste. Ein größeres Fahrzeug dürften die Fahrer nicht steuern. Der Bedarf wachse, manchmal müsse man auch Passagiere stehen lassen, aber einen zweiten Bus dürfte auch nicht betrieben werden, erklärt der Vorsitzende. Dafür müsste sich ein zweiter Bürgerbusverein gründen.

Rund 98.000 Euro hat der Bus gekostet. 60.000 Euro übernimmt das Land NRW, den Restbetrag zahlt der Kreis Wesel. Den richtigen Schlüssel hatte Astrid Kutscha am Samstag natürlich auch noch dabei. Ab heute 7.32 Uhr rollt der neue Kleinbus über Rheinbergs Straßen und hält wie gewohnt an den 81 Bürgerbushaltestellen.

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