Musicalprojekt

Rheinberger Europaschüler zeigten eine gelungene Performance

Das Flatterband muss weg: In geheimer Mission verschafften sich die Jungen Zutritt zur Baustelle.

Das Flatterband muss weg: In geheimer Mission verschafften sich die Jungen Zutritt zur Baustelle.

Rheinberg.   „Endlich! Elbphilharmonie“ hieß das Musical, das die Sechsklässler der Europaschule präsentiert haben. Einstudiert wurde das in nur fünf Tagen.

Es waren gerade einmal fünf Tage, in denen 106 Schüler der Europaschule Rheinberg Texte und Choreografien für ein ganzes Musical auswendig lernten – ein sportliches Ziel, aber nicht unmöglich. Das bewiesen die Sechstklässler gestern schließlich in der Rheinberger Stadthalle. Im Rahmen des 13. Kinder- und Jugendmusikfestivals Kloster Kamp führten sie das Musical „Endlich! Elbphilharmonie“ auf. Das Stück stammt aus dem „Musical@School“-Projekt, einer Kooperation mit der Stahlberg Stiftung aus Hamburg, die Konzept und Dozenten zur Verfügung stellt.

Eine Woche lang haben die Schüler täglich geprobt: Statt Deutsch, Mathe und Englisch standen Singen, Tanzen und Schauspielern auf dem Stundenplan. „Es war faszinierend, wie schnell auch die Schüler, die anfangs skeptisch waren, Spaß an der Sache gefunden haben“, sagte Organisatorin Jeannette von der Leyen.

Als die Stadthalle wirklich gut gefüllt war, ging es los: Das Stück spielte in der Zeit, als die Elbphilharmonie noch eine Baustelle war. Bühnenkulisse und Requisiten waren begrenzt – gerade einmal zwei Baustellenabsperrungen mit Flatterband standen auf der Bühne. Mehr brauchte es aber auch nicht, die Kinder benötigten den Platz für ihre Gruppentänze.

Die Schüler waren in vier Gruppen eingeteilt: Die Obdachlosen, die seit Jahren vor dem nicht fertigen Konzerthaus leben und die Mädchengruppe, die auf Klassenfahrt ist und findet, dass es auf der dortigen Bühne nicht nur Musik fürs alte Publikum, sondern auch für sie geben sollte. Dann gab es noch eine coole Jungentruppe, die die Baustelle zu ihrem Treffpunkt gemacht hat. Für Ordnung sollte dann die Security sorgen, die die Aufgabe hatte, alle Gruppen bis zur Eröffnungsgala zu verscheuchen, denn die war nur für gern gesehene und geladene Prominenz gedacht.

Das war aber leichter gesagt als getan. Die drei Gruppen heckten nämlich einen Plan aus, um eben doch an ihrem Stammplatz bleiben zu können. Und so wollten sie auch Einlass in die Philharmonie erhalten.

Der Plan ging auf

Die Obdachlosen siedelten sich mit Sack und Pack in Einkaufswagen verstaut an. Da hatten auch die besten Security-Leute keine Chance. Die Mädels und Jungs, und später auch die Obdachlosen, gaben sich zudem als Stars aus. Wenig später waren also auch sie Gäste der Eröffnungsgala. Von ihrem Lieblingsplatz vertrieb sie so schnell eben niemand.

Nervosität? Die sah man den jungen Darstellern auf der Bühne definitiv nicht an. Im Gegenteil: Sie schienen richtig in ihrer Rolle aufzugehen. Souverän tanzten und sangen sie. Zwischen den einzelnen schauspielerischen Szenen wurde eine synchrone Performance geboten. Gesungen wurde ebenfalls kräftig und selbstverständlich ohne Playback. Wer nicht wüsste, dass die Schüler gerade einmal eine Woche geprobt haben, der hätte das auch nicht gedacht.

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