Färberpflanzen

Rheinberger Grundschüler können jetzt Naturfarben herstellen

Schüler

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Foto: Mareike Kluck

Rheinberg.   Mit der Rheinfähre holten die Schüler das Saatgut und die Setzlinge für die Färberpflanzen gestern persönlich auf der anderen Rheinseite ab.

Bilder mit Farben aus dem eigenen Garten malen? Naturkosmetik selbst herstellen? Für die Schüler der Gemeinschaftsgrundschule (GGS) am Rheinbogen eine Selbstverständlichkeit. „Früher haben die Menschen die Stoffe mit Farben aus der Natur gefärbt, ganz ohne Chemie“, sagt Julian aus der Klasse 4b. „Wir möchten mit unseren Gärten und den Färberpflanzen zeigen, dass das auch heute noch möglich ist.“ Zur Saatgut-Box der Färberpflanzen gehören zum Beispiel die „Schwarze Stockrose“, die „Färberkamille“ oder die „Ringelblume“. Auch Rotkohl, Rote Beete oder die Kornblume sind als Naturfarben geeignet.

Hilfe vom Profi

Mit der Rheinfähre holten die Schüler das Saatgut und die Setzlinge für die Färberpflanzen gestern Morgen persönlich auf der anderen Rheinseite ab. Hilfe gab es auch vom Profi, denn mit dabei war Garten- und Landschaftsbauer Andreas Maurer, der die Schulgärten der Grundschule von Anfang an begleitet und mitgestaltet hat. Dorothee Laakmann, stellvertretende Schulleiterin, sowie Naturpädagogin und Lehrerin Maria Gerlach machten sich gemeinsam mit 19 Schülern auf den Weg zur Fähre in Orsoy und nahmen Saatgut für rund 200 Quadratmeter in Empfang. „Das sind Pflanzenkinder für die Schulkinder“, sagte Maria Gerlach, die mit ihren Schülern noch am Vortag im Schulgarten in Budberg einen Schmetterlingshain angelegt hatte. „Wir nennen sie Blütenbuden, die Kinder haben auch Wünsche mit eingepflanzt“, berichtete die Naturpädagogin. „Außerdem haben wir ein Feld mit alten und neuen Getreidearten angelegt.“

Die Ernte der Getreidepflanzen soll ebenso wie die Naturfarben einen Bezug zum Wesentlichen geben. „Wenn wir möchten, können wir Brot backen und das noch in einer schönen Farbe“, sagt Iven. Der Neunjährige aus der dritten Klasse findet es toll, dass seine Schule einen eigenen Garten hat, den auch die Kinder mitgestalten dürfen. „Wir haben alle Zutaten für Farben und Brot-Rezepte in unserem Schulgarten.“ Die Gärten sollen aber auch ein Rückzugsort für die Kinder sein. „Blütenbuden und Schmetterlingshain haben die Kinder selbst gestaltet“, betont Maria Gerlach. „Dort sollen sich die Schüler wohl fühlen und für sich eine kurze Auszeit nehmen.“

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