Rheinberger Kommunalwahl

Rheinberger Kommunalwahl: Tatzel muss jetzt zittern

Rheinberg: Wahlparty im Stadthaus. Die drei Kandidaten stehen bei der Wahlparty am 13.09.2020 im Saal des Stadthauses. Von links nach rechts: Dietmar Heyde, Rainer Mull und der amtierende Bürgermeister Frank Tatzel.

Rheinberg: Wahlparty im Stadthaus. Die drei Kandidaten stehen bei der Wahlparty am 13.09.2020 im Saal des Stadthauses. Von links nach rechts: Dietmar Heyde, Rainer Mull und der amtierende Bürgermeister Frank Tatzel.

Foto: Judith Michaelis / FUNKE Foto Services

In Rheinberg gibt es eine Stichwahl zwischen dem parteilosen Amtsinhaber Frank Tatzel und Herausforderer Dietmar Heyde (Grüne).

Rheinberg. Es war ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen, das sich Frank Tatzel (parteilos) und sein stärkster Herausforderer Dietmar Heyde (Grüne) gestern um das Amt des Bürgermeisters in Rheinberg lieferten. Nachdem die ersten Wahlbezirke ausgezählt waren, lagen die beiden Kandidaten lange mit rund 39 Prozent (Tatzel) und gut 38 Prozent (Heyde) fast gleichauf. Und schon früh am Abend zeichnete schließlich sich ab: Das läuft auf eine Stichwahl am 27. September in Rheinberg hinaus.

Während es in Alpen, Xanten und Sonsbeck keine organisierte Wahlpräsentation gab, kamen in der Rheinberger Stadthalle die Bürgermeisterkandidaten, eine festgelegte Anzahl an Vertretern der Parteien sowie die örtliche Presse zusammen. CDU, FDP und Die PAREI veranstalteten allerdings ihre eigenen Wahlpartys und waren nicht in der Stadthalle zugegen. Bis Redaktionsschluss um 22 Uhr lag Frank Tatzel bei 40,05 Prozent, Dietmar Heyde bei 39,25 Prozent, Rainer Mull (FDP) bei 13,77 Prozent und Renan Cengiz (Die PARTEI) bei 6,92 Prozent. Weil kein Kandidat die erforderliche Mehrheit von 50 Prozent erreicht hat, müssen die zwei besten in die Stichwahl.

Sonsbecks Bürgermeister noch in Quarantäne

Damit haben Tatzel und Heyde gerechnet. Letzterer ist mit dem Ergebnis trotzdem zufrieden. „Für mich sind es deutlich mehr Prozente als ich erwartet hätte. Es ist für uns Grüne ein toller Abend und die zwei Direktmandate, die wir holen konnten, sind historisch“, so Dietmar Heyde. Er will in den kommenden zwei Wochen noch einmal richtig Gas geben. „Das gute Ergebnis gibt mir noch einmal richtig Ansporn.“

Amtsinhaber Tatzel sah das ähnlich. Er wolle seinen minimalen Vorsprung nun ausbauen. Eindeutiger waren die Ergebnisse in Sonsbeck und Alpen. Sonsbecks Bürgermeister Heiko Schmidt (CDU) musste seine Wiederwahl gestern allerdings alleine feiern.

Er befindet sich vorsorglich immer noch in Quarantäne, weil er Kontakt zu einer an Corona erkrankten Person hatte und verfolgte die Auszählung am heimischen Rechner.

Thomas Ahls konnte eine Stichwahl knapp verhindern

Schmidt erhielt 76,38 Prozent der Stimmen und konnte sein Ergebnis von 2014 noch einmal deutlich verbessern. „Damit habe ich nicht gerechnet. Ich bin überwältigt und es ist ein tolles Gefühl, so eine Rückmeldung zu erhalten“, sagte Schmidt. Bei der Kommunalwahl 2014 erhielt er rund 65 Prozent der Stimmen. „Damals kannten mich die Menschen noch nicht wirklich. Jetzt haben sie mich und meine Arbeit bewertet, das ist eine tolle Bestätigung.“

In Alpen holte der amtierende Bürgermeister Thomas Ahls (CDU) 55,12 Prozent der Stimmen und konnte eine Stichwahl knapp verhindern. Für eine Stellungnahme war Ahls gestern nicht erreichbar. Sein parteiloser Herausforderer Timo Aldenhoff belegte mit stolzen 22,53 Prozent den guten zweiten Platz.

Die Alpener Grünen konnten feiern

„Das ist ein super Ergebnis. In Corona-Zeiten war es einfach schwierig, die ältere Bevölkerung zu erreichen und ihre Stimmen somit zu erhalten. Ich gratuliere Thomas Ahls zur Wiederwahl“, sagte er. Einen Grund zu feiern hatten die Alpener Grünen. Nienhaus holte zwar „nur“ 15,47 Prozent der Stimmen, das Ratswahlergebnis lag aber bei 19,5 Prozent.

„Das ist unser Ziel gewesen. Wir hätten Thomas Ahls gerne in die Stichwahl gebracht, das hat leider nicht geklappt“, bedauerte Nienhaus.

Bei der CDU wurde gezittert

Die Grünen konnten allerdings zwei weitere Sitze im Rat gewinnen und sind zukünftig mit sechs Sitzen im Rat vertreten. In Xanten waren bis zum Redaktionsschluss erst zwei Drittel der Wahllokale ausgezählt. Bis dahin zeichnete sich eine knappe Mehrheit für den amtierenden Bürgermeister Thomas Görtz (CDU) mit 51,21 Prozent ab.

Dahinter lag Olaf Finke (SPD) mit 15,9 Prozent. Es musste bei der CDU also noch gezittert werden.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben