Brauchtum

Rheinberger Plattsprecher begeisterten wieder das Publikum

Sie sorgten in der Alten Kellnerei für ein abwechslungsreiches Programm (v. links): Rolf Kuhlmann, Winnie Nickenig, Hans-Gerd „Hacki“ Hackfurth, Käthi Spolders, Christel Dormann, Christel van den Boom und Bernd Evers.

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Sie sorgten in der Alten Kellnerei für ein abwechslungsreiches Programm (v. links): Rolf Kuhlmann, Winnie Nickenig, Hans-Gerd „Hacki“ Hackfurth, Käthi Spolders, Christel Dormann, Christel van den Boom und Bernd Evers. Foto: oo

Rheinberg.   Plattdeutscher Abend in der Alten Kellnerei war wieder ein Riesen-Erfolg – und die Zuhörer hatten viel Spaß beim Blick auf Rhinberks Alltag.

Der „Plattdeutsche Abend“ des Rhinberkse Sprookvereins Ohmen Hendrek war wieder ein riesiger Erfolg. Der Saal der Alten Kellnerei war voll, selbst die Fensternischen wurden als Sitzplätze genutzt. Zehn Minuten vor Veranstaltungsbeginn musste gar ein „Türsteher“ her. Selbst Ex-Bürgermeister Hans-Theo Mennicken musste auf die Fensterbrüstung wie auch Pfarrer Wim Wiggers, beide der plattdeutschen Sprache sehr angetan.

Stammtisch in der Apotheke

Vor fünf Jahren gab es den ersten pattdeutschen Abend, da waren noch Plätze frei. So fand der plattdeutsche Abend mit den Darstellern Christel van den Boom, Christel Dormann, Bernd Evers, Hans-Gerd (Hacki) Hackfurth, Winfried (Winni) Nickenig und Käthi Spolders rund um Baas Rolf Kuhlmann auch in diesem Jahr wieder statt. Alle stammen aus dem Sprookverein Ohmen Hendrek, der sich regelmäßig zum Stammtisch in der „Alten Apotheke“ trifft.

„Ons Modersprook soll lääwe“, das Begrüßungslied nach der Melodie „Im Krug zum Grünen Kranze“ hatte dann auch die „twee Kier in de Mont“, den zweimaligen Treff „in Ollies Apothek“ zum Inhalt. Singen mussten die Besucher vier Mal. Damit auch der „Platt-Fremde“ mitsingen konnte, lag eigens der Zettel mit den „Liedjes für met te senge“ aus. Der enthielt auch das Thema des Abends: „Bejeen ös bäter wi alleen“ (Gemeinsam ist es schöner als allein zu sein), das dann auch im Refrain eines fünfstrophigen Liedes besungen wurde: „Drömm bliww nit alleen. Bäter ös doch bejeen!“ Rolf Kuhlmann, Boss des Sprookvereins, begleitete am Flügel.

Köstliche Dönekes, Gedichte, Sketche und Lieder gab es fast zwei Stunden lang. Die Interpreten und Darsteller liefen zu Hochform auf. Ernst zu bleiben beim Blick in Rhinberks Alltag war unmöglich. Die Lachmuskeln wurden gewaltig strapaziert, wenn zum Beispiel der ruppig und ewig nölige Winni ins Zwiegespräch mit Bernd oder Rolf kam. Charaktere, wie es sie in Rhinberk gibt. Ob es um „nex Neujes in Rhinberk“ ging, doch gespickt mit Neuigkeiten, oder darum, dass Bernd immer wieder in einzelnen Erlebnissen zu „schraue“ (weinen) hatte. Doch Winni fand immer einen Grund zum Lachen, so traurig das Ereignis auch war. So bat Janes (Winni) Juppes (Bernd) doch freitags die „Gadinne“ zu zu ziehen, damit nicht alle Zeuge seiner Freizügigkeiten mit seiner Frau würden. Doch Juppes war entrüstet. Denn freitags hat er doch stets Kegeln.

Weiterer Abend in Budberg

„Op den märkt“ lief alles zusammen. Denn bei einer Rhinberkse waren die Jalousien zugezogen. Jeder gab seinen Teil dazu, man sponn. War es die schlechte Makrele vom Wochenmarkt? Weswegen Dr. Lachmann gekommen wäre? Nur ein Gerücht wie auch die Mär, dass einer gar den Notarzt sah. Also war sie schwer krank. Winni dachte weiter, dass er doch gar nicht mehr in den schwatten Anzug passe. Die Gerüchteküche kochte auf Hochtouren, jeder hatte was Schreckliches gesehen oder vermutet. So entstehen Gerüchte, doch die Lösung war banal: Eine defekte Rollade („de Schallesij“).

In einer Glanzrolle wieder Käthi, die in ihrer Wut über ihren Mann, „den aalde Geitenbock“, der mit einer hübschen jongen Deern mit Minirock turtelte, wo man „bes no de Kunt“ kieken konnte, sich ihren Rock vom Leib riss. Im nächsten Jahr wird man nach einem größeren Saal suchen, denn nicht mehr alle fanden Einlass.

Obwohl es am kommenden Sonntag, 12. November, um 15 Uhr im Budberger Bürgerhaus, diesmal ganz gemütlich mit Kaffee und Kuchen, eine Wiederholung gibt. „Innerhalb von zwei Stunden waren wir ausverkauft“, zeigte sich Kuhlmann stolz. Vieles findet sich im „Dagwieser“ zum Preis von 3,50 Euro wieder.

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