Szene

Rheinberger Punkrockband mit eigenem Lakritzlikör

Mario Schmelz (v.l.), Frank Vohwinkel und  Betontod-Fan Michael Münchenhagen von Edeka mit dem Lakritzlikör.

Mario Schmelz (v.l.), Frank Vohwinkel und  Betontod-Fan Michael Münchenhagen von Edeka mit dem Lakritzlikör.

Foto: Fischer, Armin ( arfi ) / Fischer, Armin (arfi )

Rheinberg.  Die Rheinberger Band Betontod hat die Eigenmarke nach ihrem Album „Schwarzes Blut“ benannt. Vorerst gibt es den Likör nur bei Edeka Kusenberg.

Eigentlich hätte es Bier werden sollen. Ein richtig schönes und vor allem eigenes Betontod-Bier. Mit Punkrock-Schaum und dem schnellen Rhythmus von Hopfen und Gerste. Eines, das keine sieben Minuten gezapft werden muss wie ein feines Pils, sondern vielleicht drei, weil so lange ein Song der bundesweit bekannten Rheinberger Punkrock dauert.

„Die Idee, ein eigenes Bier auf den Markt zu bringen, haben wir aber schnell wieder verworfen“, erzählt Frank „Eule“ Vohwinkel. „Das hat sich als zu schwierig erwiesen.“ Dass es dann ein Likör werden sollte, habe sich schnell ergeben. Der Gitarrist, Texter und Komponist von Betontod: „Wir hatten Kontakt zu einer Manufaktur in Düsseldorf, die Schnäpse und Liköre herstellt, unter anderem auch für Fortuna Düsseldorf.“

„Das Zeug muss schmecken und muss schwarz sein.“

Die Musiker erinnerten sich an ihr 2006 erschienenes Album „Schwarzes Blut“ und waren sich schnell einig: So sollte die bandeigene Marke heißen. Vohwinkel: „Da lag es nahe, einen Lakritzlikör zu nehmen. Für uns war wichtig: Das Zeug muss schmecken und muss schwarz sein.“

Jetzt ist die erste Fuhre auf dem Markt. „Schwarzes Blut“ aus dem Hause Betontod gibt es zunächst nur bei Edeka Kusenberg in Rheinberg an der Bahnhofstraße. Ein Halb­literfläschchen kostet dort 14,99 Euro. Vohwinkel: „Wir haben jetzt erst einmal 800 Flaschen produzieren lassen. Aber bald schon soll das Schwarze Blut in ganz Nordrhein-Westfalen in den Getränkeshops stehen.“ Darüber hinaus denkt die Band auch daran, die Flaschen bei Festivals anzubieten.

Wenn es dann irgendwann wieder Festivals mit Live-Bands gibt. Momentan fühlen sich die beiden Gitarristen Frank Vohwinkel und Mario Schmelz, Sänger Olli Meister, Bassist Adam Ado Dera und Drummer Maik Feldmann wie Fische auf dem Trockenen. Keine Sommer-Festivals, keine Tourneen, nichts.

Allerdings hat die Band die bisherige Corona-Zeit nicht untätig verstreichen lassen. Eule: „Wir haben alle zwei Wochen einen Song veröffentlicht. Alles Songs, die wir irgendwann mal aufgenommen haben, die es aber nicht auf ein Album geschafft haben. Typische B-Seiten.“ So wird auch ein Album heißen, das am 30. Oktober mit genau diesen zehn Songs erscheint: B-Seiten.

1990 im Zuff gegründet

Ein Album mit ganz neuen Stücken haben Betontod längst im Kasten. „Es sollte bereits am 24. Juli erscheinen“, so Vohwinkel. „Aber wegen Corona ist natürlich alles verschoben worden. Wir gehen momentan davon aus, dass unsere Plattenfirma das Album erst im April oder Mai nächsten Jahres herausbringen wird.“

Die Band Betontod gehört zu den ältesten und erfolgreichsten deutschen Punkrockbands. Mario Schmelz, Olli Meister und Frank Vohwinkel gründete die Band 1990 als Jugendliche im Zuff, damals noch mit anderen Musikern. Ado Dera und Maik Feldmann kamen später dazu.

In den vergangenen 30 Jahren haben sie mehr als 1000 Konzerte im In- und Ausland gegeben und zahlreiche Alben veröffentlicht.

Song: Der Refrain des Betontod-Titels „Schwarzes Blut“, nach dem der Likör benannt ist, geht so: „Schwarzes Blut rinnt durch meine Venen. Und eine Zukunft, die wird es nicht geben.

Lass mich los, ich muss heut noch weiter zieh’n. Auf der Suche nach dem Leben immer wieder zu entflieh’n.“

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