Politik

Rheinberger SPD-Mann Jürgen Madry kritisiert Bürgermeister

100 Millionen Euro stehen bei dem Förderprogramm zur Verfügung.

100 Millionen Euro stehen bei dem Förderprogramm zur Verfügung.

Foto: Bilderbox

Rheinberg.   Bürgermeister Frank Tatzel spricht sich gegen die Teilnahme an einem finanziellen Bundesprogramm aus. Madry sieht das als „vertane Chance“.

Es war der Facebookpost einer SPD-Kollegin, der Jürgen Madry, Fraktionsvorsitzender der Rheinberger SPD, vor knapp zwei Wochen aufhorchen ließ. Sie schrieb von der Teilnahme an dem Bundesprogramm zur „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“, das Anfang August von der Regierung veröffentlicht wurde.

Ablehnung vom Bürgermeister

Die Mittel in Höhe von 100 Millionen Euro stehen für die Förderung von Projekten mit besonderer regionaler oder überregionaler Bedeutung zur Verfügung. Heißt konkret: Sportprojekte oder die Sanierung von Schwimmbädern könnten damit beispielsweise finanziert werden. Jürgen Madry war zum Zeitpunkt, als er auf das Projekt aufmerksam geworden ist, im Urlaub, schrieb Bürgermeister Frank Tatzel aber eine Mail, ob das nicht auch etwas für Rheinberg sei.

Bei dem stieß der SPD-Mann damit allerdings auf Ablehnung. Das Programm wurde bei der Sportdezernentenkonferenz des Regionalverbands Ruhr, an der Rheinbergs Fachbereichsleiter Frank Meyer teilgenommen hat, kritisiert. Bemängelt wurde die „äußerst knappe Zeitschiene“ oder die „vergleichsweise geringen Fördermittel“, schrieb Tatzel in einer Mail an Madry, die der NRZ vorliegt. „Das Problem mit der Zeitschiene trifft auf alle Städte und Gemeinden zu, umso größer ist die Chance, doch etwas aus dem Topf zubekommen, wenn nicht alle reagieren werden“, entkräftete Madry die Äußerungen Tatzels.

Projekte gebe es genug

„Eine bloße Sanierung einer Sportanlage oder eines Bades dürften demnach für eine Förderung nicht in Betracht kommen“, heißt es in Tatzels Mail weiter.

Worüber sich Jürgen Madry aber besonders ärgert: Bis zum 24. August hätte ein Projektvorschlag formlos eingereicht werden können. „Ich echauffiere mich darüber, dass der Bürgermeister nicht einmal versucht hat, einen Antrag zu stellen, ob dabei Geld herausspringt, ist eine andere Sache. So ist es eine vertane Chance.“

Es gebe viele Vereine, die eine neue Rasenfläche oder eine neue Beleuchtung bräuchten, deren Wünsche man bei einem Zuschlag mit der Fördersumme hätte finanzieren können, erklärte Madry. „Selbst 0,5 oder 1 Prozent der Fördermittel wären eine gigantische Summe gewesen und in Rheinberg gibt es genügend Projekte, in die es sich lohnen würde, Geld zu investieren“, betonte der Fraktionsvorsitzende der SPD.

Bis zum 31. August wäre es theoretisch möglich, doch noch einen Projektantrag einzureichen – allerdings nicht formlos. Danach endet die Frist. Bürgermeister Tatzel war gestern aufgrund einer Dienstreise auch telefonisch bis Redaktionsschluss für eine Stellungnahme zu Madrys Vorwürfen nicht erreichbar.

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