Stadtführung

Rheinberger Stadtgeschichte wird für Schüler sichtbar

Im Historischen Ratssaal im Alten Rathaus: Werner Kehrmann vom Heimatverein (3.v.r.) mit den Budberger Schülern (v.l.) Jonas, Pia, Emil, Merlin, Mira, Lilian und Romy.

Im Historischen Ratssaal im Alten Rathaus: Werner Kehrmann vom Heimatverein (3.v.r.) mit den Budberger Schülern (v.l.) Jonas, Pia, Emil, Merlin, Mira, Lilian und Romy.

Foto: up

Rheinberg.  Stadtführer Werner Kehrmann führte eine Klasse des Budberger Standortes der Grundschule am Rheinbogen durch die Innenstadt und zeigte Historie.

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Mit Werner Kehrmann durch die Innenstadt zu laufen ist wie eine Reise in andere Zeiten. Er macht Geschichte sicht- und erlebbar, weil er die Geschichte der Stadt wie seine Westentasche kennt. Seit vielen Jahren befasst er sich damit, hat unter anderem ein Buch über die historischen Häusernamen verfasst und arbeitet daran, dass die Eigentümer dieser Häuser die alten Bezeichnungen wieder an den Fassaden anbringen.

Kehrmann ist seit knapp 20 Jahren Stadtführer, führt Gruppen durch die Stadt und zeigt ihnen das alte Rheinberg. Manchmal auch im Amplonius-Kostüm. Das alles wird über den Heimatverein Rheinberg, dessen Vorstand Werner Kehrmann angehört, in Zusammenarbeit mit der Stadt abgewickelt.

Aber der Annaberger tut noch mehr. „Seit viele Jahren führe ich auch ehrenamtlich Schulklassen durch die Stadt, das ist mir ein besonderes Anliegen“, macht er deutlich. Meistens sind es Grundschüler der dritten oder vierten Klassen. So wie jetzt die Klasse 3b des Budberger Standortes der Grundschule am Rheinbogen. Klassenlehrerin Tanja Poßberg hatte sich mit 23 Jungen und Mädchen, die meisten von ihnen sind neun Jahre alt, zu Fuß auf den Weg nach Rheinberg gemacht, wo Kehrmann sie in Empfang nahm. Und dann ging es auf einen rund dreistündigen Rundweg.

Lehrerin Tanja Poßberg weiß diese Führungen zu schätzen. „Werner Kehrmann kennt auch die Ecken in der Stadt, wo wir niemals hinkämen oder wo wir niemals etwas Historisches vermuten würden“, sagt sie. Während sie das erzählt, erreicht die Gruppe die Toreinfahrt an der Beguinenstraße. Links und rechts sind große Steinkugeln zu sehen. „Das sind sogenannte Bliden“, lässt der Stadtführer die Kinder wissen. „Die wurden früher gegen Steinmauern geschleudert.“ Rund 50 Kilo wiegt jede dieser Steinkugeln, die noch aus dem 16. Jahrhundert übrig geblieben sind. „Schön, dass der Hauseigentümer sie hier sichtbar an sein Tor angebracht hat“, lobt Kehrmann.

Wie oft mögen die Kinder am Kamper Hof an der Kamper Straße vorbeigelaufen sein? Ob ihnen bewusst war, dass es das älteste Gebäude in der Stadt ist und 1235, also vor 784 Jahren, errichtet wurde? Jetzt wissen die Budberger Kinder, dass es einst das Stadthaus von Kloster Kamp war. Toll, dass in der seitlichen Mauer auch noch eine Kanonenkugel aus Eisen steckt. So wie in der St.-Peter-Kirche, auch da gibt es noch ein sichtbares Relikt kriegerischer Auseinandersetzungen vergangener Jahrhunderte.

Zwischendurch erfährt die Gruppen, dass der Turm St. Peter 53 und der Underberg-Turm 51 Meter hoch ist. Werner Kehrmann: „Kein Gebäude in der Stadt sollte höher sein als die Kirche.“ Sogar den historischen Ratssaal im Alten Rathaus dürfen sich die Grundschüler anschauen. Dürfen auch mal unter dem großen Hein-Hoppmann-Gemälde von Amplonius in den großen Stühlen Platz nehmen.

Kinder waren begeistert

Fast drei Stunden dauern solche Führungen. Die Kinder machten das in aller Regel mit, ohne zu murren, versichert Kehrmann. Er opfert gerne seine Zeit dafür, denn: „Ich bin der Meinung, dass jedes Kind, das in der Stadt lebt, auch geschichtliches Wissen über den Ort haben sollte.“

Die künftige Klasse 4b der Budberger Grundschule hat dieses Wissen jetzt. Die Tour durch Rheinbergs Vergangenheit hat ihnen große Freude gemacht. Ihr einhelliges Urteil: „Das war super!“

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