Kunst

Sassan Dastkutah stellt seine Kunst in Rheinberg aus

Vierbaum - Schwarzer Adler - Kulturkneipe Sassan Dastkutah - mit seinen farbintensiven Bilder aus dem Großraum Orsoy

Foto: arfi

Vierbaum - Schwarzer Adler - Kulturkneipe Sassan Dastkutah - mit seinen farbintensiven Bilder aus dem Großraum Orsoy Foto: arfi

Der Fotograf stellt 36 seiner großformatigen Werke im Schwarzen Adler in Vierbaum aus. Der 45-Jährige arbeitet mit der Technik der Lichtmalerei.

Rheinberg-Vierbaum. Weite Landschaften, saftige Wiesen, auf denen zufrieden eine Herde Kühe grast, und das Ganze umrandet von den obligatorischen Kopfweiden: So schön der Niederrhein im Postkartenformat auch daher kommt, er bietet viel mehr als diese vermeintliche Idylle. Den Beweis dafür liefert der Fotokünstler Sassan Dastkutah aus Orsoy. Er sieht Motive, an denen andere achtlos vorübergehen, schafft wahre Kunstwerke durch geschickte Fototechniken und bewegt den Betrachter mit außergewöhnlichen Lichtmalereien. Jetzt fand die Vernissage zu einer Ausstellung im Schwarzen Adler in Vierbaum statt.

Die von Martina Kynast und Claudia Pedell zusammengestellte Auswahl von 36 Werken bildet sowohl, was die Motive als auch die Techniken betrifft, einen gelungenen Querschnitt aus über 2000 Werken. Für Dastkutah ist mit der Ausstellung ein Traum in Erfüllung gegangen: „Dass meine Bilder jetzt im Adler zu sehen sind, ist für mich persönlich der Ritterschlag. Hinzu kommt noch, dass Luise Theile und Ernst Barten sie erstklassig aufgehängt haben.“

Das dürfte bei der Auswahl aus romantischen Sonnenuntergängen, trister Industriearchitektur und surrealen Lichtmalereien sicherlich keine leichte Aufgabe gewesen sein. Was bei Dastkutah besonders auffällt: Seine Arbeiten sind frei von Klischees, er lichtet den Niederrhein ehrlich und unverblümt ab. So erfährt ein bröckeliges, mausgraues und von Unkraut überwuchertes Orsoyer Hafengebäude einen ganz besonderen Charme oder eine hüfthohe Röhre sorgt für perspektivischen Tiefgang.

Auf der anderen Seite strecken sich die Äste von Kopfweiden auf dem Deich in das Gegenlicht der untergehenden Sonne und wirken dabei wie ein Scherenschnitt vor leuchtendem Orange. Es sind genau diese Gegensätze, die Dastkutah an seiner Heimat liebt und die ihn immer wieder inspirieren. „Hier wachsen Natur und Indus­trie zusammen – auf der einen Rheinseite das niederrheinische Orsoy und auf der anderen das Ruhrgebiet mit Duisburg-Walsum.“ Dazwischen fließt der Rhein als natürliche Trennlinie und Quell der Motivation. „Der Rhein hat für mich einen ganz hohen Stellenwert. Manchmal setze ich mich mit Freunden ans Ufer, um einfach nur zu entspannen“, erzählt der 45-Jährige. Am Rheinufer sind auch seine Lichtmalereien entstanden. Halbrunde und scheinbar riesige Lichtbögen in allen Farben liegen übereinander und wirken wie ein Tunnel, durch den der Blick des Betrachters auf den Strom geleitet wird. „Ich mag es einfach bunt“, so die Begründung.

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