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Schalke-Fanklub in Sonsbeck: Blau-Weiß in die Wiege gelegt

Hamb - Schalke Fanckub - neu gegründet - mit Schalker Blut von links nach rechts: Vera und Marc- Marius Baumgart Hubert und Petra Klein.

Hamb - Schalke Fanckub - neu gegründet - mit Schalker Blut von links nach rechts: Vera und Marc- Marius Baumgart Hubert und Petra Klein.

Foto: Fischer, Armin (arfi) / Ja

„Königsblaue Freiherrlichkeit Hamb“: Dieser Fanclub des Bundesligisten FC Schalke 04 ist noch ziemlich jung, zeigt aber viel Engagement.

Sonsbeck-Hamb. Königsblauer Himmel, angenehme Temperaturen knapp unter 30 Grad und riesige Vorfreude auf die neue Saison mit der Teilnahme in der Königsklasse. Keine Frage: Der 29. Juni 2018 war wie gemalt für acht Schalke-Fans aus Sonsbeck-Hamb, den Fanklub „Königsblaue Freiherrlichkeit Hamb“ ins Leben zu rufen. Nach der überraschenden Vizemeisterschaft, die der junge, höchst ambitionierte Trainer Domenico Tedesco mit vergleichsweise bescheidenen Mitteln und einer mittelmäßig begabten Truppe erreicht hatte, herrschte Aufbruchstimmung. Aber bekanntlich kam auf Schalke dann mal wieder alles ganz, ganz anders.

Auswärtssieg!

Statt mit vielversprechendem neuen Personal und herzerfrischendem Offensiv-Fußball die Bayern zu ärgern und ihnen die Lederhosen auszuziehen, rumpelte das Team in Blau und Weiß durch die folgende Bundesliga-Saison und sicherte sich gar erst wenige Runden vor Schluss den Klassenerhalt. Das aber immerhin mit einem Auswärtssieg beim schwarz-gelben Erzrivalen Dortmund. Für den jungen Fanclub aus Hamb war’s dennoch eine erste Saison zum Vergessen. „Da musste man schon ziemlich schmerzfrei sein“, bekennt Marcus-Marius Baumgart.

Warum überhaupt Schalke? Diese Frage stellt sich nicht für den Vorsitzenden des Fanclubs aus der Freiherrlichkeit Hamb: „Schalker ist man von Geburt an.“ Das meint er wörtlich, das kann seine Tochter Marieke vermutlich in ein paar Jahren mit Fug und Recht bestätigen. Die Kleine wurde um eins in der Nacht geboren, vier Stunden später hatte sie bereits eine Mitgliedsnummer bei S 04.

„Mein Mann hat sie erst bei Schalke angemeldet und danach beim Standesamt. Diese Reihenfolge war ihm wichtig“, erklärt Mutter Vera Baumgart, Schriftführerin der Hamber Knappen. Damit waren dann auch die sprachlichen Entwicklungsschritte des Kindes vorgegeben. „Erst konnte sie Papa und Mama sagen, dann Schalke“, erzählt der stolze Vater.

Inzwischen zählt der Fanclub 20 Mitglieder, darunter auch Anhänger aus Rheinberg, Wesel und Datteln. Es gibt inzwischen eigene Trikots, Banner, Autoaufkleber und die Erkenntnis, dass das 900-Einwohner-Dorf gar nicht so unbekannt ist, wie man glaubt. „Wir sind mit dem befreundeten Fanclub Ruhrknappen Bottrop zum Auswärtsspiel nach Leipzig gefahren. Als die gesehen haben, dass wir aus Hamb kommen, haben sie gesagt: Das liegt doch bei Sonsbeck, oder?“ „Ehrlich“, versichert Marcus-Marius Baumgart.

Bei mehr als 1000 eingetragenen Schalke-Fanclubs, darunter allein rund 50 am Niederrhein, ist es natürlich nicht selbstverständlich, dass jeder organisierte Anhänger an eine der begehrten Eintrittskarten für Heimspiele in der Veltins-Arena kommt.

„Wir bekommen schon für fast alle Spiele Einzelkarten. Aber in erster Linie sehen wir uns auch nicht als ein Club, der für Karten da ist. Uns ist das Vereinsleben viel, viel wichtiger“, sagt der Vorsitzende.

Das spielt sich überwiegend im Hubertusheim ab. Dort veranstaltet der Club ein „feuchtfröhliches Sommerfest“ oder eine Weihnachtsfeier mit Tombola. Ob und vor allem was es dort beim nächsten Sommerfest zu feiern gibt, darüber ist man sich bei den Königsblauen aus der Grünen Perle noch nicht einig. „Europa auf jeden Fall, die Champions-League zu erreichen, das allerdings wird schwer“, meint Vize-Vorsitzender Hubert Klein-Hitpass. Marcus-Marius Baumgart ist dagegen verhalten er: „Die Plätze fünf bis zehn sind realistisch“, meint er. Die Gedanken, sie sind ja so herrlich frei.

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