Sportschützen

Schießstand in Millingen ist nun Geschichte

Die Sportschützen packen ihre Pokalsammlung ein.

Foto: arfi

Die Sportschützen packen ihre Pokalsammlung ein. Foto: arfi

Seit 1979 wurde die Anlage am „Bienenhaus“ betrieben. Auch Vermögen der St.-Ulrich-Bruderschaft wird vernichtet, wenn das Traditionslokal abgerissen wird

Rheinberg-Millingen. Ein bisschen Wehmut machte sich bei den St.-Ulrich-Schützenbrüdern breit, als ihr Ehrenbrudermeister Gerd van Bommel offiziell am Abend des 31. August den Kleinkaliberschießstand in Millingen abschloss. Der Schießstand am Bienenhaus ist somit Vergangenheit, es fällt kein Schuss mehr. „Wir sind traurig“, sagt Severin Winnekens über die Befindlichkeit der Schützenschwestern und -brüdern. Seit 1979 wurde die Anlage betrieben, war Austragungsort für diverse Schießwettbewerbe und gesellige Stunden. 38 Jahre und damit ein Stück Schützenheimat in Millingen sind nun Geschichte.

Überraschend kam das Aus nicht

„Wir haben die Anlage gebaut und gepflegt“, sagt van Bommel und erinnert an das starke Engagement, Muskelkraft und die Spendenbereitschaft aus den eigenen Reihen, die zum Bau und Inbetriebnahme der Anlage führten. Nicht nur der Standort geht verloren, sondern auch Vermögen der St.-Ulrich-Bruderschaft wird vernichtet. Überraschend kam das Aus allerdings nicht, wie von den Schützenbrüdern zu hören ist. Van Bommel: „Wir wussten das schon lange. Nur den Zeitpunkt kannten wir nicht. Nun ist er da.“

Offenbar soll ein Seniorenheim gebaut werden

In Abständen war die Betriebserlaubnis verlängert worden. Die Zusammenarbeit mit der zuständigen Kreisbehörde in Wesel sei immer gut und kooperativ gewesen, so die Ulrich-Schützen. Als 2009 in der angrenzenden Traditionsgaststätte „Zum Bienenhaus“ das letzte Bier gezapft wurde, zeichnete sich schon eine derartige Entwicklung ab. Das Bienenhaus steht seit langem leer, der Frost sorgte für entsprechende Schäden im Haus, das sich selber überlassen war. Vor längerer Zeit folgte die Versteigerung. Nun sind auch die Würfel für den Abriss und einen Neubau gefallen. Das große Areal soll offenbar mit einem Seniorenheim bebaut werden, wie von den Schützen zu hören war. Mit ersten vorbereitenden Arbeiten wird noch in diesem Herbst gerechnet. Demnächst macht bei den St.-Ulrich-Schützenbrüdern der Letzte das Licht in der Anlage aus, wenn Vereinsgegenstände wie Pokalsammlung, Fahne und andere Erinnerungsstücke einen neuen Platz im nahegelegenen Pfarrheim gefunden haben.

Schützenfest wird weiterhin gefeiert

Dort treffen sich die Ulrich-Schützen. Das Vogelschießen mit anschließendem Schützenfest wird weiterhin auf der Schützenwiese gefeiert, die Fläche ist Eigentum der Kirche. Im Zuge der Neugestaltung stellt sich bei den Schützenbrüdern wie auch in der Millinger Bevölkerung und ihrer Vereine die Frage nach einem Bürgerhaus. Für das allgemeine Vereinsleben wäre eine solche Einrichtung wünschenswert, so der Tenor in der St.-Ulrich-Bruderschaft.

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