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Schon beim Hausbau sollte man an das Energiesparen denken

Energiesparen kann schon beim Bau eines Hauses beginnen.

Energiesparen kann schon beim Bau eines Hauses beginnen.

Foto: WAZ FotoPool

Rheinberg/Alpen/Xanten/Sonsbeck.   Thema Energie: Wer richtig baut, zahlt später weniger. Das lohnt sich auch, wenn man fremdfinanzieren muss – energieeffizientes Bauen bringt Zuschüsse.

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Energiesparen kann schon beim richtigen Bau des eigenen Häuschens anfangen. Die Investition in die richtige Technik ist oft sehr viel billiger, wenn schon vor dem Errichten daran gedacht wird – Umbauten im Bestand dagegen kommen oft deutlich teurer.

Aber kann ich mir eine Immobilie überhaupt leisten? Das hängt natürlich von der persönlichen Situation ab, welche Ausgaben dem Einkommen gegenüberstehen. Klar ist dagegen, dass Geld fürs Bauen derzeit sehr günstig zu bekommen ist. Ein Interview mit Guido Lohmann, dem Vorstandsvorsitzenden der Volksbank Niederrhein.

Wer bauen will: jetzt oder lieber noch warten?

Guido Lohmann: Aus meiner Sicht gibt es kaum einen besseren Zeitpunkt als den jetzigen, um den Traum vom eigenen Haus, der Eigentumswohnung oder aber auch der Altersvorsorge oder Kapitalanlage in Form einer Immobilie zu realisieren. Das Zinsniveau ist auf einem historisch niedrigen Niveau und ermöglicht es vielen Bauherren oder Käufern, so günstig wie noch nie zu finanzieren. In sehr vielen Fällen entspricht dann die monatliche Belastung für Zinsen und Tilgung kaum der bislang gezahlten Miete. Wer dann für die gesamte Darlehenslaufzeit oder zumindest 15 oder 20 Jahre seinen Zinssatz festschreibt, kann dann auch zukünftig keinerlei negative Überraschungen mehr erleben.

Welchen Tilgungssatz würden Sie dem privaten Häuslebauer empfehlen?

Eine seriöse Beratung sollte in jedem Fall den deutlichen Rat umfassen, nicht nur ein Prozent pro Jahr, sondern wegen des günstigen Zinssatzes eher zwei Prozent oder wenn möglich sogar mehr pro Jahr zu tilgen. Zwar lässt eine jährliche Annuität, das ist die Rate für Zinsen und Tilgung, bei nur ein Prozent Tilgung die monatliche Belastung sehr gering erscheinen, dies würde aber am Ende dann doch zu einer in den allermeisten Fällen unangemessen langen Laufzeit des Darlehens führen. Das sollte unbedingt in der persönlichen Beratung vor Ort anhand einiger Beispielrechnungen genau besprochen werden.

Wenn man fürs Bauen Geld aufnimmt: In welchem Bereich bewegen sich die Zinsen?

Der Zinssatz hängt von mehreren Faktoren ab, deshalb kann ich das nur recht pauschal beantworten. So wird der Zins unter anderem maßgeblich beeinflusst von der Laufzeit und der Besicherung des Darlehens. Derzeit bewegen sich die Zinssätze für das privaten Häuslebauer oder -käufer zwischen gut ein Prozent und etwa knapp drei Prozent pro Jahr.

Sind Zinssätze verhandelbar?

Sie dürfen sich das nicht so vorstellen wie auf einem Basar. Wenn alle Fakten bekannt sind und hinreichend beleuchtet wurden, leiten unsere Berater daraus unter Einbindung möglicher öffentlicher Fördermittel ein festes, klares und transparentes Angebot ab. Aber es gibt sicherlich Unterschiede in den Angeboten der einzelnen Banken, die in deren jeweiliger Geschäfts- und Risikostrategie begründet sind. Neben dem Zinssatz sollte der Kunde bei seiner Entscheidung jedoch auch die Kompetenz seines Bankberaters und sein Vertrauen in ihn und die jeweilige Bank einfließen lassen. Gerade weil der Kauf oder Bau einer privaten Immobilie für viele Menschen die größte Finanzentscheidung ihres Lebens darstellt, sollte man dem Vertrauen in seine Bank einen ebenso hohen Stellenwert wie dem Zinssatz an sich beimessen.

Wie viel Eigenkapital muss man mitbringen oder geht es auch ohne?

Das hängt sehr stark von eigenen finanziellen Situation und vor allem der persönlichen Einstellung ab. Sicher kann gerade bei den heutigen Zinssätzen auch eine Finanzierung ganz ohne Eigenkapital Sinn machen und realisierbar sein. Aber natürlich ist der Einsatz von Eigenkapital grundsätzlich ratsam, denn dadurch verringern sich die Zinszahlungen, die im Laufe der Jahre der Bank gegenüber erbracht werden müssen. Aber auch bei dieser Frage sollte man immer vor der Entscheidung den Finanzexperten der Bank seines Vertrauens hinzuziehen, um die individuell beste Lösung zu erarbeiten.

Ist es aus Sicht einer Bank sinnvoll, (mehr) Geld auszugeben, um Energie zu sparen?

Ja, absolut. Energie zu sparen lohnt sich im doppelten Sinn. Energieeffiziente Baumaßnahmen werden von der KfW mit Sonderkonditionsprogramm und oftmals auch echten Zuschüssen unterstützt, so dass sich solche Mehrausgaben zumeist schnell amortisieren. Derartige Investitionen entlasten somit über die Zeit gesehen die Haushaltskasse. Auch an dieser Stelle empfiehlt sich das intensive Gespräch mit einem Finanzexperten der Bank, um am Ende eine optimal zusammengestellte Gesamtfinanzierung gegebenenfalls eben mit Einbindung von KfW-Programmbausteinen zu erhalten.

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