Förderschule

Schwimmbad-Eröffnung musste verschoben werden

Beim Ortstermin: Helmut Czichy, Schulleiter Lothar Petrikowski und Joachim Hesseling (von links).

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Beim Ortstermin: Helmut Czichy, Schulleiter Lothar Petrikowski und Joachim Hesseling (von links). Foto: oo

Alpen.   Ein technischer Defekt verhindert die lang geplante Wiedereröffnung des Bades der Förderschule in Bönninghardt. 170 Schüler sitzen noch auf dem Trockenen.

Gestern wäre der Tag gewesen, auf den sich die 170 Schüler der Förderschule Bönninghardt schon lange freuten. „Eineinhalb Jahre konnten wir das therapeutische Schwimmbecken nicht mehr nutzen“, sagt Schulleiter Lothar Petrikowski. „Das ist das Kernstück unserer Schule. Ein seit 1978 liebgewonnenes Becken.“ Kein Schwimmbad, in dem Wettkämpfe ausgetragen werden: „Das Bad als Herz unserer Förderschule ist hochgradig pädagogisch und therapeutisch“, so der Schulleiter. Denn das Schwimmbad ist ein Therapiebecken, in dem Schüler mit Handicap im Wasser behandelt werden können.

In die Jahre gekommen war die Technik, zudem entdeckte man vor fast zwei Jahren Legionellen, weil die veraltete Technik nicht mehr ausreichte, um die hygienischen Anforderungen in der Vergangenheit einzuhalten. Die Erneuerung der Schwimmbadtechnik war daher dringend erforderlich.

Doch der Weg von der Ausschreibung bis zur Sanierung war lang, berichtet Helmut Czichy, zuständiges Vorstandsmitglied für Planung, Bau und Umwelt beim Kreis Wesel. Und so stand der Badebetrieb für die Schüler erst einmal still. Jetzt wurde „die komplette Technik ausgetauscht. Rund 300.000 Euro wurden dafür eingesetzt“, so Czichy.

Gestern kam dann endlich der Tag X, an dem das Bad wieder mit Leben gefüllt werden sollte. Sechs Wochen hatte bereits das Wasser darin gestanden. Petrikowski und Czichy scherzten noch: „Wir haben beide die Badehose dabei.“ Und natürlich hatten dies auch die Schüler. Doch dann kam der Schock – und der saß tief, wie man dem Schulleiter und dem Kreisvertreter anmerken konnte. Ebenso, wie bei Joachim Hesseling, dem für das Bad zuständigen Versorgungstechniker des Kreises.

War es der Vorführeffekt? „Am Donnerstag stellten wir einen Wasserverlust im Becken fest. Heute Morgen war es komplett leer“, berichtete der Versorgungstechniker. Jetzt suche man die Ursache, so das Trio. Eine Mülheimer Spezialfirma rückte dazu an. Techniker Hesseling vermutete einen Fehler in der Elektronik.

Am Montag in Betrieb?

„Ich bin der Einzige, der sich richtig ärgert“, gestand Schulleiter Petrikowski. Aber auch Verwaltungsvorstand Czichy gestand mürrisch: „Es war schon ärgerlich, dass wir den Kindern das Bad nicht früher zur Verfügung stellen konnten.“ Geplant war bereits der Sommer 2017. Doch nach der Komplettsanierung blieb ein Rohr undicht. So wurde aus Sommer und Herbst dann Januar 2018. Und nun diese Panne. Lothar Petrikowski bewahrt sich aber seinen Optimismus, hofft, dass das Bad am kommenden Montag wieder öffnen kann. Darauf warten nicht nur die 170 Schüler und das 98-köpfige Fachpersonal der Bönninghardter Förderschule des Kreises. Das große Becken, 15 mal acht Meter und durch Hubboden ab 0,30 bis 1,30 Meter tief, 32 Grad warm, wird schließlich auch von anderen genutzt. „Täglich ist es von 8.30 bis 21 Uhr in Betrieb.“ Die Moerser Hilda Heinemann-Förderschule fährt eigens die Kinder zur Bönninghardt, nachmittags und abends nutzen es Gruppen, Vereine und vor allem Senioren.

Zusammen mit der schuleigenen Sporthalle, die gerade eine neue Deckenheizung bekam, „haben wir in 2016 insgesamt 650000 Euro in die Bönninghardter Förderschule investiert“, verriet Helmut Czichy. Die Förderschulen seien dem Kreis sehr wichtig.

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