Brauchtum

Silvesterböllern in Borth fiel ins Wasser

   Einige Besucher erfuhren erst vor Ort von der Absage.  

Foto: Peter Bußmann

   Einige Besucher erfuhren erst vor Ort von der Absage.   Foto: Peter Bußmann

Rheinberg-Borth.   Die St. Evermarus-Schützenbruderschaft Borth sagte das Event wegen Sturmböen und Regen ab.

Das schon traditionelle Silvesterböllern der St. Evermarus-Schützenbruderschaft Borth ist am Sonntag ins Wasser gefallen: Mittlerweile zum sechsten Mal wollten die Borther Schützen auf der Schützenwiese zwischen Borth und Wallach am letzten Nachmittag des Jahres das Böllern mit befreundeten Gruppen ausrichten. Doch daraus wurde nichts, die Wetterprognose war zu schlecht. „Sturmböen und Regen waren für den Silvesternachmittag angesagt“, erklärte Ronald Hoffmann, für die fünf Böllerschützen verantwortlich. „Da haben wir am Vortag schweren Herzens abgesagt.“ Neben rund 25 Handböllerschützen hatten auch einige Kanoniere zugesagt. Denn Borth ist für die inzwischen eine Hausnummer.

Die Absage hatte allerdings viele nicht erreicht. So standen einige Neugierige schon lange vor 15 Uhr, dem eigentlichen Anböllern, ratlos vor der leeren Wiese. Nur ein Bretterboden zeigte, wo das Zelt gestanden hätte, wenn, ja wenn die Handböller, eine Art Pistole mit gewaltig dickem Lauf den Anfang gemacht hätten. Ungefährlich ist das Böllern nicht. Daher gibt es ein strenges Regelwerk, auf das der Schießmeister achtet. Diesmal hatte man sogar einvernehmlich mit Rheinbergs Ordnungsamt ein neues Standortkonzept entwickelt. Schussrichtung wäre jetzt das Wäldchen am alten Schacht gewesen, abgewandt von der Borther Bebauung. „Es hatte einige Beschwerden gegeben“, so Hoffmann. „Wegen des Lärms und der Erschütterungen.“ Sogar für die Kanonen hatte man einen eigenen neuen Unterboden eingeplant, der Erschütterungen mindern sollte. Auch der Tierschutz sei als Argument gegen das Böllern angeführt worden. „Aber um Mitternacht wird noch viel mehr geknallt. Da kümmert sich keiner um die Tierwelt“.

Doch diesmal war es das Wetter, das zur Absage führte. „Gar nicht auszudenken, wäre beim Sturm das Zelt mit den Besuchern umgestürzt“, betont Ronald Hoffmann. Und zwei Stunden später schüttete es tatsächlich wie aus Eimern.

Ein strammes Programm, auch mit Signalböllern, wäre abgelaufen. Und nach Fachsimpeln im Zelt wäre jeder noch rechtzeitig zu seiner privaten Silvesterfeier nach Hause gekommen. Jetzt hoffen die Borther Schützen natürlich auf Silvester 2018...

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