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Skurriles Festival in Rheinberg: Wenn Rap auf Lyrik trifft

Heiko Bloemers, Kathi Kern und Renan Cengiz (von links). 

Heiko Bloemers, Kathi Kern und Renan Cengiz (von links). 

Foto: Jan Hemmerich / NRZ

Rheinberg.  Spaß an schräger Kunst? Dann ist dieser Termin der richtige. „Rap auf Lyrik trifft“ heißt es am Samstag, 14. September beim Festival in Rheinberg.

Vertanzte Gedichte, gesungene Geschichten, beschriebene Bilder, poetische Performance und lyrisches Theater – es gibt wohl kaum eine Mischform aus Kunst und Literatur, die beim Festival „Zusammen/Kunst!“ noch nicht zu sehen war. Zum sechsten Mal kommen Autoren und Künstler aus ganz Deutschland am Samstag, 14. September, für ein Wochenende im Haus der Generationen (Grote Gert 50) in Rheinberg-Annaberg zusammen, um sich zu vernetzen, voneinander zu lernen und die eigenen Horizonte zu erweitern und um natürlich ihre Kunst zu präsentieren.

Initiator des Festivals ist der gemeinnützige Verein „KeinVerlag“ der sich für die Förderung junger und jung gebliebener Literatur und Kunst einsetzt, besonders im Amateurbereich. „Unsere Jüngsten sind gerade 15 Jahre alt, die meisten zwischen 18 und 25. Uns liegt besonders die Förderung des künstlerischen Nachwuchses am Herzen, und wir freuen uns immer wieder darüber, wie bereichert und motiviert unsere Teilnehmer aus dem Festivalwochenende nach Hause fahren“, sagt Renan Cengiz, Vorsitzender des Vereins. Dabei würden regelmäßig nicht nur Freundschaften, sondern auch künstlerische Projekte und Partnerschaften entstehen. Das Festival hat auch seinen Ursprung in Rheinberg.

Mystische Gänsehaut-Musik

Renan Cengiz rief es 2013 als Kulturschaffender damals noch im Jugendzentrum Zuff ins Leben. „Mit der Zeit hat es sich schließlich etabliert und bewährt. Es hat sich ein Netzwerk gebildet“, erklärt er. Dieses Jahr eröffnet die Jazz- und Tribal-Kombo Charli und Heiko den öffentlichen Teil um 17.30 Uhr (Einlass 17 Uhr). Gitarrist Heiko Bloemers ist als Rheinberger Lokalmatador den meisten Musikbegeisterten sicherlich ein Begriff. Seine Partnerin Charli Kornblum lebt in Spanien, stammt aus einer Musikerfamilie und trägt das Erbe ihrer Eltern in die nächste Generation: Obertongesang und mystische Gänsehaut-Musik.

Dann folgen die Beiträge der teilnehmenden Autoren- und Künstlerteams: Musik, Lyrik, Stand-up-Comedy, Foto- und Videokunst. Mit dabei sind unter anderem Ten Sing Moers (Musik-Theater), Matthias Cordes (Video), James Partoir (Fingerstyle -Gitarre) und Brudertaktierer (Rap/Gitarre/Gesang). Ihre Beiträge treffen auf Texte der acht Autoren, zu denen neben dem Vorsitzenden Renan Cengiz, auch Constanze Thum und Alina Becker zählen. Dabei wird es wohl auch dieses Mal wieder einige Überraschungen geben.

Performance einstudiert

„Oft sehen sich Künstler und Autor im Vorfeld gar nicht und treffen hier erstmals aufeinander. Wenn ihre eigentliche Kunst dann noch weit entfernt von der ihres Partners ist, entstehen spannende neue Kombinationen. Wir setzen da kaum Grenzen“, so der Vereinsvorsitzende. Die Paare bilden sich bereits einige Monate vorher. Knapp dreieinhalb Tage haben sie während des Festivals Zeit, ihre Performance dann in Rheinberg einzustudieren, bis sie diese vor Publikum präsentieren.

Die 26-jährige Alina Becker ist unter ihrem Pseudonym Skala bereits seit mehreren Jahren im Vorstand des Literaturvereins tätig und zum vierten Mal Teilnehmerin des Festivals. „Ich habe in den letzten Jahren als Vorleserin neben einem großen blauen Fass gestanden, zusammen mit einer Dichterin Bildmaterial eines Fotografen in Worte verpackt und bin spontan zur Rapperin mutiert – stilecht mit umgedrehtem Cap.“

Ihr diesjähriger Bühnenpartner, der sich selbst nur „Owald“ nennt, ist zum dritten Mal dabei. Er mache keine Kunst, versichert der humorvolle Musiker und Autor, er wolle nur spielen. Für den Dortmunder ist das Festival eine Gelegenheit, seinen Alltag im Putzmittelgroßhandel hinter sich zu lassen und seinen Leidenschaften nachzugehen: „Das Miteinander und der Applaus auf dem „Zusammen/Kunst!“ sind für mich ein Lebenselixier für den Rest des Jahres“, so Owald.

Der Eintritt für den gesamten Abend beträgt 6 Euro.

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