Leukämie

So kämpfen Freunde für Vivien und andere erkrankte Menschen

Eyleen (links) unterstützt ihre Freundin Vivien, die zum zweiten Mal an Leukämie erkrankte.

Eyleen (links) unterstützt ihre Freundin Vivien, die zum zweiten Mal an Leukämie erkrankte.

Foto: Dkms

Xanten/Moers.  Die an Blutkrebs erkrankte Vivien (Xanten) hat einen Stammzellenspender gefunden. Ihre Freunde hielten an der Typisierung fest und sind dankbar.

Die Anteilnahme war riesig: Das Schicksal der 23-jährigen Vivien aus Xanten bewegte in der vergangenen Woche viele Menschen. Vivien war zum zweiten Mal an Leukämie erkrankt. Nachdem sie 2014 schon einmal den Blutkrebs besiegt hatte, kehrte die Krankheit im Sommer dieses Jahres zurück. Viviens Geschichte und der Aufruf, sich als potenzieller Stammzellspender registrieren zu lassen, wurde in den sozialen Medien geteilt, Genesungswünsche und mutmachende Worte hinterlassen. „Wir waren davon komplett überwältigt“, sagte Eyleen Kaiser, eine der engsten Freundinnen von Vivien, im Nachhinein.

Viviens Familie und Freunde hielten an Typisierungsaktion fest - Registrierung tut gar nicht weh

Freunde und Familie der Xantenerin waren unermüdlich im Einsatz: Versuchten über Pressemitteilungen und Flugblätter für eine Typisierung zu werben, um so einen potenziellen Stammzellenspender zu finden. Darüber hinaus organisierten sie am Sonntag eine Typisierungsaktion im Mercator-Berufskolleg in Moers. Dann kam in der vergangenen Woche die gute Nachricht: Für die 23-Jährige wurde zum zweiten Mal ein passender Stammzellenspender gefunden. „Wir waren alle aus dem Häuschen, wussten nicht mehr, wo oben und unten ist und haben einfach nur geweint“, erzählte Kaiser. „Die Chance, zum zweiten Mal einen Spender zu finden, der zu 100 Prozent passt, ist verhältnismäßig nicht so hoch.“

Dennoch hielten die Freunde und Viviens Familie an der Registrierungsaktion fest. „Uns ist es wichtig, dass auch anderen erkrankten Menschen geholfen werden kann“, so Kaiser, die sich trotzdem mehr offizielle Aufklärungsarbeit wünschen würde, um die Stammzellspende noch bekannter zu machen. Die Registrierung tut nämlich gar nicht weh. Mit einem Wattestäbchen wurde am Sonntag ein Abstrich aus dem Mund genommen, der nun im Labor untersucht wird.

144 neue Registrierung - Organisatoren freuen sich über das Ergebnis in Moers

Die Ergebnisse werden typisiert und in die Stammzellendatenbank der DKMS übertragen. Dort sind bereits 8,5 Millionen Personen als potenzielle Stammzellspender registriert. 144 Menschen haben sich an diesem Tag in Moers typisieren lassen. Hinzu kamen 800 Euro an Spenden für die DKMS. Denn jede Registrierung kostet die Organisation 35 Euro. „Wir hatten gar keine Vorstellung, wie viele Menschen wohl kommen würden. Wir waren über jeden dankbar und finden, dass 144 neue Registrierungen ein tolles Ergebnis sind.“ So eine Aktion organisiert man natürlich nicht jeden Tag. Doch für Eyleen Kaiser war die viele Arbeit eine Selbstverständlichkeit. Gleichzeitig gab ihr die Organisation Kraft, stark für ihre Freundin zu sein. „Es ist wie ein Strohhalm an den man sich klammert. Wir können für Vivien nichts anderes machen, als eine Stütze zu sein und versuchen, viele Menschen zu mobilisieren, um eventuell ein Leben zu retten.“

Selbst konnte Vivien bei der Registrierungsaktion nicht dabei sein. Über den Verlauf hielten ihre Freunde sie aber per Handynachricht auf dem Laufenden. „Sie hat uns wahre Engel genannt“, sagte Kaiser. Vivien erhält voraussichtlich in der nächsten Woche ihre Stammzellspende und damit die Chance auf ein gesundes Leben.

Das ist die DKMS:

  • Die DKMS gemeinnützige GmbH (ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei) ist eine deutsche gemeinnützige Organisation mit Sitz in Tübingen.
  • Die DKMS ist auf Spenden angewiesen.
  • IBAN DE44 7004 0060 8987 0001 69, Verwendungszweck: VEU 002
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