Polizei

So können sich Senioren in Xanten vor Betrug schützen

Polizist Michael Kootz-Landers berät Senioren.

Polizist Michael Kootz-Landers berät Senioren.

Foto: Deborah Hartmann

Xanten.  Ältere Menschen sind oft Opfer von Kriminalität. Die Polizei erklärt, wie man das Risiko mindern kann.

„Grundsätzlich kann Kriminalität jeden treffen. Aber die Wahrscheinlichkeit, Opfer zu werden, hängt vom eigenen Verhalten ab.“ Mit diesem Appell eröffnete Kriminalhauptkommissar Michael Kootz-Landers die Informationsveranstaltung zur „Seniorenkriminalität“ im Haus der Begegnung in Xanten. Er gab Hinweise, wie sich ältere Menschen in verschiedenen Situationen verhalten sollten.


Falsche Polizeibeamte Unbekannte, die sich am Telefon als Polizei ausgeben, beschäftigen die Kreispolizei Wesel momentan besonders. Trickreich ist, dass die Rufnummer örtlicher Polizeidienststellen oder die 110 im Telefondisplay erscheint. Die Anrufer, die oft in Callcentern sitzen und gezielt Telefonanschlüsse mit älter wirkenden Vornamen auswählen, erzählen ihren Opfern Geschichten über aktuelle Straftaten. Besonders beliebt: Der Einbruch in der Wohngegend und die Gefahr durch flüchtige Täter, auf deren Liste der Name des Opfers angeblich stehen soll. Deswegen solle man zum vermeintlichen Schutz Bargeld oder Wertgegenstände aushändigen, sagen dann die falschen Polizisten.

Niemals mit vollem Namen melden

„Die Polizei würde Sie niemals zu so etwas auffordern“, warnte Kootz-Landers. Auch die 110 im Display sei ein Warnsignal, da diese bei einem Anruf der Polizei niemals erscheine. Im Zweifelsfall solle man sich den Namen des vermeintlichen Beamten geben lassen, auflegen, die 110 wählen und sich bei der Leitstelle absichern. Ein weiterer Tipp: Sich niemals mit vollem Namen melden – auch wenn man es früher anders gelernt hat. „Der Betrüger nimmt jede Information dankbar auf und nutzt sie für sich“, so der Kommissar.

Betrug an der Haustür Oft klingeln die Täter direkt an der Tür. Hierbei sei der Ideenreichtum riesig: Vom angeblichen Mitarbeiter der Stadtwerke, der die Zählerstände ablesen wolle, bis zum Durchfahrenden, der gern die Toilette nutzen möchte. „Die Täter holen die Menschen bei ihren positiven Eigenschaften ab und nutzen deren Vertrauen, Mitgefühl und Hilfsbereitschaft aus“, so Kootz-Landers. Er legte Senioren ans Herz, ihre Haustür immer abzuschließen, auch wenn sie zuhause seien. Wenn es klingle, solle man die Tür nur aufmachen, wenn ein Riegel oder eine Kette vorhanden sei.

Im Zweifelsfall lieber Nein sagen

Weitere Fallen Auch in anderen Situationen sind Trickdiebe aktiv: So sollte man bei Fragen nach Geldwechseln oder dem ADAC-Mitgliedsausweis hellhörig werden, rät der Polizist. Anzeigen, in denen der Ankauf von Pelz und Gold angeboten wird, seien ebenfalls mit Vorsicht zu betrachten: „Im schlimmsten Fall lädt man den Dieb zu sich in die Wohnung ein.“ Er appellierte an die Zuhörer, im Zweifelsfall lieber „Nein“ zu sagen – auch wenn es schwerfalle.

Die Kreispolizei Wesel bietet eine kostenlose Präventionsberatung in der eigenen Wohnung an. Information unter 0281/ 1074420.

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