Energie

Umstrittenes Solvay-Kraftwerk: Pinkwart legt den Grundstein

Bürgermeister Frank Tatzel, NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart und Solvay-Werkleiter Norbert Mülders (von links) unterschreiben ein Plakat, das in die Zeitkapsel kam und im Fundament versenkt wird.

Bürgermeister Frank Tatzel, NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart und Solvay-Werkleiter Norbert Mülders (von links) unterschreiben ein Plakat, das in die Zeitkapsel kam und im Fundament versenkt wird.

Foto: Jasmin Ohneszeit

Rheinberg.  Der NRW-Wirtschaftsminister (FDP) lobt beim Startschuss für das Projekt „Woodpower“ in Rheinberg die Investition in klimafreundeliche Industrie.

Ein komplexes Genehmigungsverfahren, ein Erörterungstermin mit gut zwei Dutzend Einwendungen und ein vorzeitiger positiver Baubescheid liegen hinter dem Rheinberger Chemiekonzern Solvay. Dieser möchte gegenüber des bestehenden Werkes das Holzkraftwerk „Woodpower“ errichten. Das Projekt ist aktuell die größte Investition innerhalb der Solvay-Gruppe. Mit „Woodpower“ sollen die CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen am Standort in Rheinberg um rund 25 Prozent – das sind fast 190.000 Tonnen pro Jahr – reduziert werden. Anfang August wurde die Baustelle an der B 57 eingerichtet. Gestern folgte dann die offizielle Grundsteinlegung, die Andreas Pinkwart, Wirtschaftsminister des Landes Nordrhein-Westfalen, persönlich vornahm. „Wir fühlen uns sehr geehrt“, sagte Solvay-Werkleiter Norbert Mülders.

Rund 100 weitere geladene Gäste, darunter Geschäftsführer und Mitarbeiter von Solvay, Vertreter der Rheinberger Verwaltung sowie der Kommunal- und Landespolitik kamen zu diesem Ereignis. „Das Projekt ist ein klares Bekenntnis zum Rheinberger Standort“, betonte Mülders. „Von der Idee übers Konzept bis zur Umsetzung ist es ein Projekt made in Rheinberg.“

Mit Schnaps gefüllt

Direkt neben dem Solvay-Kessel möchte die Firma AVG Baustoffe aus Goch eine Altholzaufbereitungsanlage errichten und betreiben. Diese soll dann das Holzkraftwerk „Woodpower“ versorgen. Einen Erörterungstermin gab es dazu vor knapp zwei Wochen. „Wir erwarten, dass der vorzeitige Baubeginn ähnlich schnell wie bei uns erteilt wird“, sagte Mülders zuversichtlich. Minister Andreas Pinkwart lobte den freiwilligen Beitrag zum Klimaschutz der Solvay.

„Es ist alles andere als ein leichter Spaziergang, um in der Industrie klimaneutral zu werden“, betonte er. „Sie nehmen das Thema Energieeffizienz selbst in die Hand und setzen neben Innovation auf Investition und zeigen mit „Woodpower“, dass man sich der Klimaherausforderung stellen kann.“

Auch Rheinbergs Bürgermeister Frank Tatzel gratulierte dem Unternehmen zum offiziellen Baubeginn. „Mit meiner größten Achtung kann ich sagen, dass „Woodpower“ das größte CO2-Einsparprojekt im Stadtgebiet von Rheinberg ist und damit vollkommen in Linie mit den Klimazielen der Stadt steht.“ Dann konnte zur Tat geschritten werden. Ausgestattet mit entsprechender Sicherungskleidung, ließen Minister Pinkwart, Bürgermeister Tatzel und die Solvay-Geschäftsleitung die Zeitkapsel, die mit einem Plakat voller Unterschriften, ein paar Glücksmünzen und einem Underberg-Schnaps gefüllt war, im Fundament auf der Baustelle ein.

In Rheinberg kann man das wohl sagen: ‚Glück auf!‘ für dieses tolle Projekt“, sagte Andreas Pinkwart.

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