Kirche

Sonntag fusionieren die Pfarrgemeinden Rheinberg und Borth

Pfarrer Martin Ahls mit den Urkunden zur Fusion.

Pfarrer Martin Ahls mit den Urkunden zur Fusion.

Foto: crei

Aus den katholischen Pfarrgemeinden Rheinberg und Borth wird die neue Gemeinde St. Peter Rheinberg. Ändern werden sich die Gottesdienstzeiten.

Rheinberg. Martin Ahls, leitender Pfarrer der Pfarrgemeinde St. Peter, ist ganz entspannt, wenn er auf die bevorstehende Fusion angesprochen wird. Viele Schritte seien in diesem Zusammenhang schon erfolgt, sagt er. Morgen um 10 Uhr wird der Zusammenschluss in einer Messe in der St. Peter-Kirche mit der Gemeinde St. Evermarus Borth offiziell vollzogen. Genauer gesagt: An diesem Tag hören die Gemeinden St. Peter und St. Evermarus auf, in ihrer bisherigen Form zu existieren. Die neue Gemeinde trägt dann den Namen St. Peter Rheinberg und umfasst dann auch Borth, Ossenberg und Wallach.

Drei Urkunden besiegeln diesen Schritt. Eine kirchliche, unterzeichnet vom Münsteraner Bischof Felix Genn, über die bischöfliche „Errichtung“ der neuen Pfarrei. Eine weltliche, unterzeichnet von der Düsseldorfer Regierungspräsidentin Birgitta Radermacher, weil Pfarreien staatlich anerkannt sein müssen. Und eine dritte über die Bestellung des Verwaltungsausschusses. Darauf ist der Übergang bis zu den Kirchenvorstandsneuwahlen im November dokumentiert. Probleme durch die Fusion mit Borth sieht Martin Ahls, der seit nun elf Monaten in Rheinberg lebt und arbeitet, nicht auf sich und seine Kollegen zukommen. „Das Verhältnis zu Borth ist ausgesprochen herzlich“, unterstreicht er. „Im zurückliegenden Jahr ist sehr viel Vertrauen entstanden.“ Denn in den Bereichen, die für die katholischen Christen sicht- und erlebbar seien, ändere sich nicht viel. Ahls: „In der Pfarrei bleiben sechs Gemeinden bestehen, die jeweils einen Gemeindausschuss haben. Dadurch ist die Vielfalt des Gemeindelebens weiterhin gewährleistet. Viele Dinge müssen vor Ort entschieden werden, weil die dort tätigen Menschen sich da am besten auskennen.“

Übliche Anpassungen

Ändern werden sich die Gottesdienstzeiten. Wobei die, so Ahls, sich auch ohne eine Fusion hätten verändern können – „das sind ganz übliche Anpassungen, die es in jeder Gemeinde gibt“. Verschwinden wird die Rotation zwischen St. Peter und St. Anna. Morgen ist die Messe in St. Peter um 10 Uhr, in St. Anna immer um 11.30 Uhr. Einmal am Sonntag um 11 Uhr und dann wieder am Samstag um 18 Uhr, und das im Wechsel – das gehört der Vergangenheit an. Martin Ahls: „In St. Peter führen wir eine zusätzliche Sonntagsmesse um 18 Uhr ein. Es kommt durch die Fusion also sogar etwas dazu und es fällt nichts weg.“ Dieses Angebot sei als ein Extra-Service für die Gläubigen gedacht – besonders gestaltete, thematisch angelegte Gottesdienste. In der Fastenzeit zum Beispiel orientiert an Fastenliedern.

In der neuen Pfarrgemeinde werden Schwerpunkte weiter vertieft. So soll St. Anna das Profil als Gottesdienstort für Kinder, Jugendliche und Familien weiter schärfen, während in St. Peter etwa die Bedeutung als kirchenmusikalisches Zentrum noch stärker betont wird. Aktualisiert werden auch die Büroarbeiten. Das Pfarrbüro in Borth bleibt erhalten, das Büro im alten Pastorat am Kirchplatz wird künftig etwas länger geöffnet sein.

Ein Leitwort für dieses denkwürdige Jahr gibt es auch. Es wurde bezeichnenderweise in Borth kreiert und unterstreicht die Bedeutung der St. Peter-Gemeinde als Fischer-Petrus-Gemeinde: „In einem Boot“. „Im Laufe des Jahres wird es verschiedene Veranstaltungen geben, die mit der Fusion zu tun haben“, sagt Pfarrer Ahls. „Zum Beispiel ein Frauenfest, das die katholischen Frauengemeinschaften gemeinsam feiern. Das hat es bisher noch nicht gegeben.“ Oder einen „Kerkepad“ – ein Tag, an dem alle Kirchen in der Pfarrei geöffnet sein werden und Menschen über die Gotteshäuser berichten. Martin Ahls: „Das alles bestärkt mich in der Überzeugung, dass sich die Fusion mit Leben füllen wird.“

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