Erziehung

Sonsbecker Kinder pflanzen auf dem Friedhof Blumen

Fleißig bei der Arbeit: die Sonsbecker Flick-Flack-Kinder

Fleißig bei der Arbeit: die Sonsbecker Flick-Flack-Kinder

Besuche auf dem Friedhof gehören zum Programm der Kita St. Maria Magdalena. Die Kinder verteilten je 200 Narzissen- und Tulpenzwiebeln.

Sonsbeck. „Schön, dass ihr die Welt hier auf dem Friedhof ein bisschen bunter machen wollt“, begrüßt Theo Gesthuysen vom Kirchenvorstand die 25 Jungen und Mädchen. Die Flick-Flack-Kinder, wie die Vorschulkinder in der Kindertagesstätte (Kita) St. Maria Magdalena in Sonsbeck genannt werden, treffen sich an diesem Morgen mit den Friedhofsgärtnern Fritz und Dominik Petzchen, um Blumenzwiebeln zu setzen. Je 200 Narzissen- und Tulpenzwiebeln gilt es auf den beiden vorbereiteten Beetflächen zu verteilen, damit es im Frühjahr schön bunt blüht auf dem Rasen.

Umgang mit Trauer erfahren

Berührungsängste mit dem Friedhof hat die Gruppe nicht. Fast alle waren schon mal hier. „Für die Kinder ist der Besuch auf dem Friedhof ganz normal“, berichtet Kita-Leiterin Brigitte Michalleck. „Sie erzählen, dass Oma oder Opa hier liegen, und stellen viele Fragen. Nicht immer können wir alles beantworten, aber das sagen wir dann auch.“ Für Brigitte Michalleck gehören Besuche auf dem Friedhof zum Kita-Jahresprogramm. „Es wichtig, dass die Kinder auch den Umgang mit Trauer erfahren.“ Fritz und Dominik Petzchen möchten den Kindern einen Bezug zum Friedhof vermitteln. „Sie sollen wissen, dass Sterben nicht anonym ist, dass etwas bleibt“, erklärt Fritz Petzchen. Mit seinen Mitarbeitern kümmert er sich um die Rahmenpflege des Sonsbecker Friedhofs sowie die Grabpflege.

Die Flick-Flacks interessieren sich aber momentan jedoch nur für die Blumenzwiebeln in den beiden Eimern, die Dominik Petzchen ihnen entgegenhält. Wer „seine“ Zwiebel ausgesucht hat, versucht eine Schaufel zu ergattern. Eifrig werden Löcher gegraben und die Zwiebeln hineingesteckt. Manche Kinder wissen bereits, welcher Teil nach oben ragen sollte, anderen erklärt der Winnekendonker in aller Ruhe, wie es richtig ist. 400 Zwiebeln sind mehr Arbeit, als die Junggärtner gedacht hatten.

Zu Besuchen anregen

Schnell einigen sich die jungen und älteren Gärtner darauf, dass die „kleinen Hände“ die Blumen auf der Erdfläche anordnen und die „großen Hände“ diese dann fachkundig in die Erde bringen. „Und dann blühen die am nächsten Tag“, ist ein Nachwuchsgärtner überzeugt. „Das dauert noch ein bisschen. Erst wenn der Winter vorbei ist. Dann könnt ihr mit Mama und Papa gucken kommen, ob die Blumen blühen“, stellt Theo Gesthuysen richtig. Denn genau das ist das Ziel der Aktion: Zu Besuchen auf dem Friedhof anzuregen und so mögliche Hemmschwelle abzubauen.

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