Spargelsaison

Spargel aus der Region – klassisch oder als Torte

Auf den Feldernvon Theo Hußmann (links) haben er und seine Erntehelfer in diesen Tagen jede Menge zu tun.

Auf den Feldernvon Theo Hußmann (links) haben er und seine Erntehelfer in diesen Tagen jede Menge zu tun.

Foto: Jasmin Ohneszeit

Alpen-Menzelen.  Die Spargelsaison ist gestartet. Landwirt Theo Hußmann aus Alpen bewirtschaftet 8,5 Hektar für das Gemüse – und er hat ein Lieblingsrezept.

Spargel und Blätterteig passen für Theo Hußmann einfach perfekt zusammen. Sein Geheimtipp für alle, die das königliche Gemüse nicht nur klassisch mit Sauce Hollandaise oder Schinken essen wollen: Eine feine Spargeltorte. Dazu muss man in eine mit blätterteigausgelegte Springform Spargel und Schinkenstreifen geben, eine Soße aus Sahne und Eigelb darüber verteilen und backen.

Das genaue Rezept gibt Spargellandwirt Theo Hußmann seinen Kunden gerne beim Einkauf in seinem Hofladen auf dem Spargelhof Hußmann an der Jägerruh in Menzelen mit. Seit 30 Jahren verkauft der Alpener das Gemüse, in diesem Tagen ist die Saison offiziell gestartet. Theo Hußmann hat den ersten Spargel aber bereits im März gestochen. „Wir sind in diesem Jahr sehr früh dran, weil der Februar schon so warm war. Die hohen Temperaturen sind perfekt für das Gemüse“, erklärt Hußmann. Spargel wächst am besten bei einer Tagestemperatur von 25 Grad, nachts sollten es idealerweise 15 Grad sein. Sind diese Bedingungen gegeben, könne man dem Spargel quasi beim Wachsen zugucken: Bis zu zehn Zentimeter schafft eine Stange am Tag.

Zwar hat die Spargelzeit nun schon früher begonnen, aber Sorgen, bis zum 24. Juni, dem offiziellen Ende der Saison, ohne Spargel dazustehen, hat der Landwirt nicht. „Es gibt ja frühe und späte Sorten. Wir stechen wahrscheinlich am 23. Juni, das ist der Sonntag, die letzten Stangen.“

Und dann ist da ja noch die Sache mit den Folien, die die Spargelreihen abdecken. Manchmal sind sie weiß, manchmal aber auch schwarz – aus einem bestimmten Grund: Die schwarze Plane nimmt die Wärme auf und fördert das Stangenwachstum, die weiße Plane hemmt es, weil sich der Boden unter der Folie nicht so stark erwärmt. „Mit der weißen Folie stechen wir sogar weniger Spargel, als wenn überhaupt keine Folie auf den Feldern liegt.“

8,5 Hektar bewirtschaftet Hußmann rund um seinen Hof. Pro Hektar werden voraussichtlich sechs Tonnen Spargel geerntet. Acht Erntehelfer hat der Landwirt derzeit beschäftigt. Sie arbeiten täglich auf den Ackerflächen. In zügigem Tempo haben sie auch gestern Reihe für Reihe gestochen. Ihr Equipment: Ein einfaches Stecheisen.

Doch woher weiß man nun, wie tief die Stange in der Erde steckt? „Das ist eine Gefühlssache“, sagt Theo Hußmann lachend. „Irgendwann weiß man einfach, wie tief man stechen muss.“ Einen kleinen Anhaltspunkt gibt es trotzdem: Eine Spargelstange ist ungefähr 22 Zentimeter lang, aus der Erde gestochen wird sie bei ungefähr 27 Zentimetern. Jede Pflanze produziert pro Saison etwa 15 Spargelstangen.

Der Spargelkonsum habe sich in den vergangenen Jahren allerdings verändert, weiß Hußmann. „Es ist kein Luxusessen mehr. Generell hat sich das Kochverhalten verändert, es fehlt die Zeit, um beispielsweise ein ausgiebiges Mittagessen zu kochen.“ Und: Weil es fast jedes Gemüse zu jeder Jahreszeit gibt, werde weniger gekauft. „Großmengen Spargel, um den dann einzufrieren, kauft fast keiner mehr.“

Spargelpreise sind stabil

Dennoch ist Hußmann immer noch gerne Spargelbauer – aus Überzeugung. Den Hof in Menzelen betreibt er seit 1987, den ersten Spargel hat er 1989 gestochen. Mittlerweile hat er den Hof an einen holländischen Landwirt verpachtet, hinter der Verkaufstheke steht er in seinem Laden aber immer noch gerne.

Der Spargel kostet derzeit je nach Klasse zwischen acht und zwölf Euro pro Kilogramm. Der Preis sei mit dem aus den Vorjahren vergleichbar.

Der Spargelhof Hußmann bietet dazu noch einen ganz besonderen Service an: Das Gemüse wird auf Wunsch nicht nur geschält, sondern auch per Post direkt nach Hause versendet.

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