Schule

SPD will Tablets für alle Sonsbecker Grundschüler

Die SPD will die Digitalisierung des Unterrichts vorantreiben. Die Verwaltung verweist auf das noch fehlende Konzept.

Die SPD will die Digitalisierung des Unterrichts vorantreiben. Die Verwaltung verweist auf das noch fehlende Konzept.

Foto: Armin Weigel / dpa

Sonsbeck.  Der Schulausschuss der Gemeinde Sonsbeck diskutiert morgen über digitales Lernen und Chancengleichheit

Die Verwaltung der Gemeinde Sonsbeck will gemeinsam mit der Johann-Hinrich-Wichern-Grundschule kurzfristig prüfen, ob und wie ein Einsatz von Tablets für alle 228 Grundschüler sinnvoll und realisierbar ist. Gleichzeitig sollen die notwendigen Rahmenbedingungen für den Einsatz von mobilen Endgeräten geklärt werden. So lautet der Beschlussvorschlag für den Schulausschuss, der am morgigen Donnerstag, 28. Mai, 18 Uhr, darüber abstimmt.

Die SPD hat beantragt, kurzfristig für alle Schülerinnen und Schüler an der Johann-Hinrich-Wichern-Schule Tablets zu beschaffen, um gerade in einer Zeit wie der Corona-Pandemie, wenn der Unterricht ausfällt, gleiche Bildungschancen für alle sicherzustellen und allen Familien die notwendige Lernunterstützung zu gewähren.

Von der Schulleitung werde der SPD-Antrag grundsätzlich begrüßt, schreibt die Verwaltung in der Sitzungsvorlage. Eine kurzfristige Anschaffung der Tablets sei aber aus Sicht der Schule nicht umsetzbar, da bisher nur ein vorläufiges pädagogisch-technisches Medienkonzept erarbeitet worden sei, das noch mit dem Schulträger abgestimmt werden müsse. Zudem sei wegen des nun angelaufenen „rollierenden Systems“ gewährleistet, dass alle Schülerinnen und Schüler im Vier-Tages-Rhythmus im Klassenverband unterrichtet würden und die geregelte Erledigung der Aufgaben durch das Lehrerkollegium sichergestellt werden könne.

Geld für Sonsbeck aus der Bundesinitiative „Digitalisierung der Schulen“

Vom Land sei im Rahmen der Umsetzung der Bundesinitiative „Digitalisierung der Schulen“ im Herbst die Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung der Digitalisierung in Schulen in Nordrhein-Westfalen erlassen worden. In diesem Rahmen werde für die Gemeinde Sonsbeck für die Grundschule ein Förderbudget in Höhe von 95.966 Euro bereitgestellt. Das Geld müsse bis zum 31. Dezember 2021 abgerufen werden. Für die Beschaffung digitaler Endgeräte stünden dabei maximal 25.000 Euro zur Verfügung.

Voraussetzung für die Umsetzung des Digitalpaktes und den Antrag auf Förderung, der bis zum 31. Juli gestellt sein muss, ist ein von der Schule und der Gemeinde als Schulträger erstelltes pädagogisch-technisches Medienkonzept. Das von der Grundschule erstellte Konzept werde derzeit mit der Verwaltung abgestimmt.

Zum Ausbau der Medienkompetenz der Schüler sieht das Konzept derzeit – neben einer flächendeckenden Wlan-Anbindung aller Klassen und Fachräume – die Anschaffung von sechs Dokumentenkameras und Beamern sowie sechs Smartboards vor. Darüber hinaus sollen zwölf Farbdrucker, 15 Tablets und zehn Roboter angeschafft werden.

Zur Umsetzung des SPD-Antrages müssten Eigentumsverhältnisse, Versicherungsfragen, Software-Lizenzen, Wartung und Pflege sowie die Medienkompetenz der Benutzer geklärt werden. Auch das angekündigte 500-Millionen-Paket des Bundes für Online-Lehrangebote der Schulen und ein Zuschuss von 150 Euro für die Anschaffung von Endgeräten für berechtigte Schülerinnen und Schüler sollte nicht außer Acht gelassen werden, so die Verwaltung. Die SPD rechnet mit Kosten von 34.000 Euro bei einem Einzelpreis von 120 Euro pro Tablet.

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