Theater

Speed Dating auf dem Markt

„Speed Dating“ heißt die Komödie der Theaterfrauen.

„Speed Dating“ heißt die Komödie der Theaterfrauen.

Foto: arfi

Andra Sprünken schrieb den Frauen der Theatergruppe St. Ulrich Millingen die Komödie auf den Leib. Am Sonntag, 4. März, ist Premiere.

Rheinberg. Jedes Jahr im Sommer, wenn andere in der Eisdiele sitzen, treffen sich die Frauen der Theatergruppe der St.-Ulrich-Schützenbruderschaft Millingen, um ihr neues Stück auszusuchen. Im vergangenen Jahr wollte dieses Vorhaben allerdings nicht gelingen. „Uns hat einfach nichts gefallen“, erinnert sich Regisseurin Monika Willert. Nach einer Phase intensiven Nachdenkens nahm schließlich Andra Sprünken das Heft des Handelns in die Hand und schrieb ihren Mitspielerinnen kurzerhand ein Stück auf den Leib.

„Kurzerhand“ darf in dem Zusammenhang durchaus wörtlich genommen werden. „Ich habe zwei Tage gebraucht, dann waren die vier Akte fertig“, so Sprünken. Die Inspiration zur Komödie „Speed Dating“ bezog sie direkt aus der Nachbarschaft, auch wenn das liebevoll gestaltete Bühnenbild im Annaberger Pfarrheim keinen realen Bezug aufweist. Dort befindet sich die vom Bürgermeister geführte Millinger Dorfkneipe in Nachbarschaft zur Kirche, getrennt nur vom Markt. Auf dem buhlen Pfarrer und Bürgermeister in bester Don-Camillo- und Peppone-Manier um Kunden.

Doch schon bald dämmert den beiden Alten, wo das eigentliche Problem liegt: Millingen braucht dringend Nachwuchs. „Leider sehen die Millinger Singles keine Notwendigkeit, zu heiraten und Kinder in die Welt zu setzen. Deshalb veranstalten Bürgermeister und Pfarrer auf dem Markt ein Speed Dating, um die Hormone der Kandidaten in Schwung zu bringen“, erzählt Andra Sprünken.

Für die Dialoge hat sich die Autorin in den Weiten der romantischen Literatur umgesehen. So flötet die verliebte Katrin Kruse (Monika Willert) etwa in einer Szene „Ich fürchte nichts – nichts – als die Grenzen deiner Liebe“ aus Schillers Kabale und Liebe, und auch der große französische Philosoph Voltaire wird zitiert. „Wir lernen hier nicht nur für das Stück, sondern fürs Leben“, meint Antje Kremer-Adams augenzwinkernd.

Das Ensemble empfindet es als willkommenes Geschenk, die Verfasserin des Stückes in den eigenen Reihen zu haben. „Wir können immer wieder unterbrechen und Andra fragen, wie sie sich die Szene vorgestellt hat. Die Autorin dabei zu haben, ist perfekt“, so Willert. Die letzten Proben bis zur Premiere am Sonntag absolvieren die Darsteller bereits in Bühnengarderobe. „Man spielt ganz anders, nimmt die Rolle viel besser an, wenn man das Kostüm anhat“, sagt Willert. An ihren Part musste sie sich erst gewöhnen: „Ich spiele eine zickige, hochnäsige Deutschlehrerin. Aber die anderen meinten, die Rolle passt zu mir.“ Die Premiere am Sonntag beginnt ebenso wie der Seniorennachmittag am 7. März eine Stunde vorher mit Kaffee und Kuchen. Beide Vorstellungen sind ausgebucht. Interessenten dürfen sich Freitag, 9. März, 19.30 Uhr vormerken. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

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