Interview

St.-Josef-Hospital Xanten: Kümmern – von Essen bis WLAN

Das St.-Josef-Hospital in Xanten.

Das St.-Josef-Hospital in Xanten.

Foto: St.-Josef-Hospital

Xanten.   Heinz Roters ist seit 2017 Patientenfürsprecher am Xantener St.-Josef-Hospital. Er ist im Krankenhaus für Menschen mit Problemen da.

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Heinz Roters hat viele Jahre als Lehrer und Schulleiter gearbeitet. Seit 2017 ist er der Patientenfürsprecher am Xantener St.-Josef-Hospital. Im Interview mit unserer Redaktion spricht er über seine Aufgabe im Krankenhaus und erklärt, wie er den Menschen helfen kann, die sich mit einem Problem an ihn wenden.

Herr Roters, wie wird man Patientenfürsprecher?

Roters: Ich bin in Obermörmter geboren, wohne in Xanten und war 17 Jahre lang Rektor der Viktor-Grundschule. Klar, dass ich in der langen Zeit das Krankenhaus in der Hees persönlich als Patient sowie auch über Verwandte, Bekannte, Kollegen, Schüler und deren Familien sehr gut kennengelernt habe. Vor meiner Pensionierung im Sommer 2017 hat mich Krankenhaus-Geschäftsführer Michael Derksen gefragt, ob ich ein vom Gesetzgeber gewollter Mittler zwischen Patient und Einrichtung werden wolle. Ich hätte doch die notwendigen Kompetenzen…

Das heißt…

…vor allem genau hinhören, bei Konflikten erst einmal die Ansichten beider Seiten kennenlernen und beachten, vermitteln: Das hat mich mein Leben lang gerade auch als Lehrer begleitet.

Und das gilt ebenso im Krankenhaus?

Natürlich. Da leisten insbesondere die Grünen Damen mit ihren Gesprächsangeboten einen wichtigen Beitrag. Vor allem aber: Es geht nicht um medizinische Beratung oder rechtliche Dienstleistungen. Dafür bin ich nicht zuständig. Aber ich will, kann und soll Brücken bauen, wenn Patienten Probleme haben. Das fängt bei Beschwerden über das Essen an, reicht über Schwierigkeiten beim WLAN bis zu fehlenden Ansprechpartnern an Wochenenden.

Das gilt wohl für alle Krankenhäuser.

Mehr oder weniger. Ich bin zur Verschwiegenheit verpflichtet. Da bitte ich um Verständnis, dass ich keine Einzelfälle nennen kann, sondern nur verallgemeinere. Aber es ist nun einmal Fakt, dass Kliniken zu recht gerne viel mehr Personal beschäftigen würden. Wobei ich bestätigen kann, was die ständigen Patientenbefragungen und Evaluierungen des Josef-Krankenhauses ergeben haben: Das Hees-Haus hat seine Hausaufgaben gut gemacht. Wenn ich von Patienten gebraucht werde oder wenn mich andersherum die Mitarbeiter bitten, doch mal mit einem schwierigen Patienten Kontakt aufzunehmen, bin ich telefonisch und per Mail ständig zu erreichen. Ich bin schon einmal für eine Viertelstunde hingefahren, und alles war wieder gut.

Stichwort Hausaufgaben: Was gehört dazu?

Dass das Hospital mir zum Beispiel ermöglicht, an Besprechungen und Kommissionssitzungen teilzunehmen, damit ich die Abläufe im Krankenhaus gut kenne. Es gilt auch, immer wieder das Bewusstsein zu schärfen, dass alle Mitarbeiter eines Krankenhauses Dienstleister sind, die neben der rein fachlichen Versorgung auch um das sogenannte Seelenheil der Patienten besorgt sein müssen. Wenn es dennoch mal hakt, muss es nicht gleich der Rechtsweg sein, der dann ohne Wenn und Aber seinen Lauf nimmt; dann reichen doch meist Gespräche. In den landes- und bundesweiten Fortbildungen lernt man aber auch das: Letztlich ist trotz allem jede berechtigte Beschwerde ein Schatz, weil sie Voraussetzungen schafft für Veränderungen, von denen nachfolgende Patienten profitieren können.

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